Selbstzweifel bei der Antifa
24. Juli 2007 in Deutschland
Seit einiger Zeit häufen sich die Anzeichen dafür, daß es in Teilen der sogenannten Antifa zu Selbstzweifeln kommt. Die Antifa lebt ja heute in der Selbstlüge, daß ihre beiden Hauptziele, nämlich Kampf gegen den „Faschismus“ und Verwirklichung einer sozialistischen Gesellschaft, miteinander in Einklang stünden. Da man instinktiv merkt, daß diese beiden Ziele sich gegenseitig ausschließen, daß heute – entgegen der 1930er Jahre – Nationalismus („Faschismus“) und die Interessen des Großkapitals miteinander unvereinbar geworden sind, da die Global Players den Nationalstaat als Ordnungsrahmen längst gesprengt haben und ein Zurück zu ihm den Expansionsdrang des Kapitalismus hemmen würde, versucht man sich mit der Verschwörung weiterzuhelfen, daß doch auch die NPD viele bürgerliche und unternehmerische Spender habe.
Daß es auch auf der nationalen Rechten ein paar erfolgreiche mittelständische Unternehmer gibt, die an die NPD spenden, oder Leute, die Grundstücke und Häuser geerbt haben, damit ihr Geld vermehren, etwas davon der NPD geben, dürfte zwar zutreffen; dies kann uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß dieses rechte Spenderpotential – selbst den Verbündeten der NPD Gerhard Frey (DVU) mitgerechnet – a) im Vergleich zu dem Spendeneingang bei den Systemparteien und b) im Weltwirtschaftsgeschehen nicht einmal eine Fußnote ausmacht. Jedenfalls sind heutzutage Nationalstaaten mit Schutzzoll gegen Billiglohnware und homogene Völker ohne eine nennenswerte Zahl an Fremdarbeitern umso mehr Störfaktoren für kapitalistische „Standorte“.
Nun gibt es auf der Linken immer mehr Journalisten, Publizisten, Politiker und Aktivisten, die dies erkannt haben, sich vielleicht noch nicht getrauen, diese Wahrheiten offen auszusprechen – und zwar aus Angst vor antifaschistischer Denunziation in den linken Reihen. Aber die Stimmen häufen sich. So meinte Werner Pirker in „Junge Welt“ vom 18.5.2007: „Die Fokussierung der Mainstream-Debatte auf die ‚rechtsextreme Gefahr‘ hatte die ideologische Korrumpierung der Linken, die sich auch noch knapp vor der Erlangung der kulturellen Hegemonie wähnte, zur Folge. Der Antifaschismus verkam zur kapitalistischen Systemapologie. Dem entsprach die Stigmatisierung der Kapitalismuskritik als ein von rechts besetztes Politikfeld. Dieser in der alten Totalitarismustheorie begründete Antifaschismus erwies sich als präventiver Antikommunismus.“
Der linke Philosoph Robert Kurz meint in einem seiner Bücher: „Überhaupt mußte ein bloß bekennender, nach dem Zweiten Weltkrieg billig gewordener ‚Antifaschismus‘ als begriffslose Klammer für viele unverstandene und verdrängte Erscheinungen und Entwicklungen herhalten.“ (Robert Kurz: Der Kollaps der Modernisierung. Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie. Eichborn Verlag, Frankfurt/Main 1991, S. 67)
Auf der Weltnetzseite „Internationale Kommunistische Strömung“ (http://de.internationalism.org/IKSonline/2007/_MLPDKritik) wird ein Leserbrief zitiert, in dem der Autor den „Antifaschismus“ der MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands) kritisiert. Bezeichnend ist, daß der Leserbriefschreiber, der darauf hinweist, daß der „Antifaschismus“ das bürgerlich-kapitalistische System stützt und nicht etwa bekämpft und destabilisiert, auf die Veröffentlichung seines Namens verzichtet. Dies belegt eindrucksvoll, welche Angst innerhalb der Linken vorhanden sein muß, unter echtem Namen Kritik an der Antifa-Strategie zu üben.
Nun wird man als Nationalist mit der Redaktion dieser linken Weltnetzseite und mit dem Leserbriefschreiber in wesentlichen Punkten nicht übereinstimmen: daß etwa der Sozialismus – analog zu Trotzki – auf internationaler Ebene erreichbar sein müsse, entgegen dem Ziel Stalins vom „Sozialismus in einem Land“. Aber immerhin hat der linke Leserbriefschreiber erkannt, daß die MLPD aufgrund ihrer Antifa-Strategie als „linkskapitalistisch“ einzustufen ist. Hinzu komme, daß die Antifa nicht von der Arbeiterklasse, sondern von „Kleinbürgern“ und der jungen Spaßgeneration getragen werde. Wörtlich heißt es in dem Leserbrief:
„Mit der Unterstützung des Antifaschismus unterwirft sich die MLPD bewußt oder unbewußt der ideologischen Hegemonie der SPD und gesellt sich zu deren Trabanten PDS, WASG und Grüne. Damit wird sie selbst zu einer weiteren – extrem linksliberalen bzw. kleinbürgerlichen – staatstragenden Partei, und dies trotz aller pseudorevolutionären Phraseologie. Für all diese Parteien ist der Antifaschismus konstitutiv und zur Staatsräson geworden.“
Nicht ohne Ironie stellt der Leserbriefschreiber fest: „So habe ich die NPD als Autorin der Hartz IV Gesetze nicht mehr so deutlich in Erinnerung, um mich ganz vorsichtig auszudrücken. Vielmehr waren es aus meiner Sicht doch eher die ‚demokratisch-antifaschistischen‘ Parteien CDU/CSU, SPD und Grüne, die Millionen von Arbeitern ins soziale Elend gestürzt haben bzw. stürzen werden. Die Parteien also, die die MLPD als kleineres Übel ansieht und bei der Verteidigung ihrer Privilegien aktiv unterstützt.“
In diesem Leserbrief wird mit der „linken Volksfront“-Strategie gebrochen, die in der Weimarer Zeit besagte, daß das Großkapital in der Krise seine Rettung in der faschistischen Diktatur suche, wohingegen die kommunistische Linke in der Weise dagegenhalten solle, indem sie sich mit kleinbürgerlich reformistischen linken Parteien und Organisationen verbünden solle, um die eigene Schlagkraft zu erhöhen. Nun sind aber heute, 2007, die SPD, der DGB, die Grünen, große Teile der Linkspartei längst ins kapitalistische Lager übergelaufen, die sich allesamt an der Demontage des Sozialstaats beteiligen, weshalb die „Volksfront“-Strategie mit diesen etablierten Kräften auch die Kommunisten von MLPD und DKP zu Erfüllungsgehilfen der Kapitalisten werden läßt. Demgegenüber, so der Leserbriefschreiber, müsse es das „Ziel einer kommunistischen Arbeiterpartei […] sein, die Produktionsmittel in ihren Besitz zu bringen, den erwirtschafteten Mehrwert zu vergesellschaften und somit der privaten Aneignung zu entziehen.“
Die Antifa erreicht nun aber heute genau das Gegenteil, sie bekämpft eine NPD und ihr Umfeld, die treu am deutschen Sozialstaat festhält, der freilich immer mehr der Vergangenheit angehört. Eine Zuspitzung erfährt die kapitalistische Ausrichtung der Antifa bei den Antideutschen (Zeitschriften u. a. Bahamas, Konkret, Jungle World), wo man die pax americana als „neue Zivilisation“ feiert, nachdem 1990 der Ostblock mit samt Sowjetunion gescheitert war. In der EU glaubt man nun einen „neuen deutschen Faschismus“ zu erkennen, der nur noch durch USA und Israel zur Räson zu bringen sei. Die Befreiungskämpfer im Nahen Osten und Afghanistan, die sich gegen die Ausbeutung ihrer Heimat durch die neuen Kolonialherren wehren, werden von den Antideutschen als „Islamofaschisten“ stigmatisiert. So hat der Begriff „Antifaschismus“, der einmal den Kapitalismus bekämpfen wollte, seine Bedeutung ins Gegenteil verkehrt. Aber gut, daß dies mittlerweile ein paar Linken aufgefallen ist.
Jürgen Schwab

Nonkonform. Publizist said on 24. Juli 2007
Es wird vom Autor mutmaßlich richtig beobachtet sein, daß einige Linksextreme Erkenntnisse gewonnen haben, aber angesichts ihrer
Bedeutungslosigkeit dieses äußersten Randes ist die Betrachtung so
bedeutsam wie die Meldung, daß ein Sack Reis in China umgefallen ist!
So wichtig eine rechte Partei auch sei, so wünschenswert es wäre, wenn
es sie gäbe, mit einer Akzeptanz von 20 und mehr Prozent, so unwichtig
ist aber die NPD mit ihrem dumpfen Nationalismus, mit diesem äußeren
und vor allem inneren Gebaren wird sie leider nicht von bürgerlicher
Seite akzeptiert! Ich weiß, wie schwer es ist, bürgerliche Patrioten zu un=
eingeschränktem patriotischem Bekanntnis zu jederZeit zu veranlassen,
z.B. aus der CDU auszutreten mit der Bemerkung, daß dieser Partei das
christliche und demokratische Verhalten völlig abzusprechen ist, und dann
in der Folge für diese mutige Tat in der Versenkung zu verschwinden und
wirtschaftliche Nachteile in Kauf zu nehmen, aber mit einem Kurs und
Verhalten der NPD ist niemals ein Staat zu machen, außer wir wünschen uns “Spät-Weimarer-Verhältnisse” kurz vor einer gräßlichen Revolution
bzw. einem anarchistischen Chaos!
Zustimmung oder Ablehnung:
0
0
Steven said on 27. Juli 2007
Niemand hat der NPD bislang eine Chance gegeben, Ihr Können unter Beweis zustellen bzw. Ihr zugetraut Bundespolitik zu machen. Weil Medien und Co hetzen und alles schlecht reden.
Und mal unter uns, wer der letzten Figuren war wirklich fähig von den Blockparteien?
Wir sollten es wagen, … denn schlimmer kann es kaum werden als es eh schon ist.
Zustimmung oder Ablehnung:
0
0
Nonkonform. Publizist said on 1. August 2007
@STEVEN: Wir sollten es wagen, mehr als bisher NPD zu wählen, das ist
richtig, um die feigen und antideutschen Machthaber zu ärgern und um sie
zu einer Änderung ihrer vorher beschriebenen Verhaltensweise zu drängen!
Gleichzeitig sollten wir besonnene patriotische Personen – nicht Nationalisten -
zur Politkandidatur in allen Parteien bringen, oder in einer neuen oder dann
geänderten NPD präsentieren, dann kann es gelingen. Eine Chance für die
NPD mit ihrem derzeitigen Personal wird es nicht geben, siehe mein Geschriebenes vorher, mehr als eine wirkungslose, diskriminierte, verachtete Mehr-als-5%-Opposition wird sie mit dieser Aussage nicht darstellen. Freilich wäre es gut, wenn sie im BT vertreten wäre, vielleicht würde es dann – um Schlimmeres zu verhindern – einen Neueanfang mit “rechten” Positionen geben!
Zustimmung oder Ablehnung:
0
0