Nach Überfall auf “East Coast Corner”: Laden vorübergehend geschlossen – Staatsschutz “ermittelt”

17. Januar 2008 in Deutschland

Rostock / Mecklenburg: Voraussichtlich einige Wochen wird das nationale Bekleidungsgeschäft East Coast Corner in der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt geschlossen bleiben. Genaue Angaben können die Betreiber bislang nicht machen. Der durch den Antifa-Überfall vom Dienstagabend angerichtete Schaden begrenzt sich allerdings nicht nur auf das Geschäft. Betroffen sind auch Mieter in den oberen Etagen des Gebäudes, darunter auch eine Familie mit Kleinkind, die nun unmittelbar dem Gestank der vergossenen Buttersäure ausgesetzt sind.

Laut Darstellung des Polizeiberichtes versammelten sich am Dienstagabend gegen 19.21 Uhr zehn Personen vor dem “East Coast Corner”, von denen fünf den Laden stürmten und mit Schlagwerkzeugen auf den Geschäftsführer Thorsten de Vries einschlugen. Eine 19-jährige Nationalisten die sich ebenfalls zum Zeitpunkt im Laden befunden hat, ist entgegen anderer Annahmen ebenfalls angegriffen worden, auch wenn sie sich dennoch in Sicherheit bringen konnte. Einem ärztlichen Gutachten zufolge erlitt die 19-Jährige Platzwunden am Kopf, Prellungen und eine verstauchte Hand. Parallel zu den Gewaltausbrüchen vergossen die Angreifer Buttersäure im gesamten Geschäft sowie rote Farbe über die zum Verkauf angebotene Bekleidung.

Dass die Täter gefaßt werden, erscheint uns reichlich unwahrscheinlich. Zum einen waren sie vermummt, so dass auch die Aufnahmen der schon vor Monaten durch die Polizei installierte Kamera vor dem Geschäft kaum sachdienliche Hinweise bringen wird, zum anderen ist es die Polizei, die sich mal wieder mehr als unbeholfen gibt. Nachdem zunächst die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen hat, ist es inzwischen der Staatsschutz der gestern den Tatort inspizierte und Spuren „sicherte“. Dass man es sich seitens der politischen Polizei nicht nehmen läßt sich bei einer solchen Gelegenheit auch noch mal anderweitig umzuschauen, ist nichts was nun sonderlich überraschen dürfte, aber vielleicht der Grund, dass die Spurensicherung dabei etwas zu kurz gekommen zu sein scheint. Nachdem auch die Ladenbetreiber wieder die Räume betreten durften fanden diese unter dem Verkaufstisch noch eine halbe Falsche Buttersäure, die der Polizei vermutlich nur versehentlich nicht aufgefallen ist.

Ungewohnte Töne fallen indes von Vertretern etablierter Parteien, die sich zwar tunlichst von dem „rechtsextremen Geschäft“ distanzieren, aber den Antifa-Überfall verurteilen. CDU-Innenminister Caffier verwies darauf, daß „es vielfältige demokratisch legitimierte Mittel gibt, dem Rechtsextremismus die Stirn zu bieten“. Ähnliche Worthülsen auch vom Vorsitzenden des Innenausschusses im Landtag, Norbert Nieszery (SPD): „In der Auseinandersetzung seien vielmehr Intelligenz, Beharrlichkeit und Argumente gefragt“ Und last but not least auch der innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Peter Ritter, „Allein mit Argumenten verschwände neonazistisches Gedankengut aus den Parlamenten und den Köpfen der Menschen“. Diese Verurteilungen erwecken teilweise den Eindruck, als wollte man seine Hände in Unschuld waschen. So ist es natürlich ein mehr als ungünstiges Timing, daß schon wenige Minuten nach dem Überfall ranghohe Vertreter linker Organisationen am Ort des Geschehens waren um sich mal „umzuschauen“.

Matthias Brodkorb, SPD-Landtagsabgeordneter und Betreiber der Internetseite ENDSTATION RECHTS beteuerte: „Die Unterstellung, ich oder andere Mitarbeiter von ENDSTATION RECHTS., die ebenfalls vor Ort waren, steckten hinter dieser Sache, ist wohl für uns wie die wirklichen Täter gleichermaßen eine Beleidigung. Wir haben uns in der Vergangenheit nicht an Gewalttaten beteiligt und werden das auch weiterhin nicht tun“. Nun das hat Altermedia auch gar nicht behauptet, sondern: “Auch Matthias Brodkorb (SPD) und Betreiber der Internetseite Endstation-Rechts war kurz nach dem Überfall mit Photoapparat zur Stelle, was wohl kaum noch einen Zweifel daran lassen dürfte aus welcher Richtung der Überfall gekommen ist, und daß offenbar mehr als nur fünf Personen in der Organisation desselben involviert waren.” Hier ist also keineswegs die Rede davon, dass der Landtagsabgeordnete Brodkorb hinter der Sache stecken würde, sondern lediglich die von uns geäußerte Vermutung, dass man möglicherweise etwas mehr wußte als man nun vielleicht zugeben möchte. So wirkt es natürlich schon reichlich merkwürdig, dass neben Matthias Brodkorb auch Julian Barten ein Vertreter der Organisation „Schöner leben ohne Naziläden“ gleich mit von der Partie waren. Aber möglicherweise verfügt man ja über einen sechsten Sinn, der die besagten Personen unmittelbar nach der Tat zum East Coast Corner führte.

Keine Demonstrationen wegen East Coast Corner

Unterdessen ist inzwischen bekannt geworden, dass sich unter anderem der Hamburger Thomas „Steiner“ Wulff dafür stark macht in Rostock demonstrieren zu wollen. So erreichte Nationalisten bundesweit eine SMS mit der Aufforderung sich bereit zu halten, was aber weitgehend ignoriert oder abgelehnt worden ist. Demonstrationen dieser Art, wie sie noch im vergangenen Jahr anläßlich der Ausschreitungen um die Eröffnungen des East Coast Corner gegeben hat, wird es nicht geben heißt es aus Rostock.

Der Nationale Widerstand sollte sich statt dessen nicht minder kreativ zeigen, wenn es um die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner geht. Was nutzen schließlich legitime Mittel zur Abwehr antifaschistischer Gewalt, außer, daß es einzelne Personen scheinbar darauf abgesehen haben sich wieder einmal in der Öffentlichkeit präsentieren zu können? Gibt es nicht auch in Rostock zahlreiche Geschäfte oder Lokalitäten in denen sich vornehmlich linksverortete Personen aufhalten, denen man zumindest mal die Anschrift einer guten Glaserei zukommen lassen könnte?

Quelle: Altermedia

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1 response to Nach Überfall auf “East Coast Corner”: Laden vorübergehend geschlossen – Staatsschutz “ermittelt”

  1. Eine Kamera der Polizei im Laden??? Das ist mal was neues….wie kommt die dahin?
    Der Gewaltaufruf im letzten Kapitel ist Nachvollziehbar, aber nicht sehr Produktiv. Links und Rechts schlagen sich die Köppe ein und der Staat lacht sich eins. Der lachende Dritte verhaftet Notfalls sogar beide Parteien. Das geht besser und das können wir auch besser.

    Zustimmung oder Ablehnung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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