SEK knüppelt Konzert nieder

18. Januar 2008 in Deutschland

Blutreste vom Tatort

In der Nacht von Samstag auf Sonntag kam es im brandenburgischen Lübben zu einem Polizeieinsatz der besonders gewalttätigen Art. Nationale Jugendliche hatten sich zu einem Konzert versammelt, als dieses von der Polizei aufgelöst werden sollte, mit anschließender Feststellung der Personalien. Nach einigen Diskussion einigte man sich schließlich darauf, daß man um 3.30 Uhr die Lokalität verlassen und dabei nur den Personalausweis in den Händen halten werde. Ein Kompromiß, mit dem beide Seite leben konnten. Um 3.31 Uhr wurde allerdings die Tür mit einem Trennschleifer aufgebrochen und ein Sondereinsatzkommando (SEK) stürmte die Lokalität um nach Gutdünken auf Männlein wie Weiblein mit Schlagstöcken einzuprügeln. Im Polizeibericht liest sich der Vorfall so:

In der Nacht vom Samstag zum Sonntag wurde ein in Lübben stattfindendes Konzert aufgelöst. 119 Personen der rechten Szene aus Brandenburg und Sachsen hatten sich im sog. Bunker 88 eingefunden, um Musik einer Neonazi-Band zu hören. Trotz der Erteilung einer Verbotsverfügung, dem Aussprechen von Platzverweisen und der mehrfachen Ankündigung einer Räumung kamen nur 73 Personen den polizeilichen Weisungen nach. 46 Teilnehmer verblieben in der ehemaligen Brauerei und verbarrikadierten sich. Durch den Veranstalter wurde massiver Widerstand angekündigt und geleistet. Beim Betreten des Objektes wurden die Beamten der Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes Brandenburg mit Flaschen beworfen. Bei der Durchsetzung der Verbotsverfügung erlitten fünf Konzertteilnehmer Verletzungen und mussten medizinisch versorgt werden. 15 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Gegen die im Objekt Verbliebenen wurden Anzeigen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte aufgenommen.

In zahlreichen nationalen Foren geht derweil das Gerücht um, es gebe 30 Schwerverletzte und daß die feiernden Nationalisten friedlich auf dem Boden gesäßen hätten, was unter anderem der Tatsache widerspricht, daß man gerade dabei war das Gebäude zu verlassen. Mehrere Augenzeugen teilten uns mit, daß die Anzahl der stark verletzten bei etwa 15-20 lag. Wir wollen deswegen hier den Erlebnisbericht eines Beteiligten wiedergeben:

“Es war mit der Polizei abgesprochen, daß wir um Punkt 3.30 Uhr den Bunker verlassen um uns einer Personenkontrolle zu unterziehen. Dem wollten wir auch folge leisten und den Auflagen der Polizei entsprechen keine Objekte die für Waffen gehalten werden könnte mitzuführen. Es etwa 1-2 Minuten nach Ablauf des vereinbarten Termins, als wir plötzlich einen Trennschneider hörten (die Tür war verschlossen) und die Bullen reinstürmten. Die erste und zweite Reihe hatte wenig zu lachen und wurde gnadenlos mit gezielten Schlägen auf den Kopf niedergeknüppelt. Auch Frauen waren betroffen. Sobald jemand zu Boden ging, traten die Bullen mit ihren Stiefeln zu. Dabei fielen Sprüche wie ‘Auf den Boden ihr Wichser’ und ‘Beweg Dich und Du kriegst noch mehr’. Unter Schlägen und Tritten wurden wir gefesselt und rausgeführt, wo man uns auf den Boden schubste. Ein Kamerad wurde so schwer verletzt, daß er Blut spuckte.”

Auch von anderen Augenzeugen lasen wir ähnliche Berichte. Besonders erschreckend ist ein Bericht, wonach der Einsatzleiter dem SEK mitteilte, daß die Situation unter Kontrolle sei und alle in Kürze aus dem Gebäude kommen würden. Woraufhin der SEK nur kommentierte “Ist mir egal” und den Befehl zur Stürmung gab.

Auch wurde uns berichtet, daß sich einige Ärzte weigerten den Betroffenen ein Attest über die Verletzungen auszustellen. Als Begründung wurde genannt, daß man dies nur auf Anordnung eines Staatsanwaltes oder Richters dürfe. Wir möchten alle Betroffenen darauf hinweisen, daß dies schlichtweg falsch ist. Ein Arzt ist verpflichtet ein Attest auszustellen, kann aber dafür eine Gebühr verlangen.

Alle Betroffenen wenden sich bitte über dieses Kontaktformular an Lausitz Infos, die indes Anw’lte eingeschaltet haben um rechtliche Schritte zu prüfen.

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15 responses to SEK knüppelt Konzert nieder

  1. Warum ist man nicht, wie vereinbart, um 03:30 (oder kurz davor) mit Personalausweis in der Hand durch die Tür gegangen? Was danach geschieht ist eine Andere Sache.
    Das war ein klares Ultimatum vom Politischem Gegner. Das dieser die Situation ausnutzen würde um Stärke zu zeigen, sollte jedem klar gewesen sein. Das dem Gegner wieder mal ein makaberer Grund zum Vorgehen gegen uns gegeben wurde ist traurig.
    Wir haben noch nicht die Stärke, solchen Aktionen die Stirn zu bieten.
    Der Witz: Die sind sogar noch in einer Art “Recht” und können sich aller Richter als Rückendeckung versichern.
    Wenn Wiederstand, dann mit Gehirn. Die warten nur darauf das wir “Rechtstaatliche Anordnungen” nicht entsprechen. Dann sind die nämlich im “Recht” und können solche Sachen abziehen.
    Da ist eine abgewichste und geplante Scheiße abgezogen worden. Wie “der Abend verlaufen” soll, war dem Verantwortlichen schon vorher klar. Er hat darauf hin gearbeitet und auch “Erfolg” gehabt. Er wußte wie die “Rechten” reagieren würden. Er wußte das ein Grüppchen sich wiedersetzen würde und hat seine Planung dahingehend ausgerichtet.
    Seinen Erfolg hat er durch unsere Naivität bekommen.

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  2. Naja, ganz so sehe ich das nun wieder nicht. Auch die Executive hat immer den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit anzuwenden. Wenn ein Konzert 1 Minute nach gestelltem Ultimatum wie ein Unterschlupf der RAF gestürmt wird, Knüppelgarden zu Ihrem “Vergnügen” kommen ist das schon makaber und kaum mit Rechtsstaatlichkeit oder gar “im Recht sein” zu erklären. Andererseits sollte man sich als Konzertbesucher darauf einstellen, denn es war nicht das 1.Mal und garantiert nicht das Letzte. Wichtig dabei vielleicht nur es publik zu machen, dass Aussenstehende irgendwann mal begreifen woher HASS kommt. Tränen über Narben sollte man jedoch nicht vergießen, denn wer sich aus Protest anlegen will muss eben damit rechnen.
    Ob man sich zur Wehr setzen als Naivität bezeichnen soll würde ich in Frage stellen, denn wer sich immer an die gezogenen Grenzen hält ist sozusagen ja schon direkt systemkonform und leistet in keinster Weise Widerstand.Dieser Einsatz hat wieder tausende von Euros gekostet, ein kleiner Tropfen auf dem Weg zur gänzlichen Pleite dieses Systems.

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  3. Es ist Schade, so etwas zu lesen.
    Vor allem die Kommentare!

    Soll ich jemanden bitten, einen Watchblog hierfür einzurichten?

    MfG

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  4. Verstehe nicht, warum man den staatlichen Schlägertrupps nicht Fallen in Form von Kameras stellt? Denke, daß diese Aktion auf Videohandy etc. aufgenommen und im Netz verschickt doch ein beachtliches Echo fände.

    So aber kann der Staat in aller Ruhe seine Version an die Redaktionen der willigen Schreiberlinge verschicken, ohne Angst haben zu müssen, daß man ihn entlarvt.

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  5. @Karl
    Was glaubst Du denn hätten die Bullen mit uns gemacht, hätte da einer mit ner Kamera gestanden und gefilmt? Erstmal wär die Kamera zu Bruch gegangen und dann der Kiefer desjenigen.

    Die Aktion ging auch viel zu schnell ab um da noch groß ne Kamera rauszuholen und zu filmen.

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  6. Ich bezeichne sinnlose Taten als “Naive gegenwehr”, Nordmann.
    Die Kameraden haben sich in eine ganz einfache Falle locken lassen. Was Karl gesagt hat solltest du dir durch den Kopf gehen lassen. Das hat Potential.
    Wir müssen modern denken und alle Mittel ausschöpfen. Vor allem dürfen wir nicht immer wieder in die gleichen Fallen tappen. Nur die gute Absicht bringt nichts.

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  7. Wir müssen geschriebenes Gesetz zu unseren Gunsten anwenden. Anders kommen wir nicht weiter. Für einen anderen Weg sind wir auch in Zukunft zu Schwach.

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  8. Naja, sehe ich etwas anders.

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  9. @ Augenzeuge

    Die Zeiten in denen man Kameras gross sichtbar auf der Schulter tragen musste sind eigentlich schon lange vorbei. Abgesehen davon, dass wenn man die letzten Jahre mitbekommen hat, man stets mit solchen Übergriffen rechnen muss und schon im Vorfeld solcher Aktionen irgendwo unaufällig was installieren kann.

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  10. Wir haben noch keine regulären Armeen!

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  11. Ich pflichte Stürmer hier bei.
    Seine Denkweise ist ein gutes Zeichen für die Bewegung. Nur durch ein Umdenken und das einsetzen ihrer eigenen Gesetze gegen sie (insoweit möglich) kann ein Ergebnis bringen.
    Wenn man die erste gerichtsverhandlung mal gewinnt weil der Staat einsehen muss das man im recht ist und das Publik wird, kommt das ganze Sytem ins schwanken. Nur so kann man einen Sieg erringen und später sogar den Krieg gewinnen…

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  12. Mit Bedauern erkennt man immer wieder wieviel Naivität mitschwingt. “…Wenn man die erste gerichtsverhandlung mal gewinnt weil der Staat einsehen muss das man im recht ist und das Publik wird, kommt das ganze Sytem ins schwanken…” Ist das Dein Ernst? Wenn dieser Staat einsehen sollte dass “man” im Recht ist bedeutet dass in etwa das gleiche was 1989 bei der Pressesitzung des ZK der SED stattfand, der öffentlich zugegebene Bankrott und das Aufgeben. Denkst du echt dass sich dieses System, mit all seinen Hintermännern und Nutznießern dazu bekennt dass seine gesamte Enstehungsgeschichte eine Lüge,eine Verschuldung auf Kosten der Kindeskinder, kurzum eine absolute Pharse war?
    Bevor das passiert sind hier im Land alle Moslems.

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  13. Bekennen werden sie sich sicher nicht. warum auch.
    Dumm nur: die penner besitzen den staat. sie besitzen sogar die Armee dieses staates. sie besitzen auch den geheimdienst dieses staates.
    kurz: sie sind uns in allen belangen überlegen.
    Wir können sie nur auf ihrem eigenem feld schlagen. ein anderes feld gibt es nicht.
    wir müssen uns ihre regeln zu nutze machen um diese dann in unsere umzuwandeln. wir müssen ihre schwächen suchen. mit einem löffel auf einem mann mit einem sturgewehr loszugehen bringt nur in 1 prozent der fälle ein brauchbares ergebniss. das ist für mich nicht aktzeptabel.

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  14. Dieses System, mit all den weltweiten Verflechtungen und Interessengleichheiten, wird nicht abwarten oder zusehen bist du einen “legalen” Weg gefunden zu glauben scheinst es “abzuwählen”, alles was denen gefährlich würde wird dann einfach verboten. Zu glauben so könne man praktisch um eine ernste Auseinandersetzung mit natürlich auch Opfern herum kommen erscheint mir immer naiver.

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  15. “Stürmer” und “daedalus”,
    glaubt ihr daß es die strikte Trennung zwischen der Judikative/Legiskative/Exekutive gibt?
    In dieser Vasallenkolonie?
    Macht euch nicht lächerlich!

    Zu glauben, daß uns die “unabhängigen Gerichte” in unserem Kampf gegen dieses Regime helfen werden, ist einfach politischer Selbstmord.
    Die Gerichte müssen sich nach den bestehenden Gesetzen richten, und wer macht den diese?
    Tja wer wohl?

    Drei mal dürft ihr raten.

    Die schwachsinnige Vorstellung, daß uns jemand von staatlicher Seite unterstützen wird, muß so schnell wie möglich aufgegeben werden, wenn wir weiter kommen wollen.

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