Die Massenmedien – Bestimmender Faktor “gesellschaftlicher” Veränderungen?

26. Juli 2008 in Gesellschaft, Psychologie

Eine frühe Studie die feststellte, das Medienkonsumenten auch handelnde Personen sind und nicht nur Ware am Medienmarkt, war die “The People’s Choice” Studie von Paul Lazarsfeld und seinen Mitarbeitern. Die Zielsetzung dieser Studie bestand darin, den Einfluss der Wahlpropaganda auf den Entscheidungsprozess der Wähler festzustellen und zu dokumentieren.

Die Ergebnisse waren beachtenswert. Die Propaganda der Massenmedien hat nur dann eine Wirkung auf das Wahlverhalten der Bürger, wenn das soziale Umfeld in denen diese lebten und deren Wünsche sowie Hoffnungen, als Orientierungspunkt zur Wahlaussage des zu Wählenden stand. In diesem Zusammenhang muss von einer selektiven Wahrnehmung gesprochen werden. Führt die Medienpropaganda zu Dissonanzen mit den Vorstellungen und Wünschen der Medienkonsumenten, wird sie dementsprechend selektiv vermieden und darum muss alle Propaganda so ausgerichtet werden, dass mögliche Dissonanzen ausgeschlossen sind.

Die Medienforschern Horton und Wohl erkannten später eine para-soziale Interaktion, bei dem der Vorgang einer “Auge zu Auge” Beziehung zwischen Kommunikator und Rezipient die Grundlage bildet. So wurde dem Medienkonsumenten durch Interaktionsprozesse eine Teilhaberrolle zugesprochen. Sie stellten fest, dass der vermeintliche monologische Kommunikationsprozess, dialogische Angebote enthalte, die vom Kommunikator im Medientext so angelegt wurden, dass dem Zuschauer eine aktive Rolle zugewiesen wird, da er in einer Wechselbeziehung zwischen wirklicher und medialer Realität tritt. Das wirkt sich von allem auf die psychischer Ebene aus, auf der es zu einer Wunsch- und Bedürfnisbefriedigung kommt, die den sogenannten “Tagträumereien” sehr ähnlich sind. Der Geist des Konsumenten wird an eine Person, oder einen einen Ort gebunden, mit dem der Zuschauer sich identifizieren kann. So macht er in seiner Phantasie Handlungen mit, die ihm einerseits neue Verhaltensweisen zur Auswahl stellen und andererseits, einen Ausgleich für einst verwehrte Handlungen schaffen. Ein Mann zum Beispiel, der es sich immer wünschte mit 2 Frauen gleichzeitig zu verkehren, es aber aus moralischen Gründen nicht tat, befriedigt nun diesen Wunsch mit der Ersatzhandlung eines angeboten Pornofilms.

Sein Gewissen beruhigt er mit der Aussage, ja nicht wirklich Verkehr gehabt zu haben. Dieses Verhaltensmuster ist unabhängig von Bildung und gesellschaftlicher Stellung und auf alle Bereiche übertragbar.

Wie Tichenor, Donohue und Olien in den 70er Jahren in ihrer Knowledge-Gap-Hypothesis feststellen, werden die Medieninformationen von unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung auch unterschiedlich genutzt. Menschen mit besserer Bildung können Medieninformationen besser nutzen, als jene mit geringerer Bildung. Ihr Unterscheidungsvermögen ist besser ausgeprägt. Um also ein etwaiges Gleichgewicht zu erlangen, arbeiten die Medien mit Niveauabsenkung, durch eine Überschüttung mit unnützen Informationen, die beide Gruppen angleicht. Würden die Medien die “Angleichung” nicht durchführen, würde dies eine schichtspezifische Wissenskluft hervorrufen. Damit wäre das Medienziel, der Erreichung möglichst vieler Konsumenten, nicht gegeben.

Diese Überschüttung mit unnützen Informationen, mündet in einen als “Kulturverständnis” ausgegebenen Zustand, welcher zwar mit der Kultur eines bestimmten Volkes nichts zu tun hat und damit kulturlos ist, aber das vorgegebene Leben strukturiert und damit erfüllbar macht. Mit Hilfe dieses “kulturellen Wissens” lokalisiert sich der Bürger im sozialen Gefüge seiner Gesellschaft.

Diente in früheren Zeiten die Kultur der Abgrenzung zu anderen Gesellschaften und Kulturkreisen, ist diese heute, durch die Gleichschaltung der Medien im Globalisierungsprozess der Vermischung von Allen und Jedem, dienlich. Durch das ständige Wiederholen amerikanischer Filme und Serien weltweit, kam es zu einer Auflösung der kulturspezifischen Unterschiede, die wir nun als “normal” ansehen und erleben.

Obwohl sich im Fernsehen die Umsetzung deutscher Serien, von US-Produktionen unterscheidet, werden die Unterschiede kaum oder gar nicht mehr wahrgenommen. Das kommt daher, weil die Spiel- und Lesart der Filme, Dokumentationen und des Textes, eng mit den Auffassungen und normativen Erwartungen einer Gesellschaft verknüpft sind, welche als “Weltgesellschaft” propagiert wird. Darum erscheinen die Gesten, die Mimik, das Verhalten, sowie die Umgebung der Darsteller und Charaktere so vertraut, dass sich der Medienkonsument vor diesem Hintergrund, im eigenen kulturellen und lebensweltlichen Bezugrahmen wiederfindet. Dies ist auch der Grund dafür, warum der deutsche Zuschauer, den amerikanischen Serien häufig einen Wirklichkeitsbezug beimisst. Die
audiovisuellen Codes verweisen zwar auf die amerikanische Kultur und Lebensart, die aber kopiert zur eigenen wurde und so nicht mehr als fremd wahrgenommen wird. Typisch amerikanische Identifikationsmuster für Sprachwendungen, religiöse Überzeugungen, politische Regelungen und Lebensstil werden als Vorbild gesehen und deshalb vorurteilsfrei übernommen. Das macht sich in der Art der Kleidung, des Essens, sowie in der Wohnungs- und Büroeinzurichtung bemerkbar. Auch
der Umgang mit sozialen Problemen, orientiert sich an den USA und kann somit keine Problemlösung, für die spezifischen Probleme unseres deutschen Volkes beinhalten.

Damit lagen Früh und Schönbach richtig, die in der Massenkommunikation eine Wirkung des Massenmediums im Aushandeln der Medieninhalte zwischen Medien und Konsument feststellten.
Allerdings beachteten sie die Volksspeziefischen Besonderheiten nicht. Es werden nach ihrer Meinung, die bestehen Vorstellungen und Vermutungen über Ursachen, Absichten und Motivationen, die verhaltenssteuernd wirken, an den Konsumenten angeglichen, der dann ebenfalls eine Angleichung erwartet, die gemäß der von den Medien vorbereiteten und damit erwarteten Wirkung erfolgt.
Aus diesem Grund wird von der Medienindustrie, eine reichhaltige Palette “Medienkost” angeboten, die fast alle Medienbedürfnisse befriedigt. Aber dies geschieht immer selektiv, um die Bürger auf der vorgegebenen Medienlinie zu halten.

Damit hat die Medienindustrie die Aufgabe, durch “kommunikative Irritation”, die Organisation der Gesellschaft in Frage zu stellen, um immer weiter in die Abgründe des Moral- und Volkzerfalls vorzudringen.

Uns stellen sich also wichtige Fragen wie:

Was vermittelt uns das Fernsehen wie die Presse und was sind die wirklichen Beweggründe für diese Sendungen und Artikel? Wie stellen die Medien die Welt dar und was soll mit dieser Darstellung erreicht werden?

Das Ergebnis ist, dass die “Medienmacher” einerseits an ein Wir-Gefühl appellieren, an den
Zusammenhalt und die Einheit der Nation (zum Beispiel bei sportlichen Ereignissen), andererseits jedoch eine gesellschaftspolitsche Wende einleiten, indem die Nation als zu überwinden dargestellt wird. Ausgeklammert wird die Tatsache, dass die Völker als Kulturverbund nicht an einer nationalen Überwindung interessiert sein können.

So werden die Medien, zum wirklich bestimmenden Faktor der “gesellschaftlichen” Veränderungen und in den Händen der Verantwortlichen, zur Waffe gegen Volk und Nation.

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7 responses to Die Massenmedien – Bestimmender Faktor “gesellschaftlicher” Veränderungen?

  1. Es stimmt fast alles, aber besonders der letzte Satz “…… zur Waffe gegen
    Volk und Nation.”
    Der dumme Michel glaubt an alles, was ihm im Fernsehen vorgesetzt wird, er
    zieht ganz schnell den Schwanz ein, da kann man halt nichts machen, das
    müssen wir so akzeptieren, Widerstand ist sinnlos, und was da noch mehr an
    dummen, feigen Sprüchen kommt! Deshalb haben sie ihr Schicksal verdient,
    wer so blöd ist, dem geschieht Recht!

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  2. Zu den Massenmedien müssen wir wohl oder übel auch das Internet mit einbeziehen.
    Gerade in den sogenannten “nationalen” Foren wird mit einem beängstigenden Eifer, jeder produktiv aufklärerische Gedanke sofort abgewürgt, lächerlich gemacht grundlos zerredet.
    Aktivisten die nicht so”helle” sind haben dann keine Chance etwas richtiges zu lernen, weil gute Mitstreiter relativ schnell entnervt aufgeben.

    Das Internet hätte zu einer echten Waffe im Kampf um die Wahrheit werden können, aber der Gegner hat schnell reagiert,genau wie die anderen Medien ist auch das Internet nun mehr unter totaler Kontrolle.

    Ich habe heute nicht mehr den geringsten Zweifel,das alle großen und kleinen Nationalen Kommunikations Plätze im Internet unterwandert sind und in ihnen der Feind die destruktive Richtung vorgibt.
    Daher ist die Arbeit des Nonkonformisten so ungeheuer wichtig als Nachrichten Portal mit Kommentar Spalte, in die regulativ eingegriffen wird.

    Die andere Nachrichten Seite Altermedia-Störtebeker ,wie schon mal von mir erwähnt ,macht den großen Fehler, nicht zu filtern. Das es mit unter unzumutbar ist was da an geistigen Dünnsch…. von den “Lesern” produziert wird. Da gerät die ursprüngliche Intention des Betreibers immer weiter an einen Punkt ,wo sich das ganze ins Gegenteil verkehrt.
    So das sich schon jetzt nicht wenige fragen, ob das ganze nicht auch ein VS-Experimentierfeld ist. Auch das “Forum nationales Netz “und Thiazi braucht man nicht ernsthaft als Ideen Sammelbecken mit dem offenen Austausch von Gedanken im Überlebenskampf unseres Volkes betrachten.

    Jeder Mitstreiter unsere gerechten Sache, der hier jetzt anderer Meinung ist, erkläre ich auch gerne warum.

    Wenn wir über Medien nachdenken ,dann zu aller erst über
    das Internet, und das wir es uns wieder zurück erobern müssen.

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  3. Das Thema ist:
    “Die Massenmedien-Bestimmender Faktor ‘gesellschaftlicher’ Veränderungen”

    Das Weltnetz ist zwar an der “Aufklärung” auf der einen, wie auch der anderen Seite beteiligt, aber zur Zeit leider kein bestimmender Faktor ‘gesellschaftlicher’ Veränderungen in unserem Sinne. Im Sinne des Systems zwar schon, aber meist nur als Unterstützer der “klassischen Medien”.

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  4. Deutscher

    Tut mir leid, aber nach dem Fernsehen ist das Internet die Nummer 2 in der neudeutschen Medienlandschaft.
    Immer sachte, ich habe nicht das Thema verpeilt ,du hast bloß einen anderen Blickwinkel.
    Mir geht es bei meinen Überlegungen in erster Line um unsere Jugend.
    Wer kauft sich von denen eine Zeitung? (die nehmen ja nicht mal die Lügen blätter wahr wie andere Generationen vor ihnen.)außer den Zecken doch wiedermal niemand.
    Das Internet ist das neue Informationsportal was von der Tokio Hotel Jugend
    intensiv genutzt wird und das wissen die Schurken.

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  5. Lieber Bogislav von Selchow,

    ich habe nicht gesagt, dass Du oder ein Anderer das Thema verpeilt hat,

    sondern wollte nur einer Entwicklung entgegenwirken, die das eigentliche

    Thema, vielleicht als “überholt” in Frage stellen könnte.

    Das Thema “Weltnetz” wurde nicht vergessen, wie Du noch sehen wirst.

    Aber ich möchte nicht vorgreifen.

    Danke für Deine Guten und von Sachkunde zeugenden Kommentare.

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  6. …natürlich ist das “Internet” der, und nur der Punkt.
    Wo unterhalten wir uns denn gerade? Sicher nicht im Fernsehen.

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  7. ###…natürlich ist das “Internet” der, und nur der Punkt.
    Wo unterhalten wir uns denn gerade? Sicher nicht im Fernsehen.###

    Gut:

    http://www.nonkonformist.net/?p=1629#more-1629

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