Eklat auf der Frankfurter Buchmesse

28. Oktober 2005 in Deutschland, Iran

Dass Lesen bildet ist eine Binsenweisheit. Dass nicht unbedingt jeder möchte, dass Menschen eine allumfassende Bildung haben, zeigte sich auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse. So echauffierte sich der Zionist Matthias Küntzel, dass es in Halle 5 internationale Literatur zu lesen gibt, die so gar nicht mit dem aktuell verordneten Zeitgeist konform ist. Stein des Anstoßes für Küntzel sind englischsprachige Bücher, die der Iran den Besuchern der Buchmesse präsentiert. Zu diesen zählen: “Jewish Conspiracy” (Jüdische Verschwörung), ein Buch, welches Hitler maßgeblich beeinflusste, “Die Protokolle der Weisen von Zion*” und Henry Ford’s Klassiker “The International Jew. The World’s foremost Problem” (Der Internationale Jude. Das vorderste Problem der Welt).

Bezeichnend für Küntzel und seine Volksgenossen ist, dass er die inkriminierten Bücher nur aufzählt und nach einem Verbot schreit. Was jedoch ein Verbot rechtfertigen würde, sagte Küntzel freilich nicht. Auch fehlt eine Argumentation gegen besagte Machwerke, die über die Aussage Küntzel’s, dass diese Machwerke “nazihaft” seien, herausreicht. Vielleicht sollte man Herrn Küntzel auch mal erläutern, dass Antisemitismus nicht nazihaft, sondern scheinbar eine Nebenwirkung des Judentums ist. Dies war schon in der Vergangenheit so, aber natürlich ist immer nur der böse Nachbar schuld, und nie die Diaspora selbst. Erstaunlich jedoch, wie eine kleine Volksgruppe es geschafft hat, über die Jahre bei allen Völkern der Erde gleichmäßig verhasst zu sein.

*Bei den “Protokollen der Weisen von Zion” herrscht immer noch ein Streit, ob diese nun tatsächlich von einem jüdischen Ältestenrat geschrieben wurden, oder aber wie von jüdischer Seite vielfach behauptet eine Fälschung darstellen. Eine Diskussion dazu erübrigt sich allerdings, erläutern die Protokolle nur allzu trefflich die derzeitigen Zustände der Welt. Ob dies die dunkle Vision eines Fälschers, oder aber die helle Vision eines jüdischen Ältestenrates war, spielt dabei keine Rolle.

Post to Twitter

3 responses to Eklat auf der Frankfurter Buchmesse

  1. die mit ihren verboten – am ende hat man es dann doch im schrank stehen – lol

    Zustimmung oder Ablehnung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. Verbote betreffen grunds�tzlich die Weiterverbreitung und das Bewerben eines bestimmten Artikels. Der Besitz aus p�dagogischen oder antiquarischen Zwecken ist jedoch nicht strafbar, weswegen es auch egal ist, wer es nun im Schrank stehen hat, und wer nicht. Grunds�tzlich gilt, dass bis zu drei Exemplare eines Artikels straffrei bleiben, wohingegen ab dem vierten Exemplar der Handel angenommen wird, was somit strafrechtlich relevant w�re.

    Zustimmung oder Ablehnung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. In der 2000 Jahre-Weltchronik findet man folgendes für das Jahr 1975:

    Die UNO-Vollversammlung verurteilt den Zionismus als Bedrohung des Weltfriedens.

    Nazihaft?

    http://www.weltchronik.de/dcw/dcx_1976.htm

    Zustimmung oder Ablehnung: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

{"error":["No key","No appid","No secret"]}

Der Besuch dieser Seite und aller Unterseiten ist allen Bürgern der Bundesrepublik Deutschland ausdrücklich verboten.

Wir übernehmen keine Haftung für auf dieser Seite und allen Unterseiten veröffentlichten Beiträge und Kommentare.

Sollten Sie diesen Bedingungen nicht zustimmen, verlassen Sie diese Seite umgehend.

Post to Twitter

AWSOM Powered