“Outing” von BNP-Mitgliedern in England

21. November 2008 in Europa

In Rechtsstaaten steht es für gewöhnlich jedem Bürger frei, sich nach eigenem Gutdünken seine Weltanschauung zurechtzulegen ohne dadurch Nachteile befürchten zu müssen. Wer sich zweimal überlegen muß seine Weltanschauung öffentlich zu machen, weil er dadurch Repression zu fürchten hat, kann sich sicher sein nicht in einem Rechtsstaat zu leben. Im Dritten Reich waren vor allen Dingen Kommunisten von dieser Sorge betroffen, da ein “Outing” zumindest den Verlust des Arbeitsplatzes bedeutet hätte. Glücklicherweise leben wir in einem Rechtsstaat, sodaß ein “Outing” nur noch den Verlust des Arbeitsplatzes und die gesellschaftliche Isolation bedeutet. Was ein Fortschritt.

Ähnliche Sorgen dürften sich derzeit wohl etwa 13.500 Mitglieder der British National Party (BNP) machen, deren Namen, Adressen, Telefonnummern, ePost-Adressen, etc. nun in einer Art “schwarzer Liste” im Internet zu finden sind. Die gleichen Medien, die immer ein Weinkrämpfe ausbrechen, wenn mal einer der ihren auf einer Liste auftaucht, lachen sich jetzt natürlich ins Fäustchen. Der Spiegel schreibt: “Damit wurden Unterstützer und Sympathisanten der rechtsextremen Partei entlarvt… Für sie könnte das ungewollte Outing ernste Konsequenzen bedeuten, mutmaßen britische Zeitungen. Ihre Jobs seien gefährdet, in ihrem Bekanntenkreis müssten sie mit Anfeindungen rechnen.”

Inmitten der Namen auf der Liste befinden sich Lehrer, Soldaten, Polizisten und sogar einer der Diener der britischen Königin und ein mittlerweile pensionierter Pförtner des Königspalasts.

Während ein derartiges “Outing” bei den Betroffenen natürlich für Probleme sorgen kann, ist es zugleich eine große Chance. So merken viele Menschen, daß sie mit ihren Ansichten keineswegs alleine sind und daß es sich bei der BNP nicht -wie in den Medien verbreitet- um eine Partei von Asozialen und Versagern handelt, sondern um Menschen aus allen Bevölkerungsschichten. Zudem wissen Interessierte nun auch, an wen sie sich in ihrer Nachbarschaft quasi als Ansprechpartner wenden können.

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