Franz Biese – Zur Geschichte der deutschen Ostgebiete

24. November 2005 in Geschichte

I.

Einhard, der Geschichtsschreiber Kaiser Karls, gestorben 840, bezeichnet die Bewohner ostwärts der Elbe als Sclavi. Dieser Bezeichnung folgen die späteren Chronisten, indem sie in ihren lateinisch geschriebenen Chroniken die Bewohner der deutschen Ostgebiete auch Sclavi nennen; so Adam von Bremen und Helmold von Bosau. In den deutschen Übersetzungen dieser lateinisch geschriebenen Chroniken wurde das Wort Sclavi stets mit den Worten Wenden oder Wandalen übersetzt. Dieses galt bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bis zu der Zeit, in der der deutsche zu den Polen übergelaufene G. Samuel Bandtke die Behauptung aufstellte, daß das Wort Sclavi mit Slawen zu übersetzen sei. Es ist ein höchst eigenartiger Vorgang, daß sich diese Meinung Bandtkes trotz erheblicher Einwände fachmännischer deutscher Geschichtsforscher allmählich durchgesetzt hat und dann nach 1850 dahin noch gesteigert wurde, daß nunmehr auch schon im lateinischen Wortlaut der Chroniken das c des Wortes Sclavi als “störend”, wie Schmeidler schreibt, fortgelassen wird; das ist eine eindeutige Urkunden? und Geschichtefälschung.

Diese Darstellung habe ich dem von dem Etymologen Professor Dr. Walther Steller geschriebenen Buche “Name und Begriff der Wenden (Sclavi)” entnommen, in dem der Beweis erbracht wird, daß das Wort Sclavi nichts anderes als Heiden bedeutet und in den deutsch geschriebenen Chroniken mit Wenden übersetzt wird, das wiederum vom Namen der Wandalen abgeleitet wird und Wandalen bedeutet.

II.

Die genannten Chronisten, die über den Zeitraum vom 9. bis 12. Jahrhundert berichtet haben, bezeichnen die damaligen Bewohner der deutschen Ostgebiete aber nicht nur als Sclavi, sondern geben gleichzeitig auch ihre germanischen Stammesnamen an, woraus eindeutig und einwandfrei hervorgeht, daß die Sclavi zugleich auch Angehörige germanischer Stämme waren.

1. So bezeichnet E i n h a r d die Bewohner ostwärts der Elbe nicht nur als Sclavi, sondern das Land, in dem diese wohnen, als Germania, als Land der Germanen. Seine Gewährsleute werden also diese Germanen und besonders die Heruler mit dem Beinamen A(O)botriten, die mit Kaiser Karl zeitweise verbündet waren, aus eigener Anschauung gekannt haben.

Die Heruler waren ein germanischer Volksstamm und um das Jahr 100 v. u. Ztr. von der Insel Schonen auf das Festland gezogen, auf dem sie sich zwischen Elbe und Ostsee, also im späteren Ostholstein und Mecklenburg, niedergelassen haben. Von hier sind Teile von ihnen im dritten Jahrhundert u. Ztr. in die Gegend nördlich des Schwarzen Meeres gewandert und nördlich der Krim ansässig geworden. Infolge des Hunnensturmes im vierten Jahrhundert u. Ztr. sind sie wie die Goten westwärts gezogen und bis in die Gegend der nördlichen Theiß gelangt. Nach Procop begaben sie sich von hier im 6. Jahrhundert u. Ztr. in ihre alten Gebiete zwischen Elbe und Ostsee zurück, in denen inzwischen auch suebische oder wandalische Germanen ansässig geworden waren. Ihr Hauptwohngebiet wurde Mecklenburg. Kaiser Karl nennt in seinem Testament die Heruler auch A(O)botriten und kennzeichnet dadurch diesen Namen als Beinamen der germanischen Heruler, so daß es den geschichtlichen Tatsachen widerspricht, sie wegen dieses Beinamens als Slawen zu bezeichnen. Diesen Beinamen haben die Heruler bei ihrem Marsch durch den nördlichen Balkan wegen ihrer prächtigen Bekleidung und glänzenden Ausrüstung erhalten. Sie waren also keine Slawen. Die Heruler sollen im Balkangebiet teilweise unter christlichen Einfluß gekommen sein und sind wohl infolgedessen zeitweise Bundesgenossen Kaiser Karls gewesen. Sie wurden wohl deswegen von den heidnischen Wandalen bekämpft, bis sie wieder zur heidnischen Seite zurückkehrten und dann auch am geplanten Großangriff Göttriks gegen das christliche Frankenreich beteiligt waren.

Das ganze Gebiet zwischen Elbe und Weichsel wird von Kaiser Karl als Germania bezeichnet und aus der eigenen Anschauung seiner Gewährsleute als von heidnischen Germanen bewohnt gehalten.

Über die Bevölkerung an der Südseite der Ostsee schreibt Einhard, daß die Sclavi, die gewöhnlich Wilzen genannt werden, mit Krieg überzogen wurden. Hieraus ergibt sich unmittelbar, daß diese Sclavi mit ihrem Stammesnamen Wilzen hießen. Die Wilzen oder Liutizen gehörten zu den Herulern und wurden als Sclavi = Heiden bekämpft. Bei Einhard kennzeichnet also das Wort Sclavi keineswegs eine Völkerschaft mit ihrem Namen, sondern war eine besondere Bezeichnung, die etwas Besonderes bedeutete, nämlich Sclavi = Heiden = (Götzen) Diener, wie ich meine. Daß Sclavi = Wenden = Wandalen = Germanen keine Slawen gewesen sein können, dürfte daraus einleuchtend hervorgehen.

2. Bei Adam von Bremen, 1070, wird Jumne oder Jumneta (Vineta) in seiner lateinisch geschriebenen Chronik als von Sclavi und in den deutschen Übersetzungen als von Wenden = Wandalen bewohnt erwähnt. Sie sind zugleich Heiden, was dadurch gekennzeichnet wird, daß er berichtet, sie seien noch im Irrwahn des heidnischen Götzendienstes ?daher Sclavi = Götzendiener ? befangen und hätten den Christen den Aufenthalt in dieser Stadt nur unter der Bedingung erlaubt, daß sie ihr Christentum während ihres Aufenthaltes in dieser Stadt nicht öffentlich bekennen. Das ist eine eindeutige Kennzeichnung ihres Heidentums, während sie zugleich Wenden = Wandalen genannt werden. Adam von Bremen nennt Sclavania, das Heidenland, amplissima Germaniae provincia, also ein sehr umfangreiches Gebiet Germaniens, und sagt, es sei von Vinulern bewohnt, die früher Wandalen genannt worden sind. Dann schreibt er, daß jenseits, also ostwärts der Oder die Pomerani wohnen, die er an anderer Stelle Vinuler nennt, ein Name, der wortkundlich mit Wandalen zusammenhängt, was ihrer Stammeszugehörigkeit auch entspricht, da sie zu den Wandalen gehörten. Die Pomerani, was nur eine örtliche Bezeichnung für Meeresanwohner ist, waren also auch Wandalen?Germanen.

3. Die Chronica Sclavorum des He1mold von Bosau, 1170, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unglaublicherweise zu einer Chronica Slavorum durch Fortlassen des Buchstabens c geändert worden ist, soll, wie er schreibt, eine Darstellung der “conversio Sclavorum” oder “conversio sclavicae gentis” also der Bekehrung der von ihm als Sclavi bezeichneten Bewohner, also von Heiden oder heidnischer Stämme, sein.

Diese Geschichtsfälschung, die unter Hinweis auf die bewußt irreführende Übersetzung des in polnische Dienste getretenen G. Samuel Bandtke in späteren Nachdrucken des 19. Jahrhunderts der lateinischen Chroniken des Adam von Bremen und des Helmold von Bosau (durch das Fortlassen des Buchstabens c, also einer Änderung des sclavi in slavi) ihre Fortsetzung fand, ist eine Ungeheuerlichkeit, die heute in den ungerechtfertigten und maßlosen Gebietsforderungen der Polen ihren Niederschlag findet.

III.

Die Geschichte der Ostgermanen kann dementsprechend wie folgt zusammengefaßt werden. Nachdem die Gebiete zwischen Ostsee, Oder und Weichsel durch germanische Stämme bereits in der Zeit von 750bis 300 vor unserer Zeitrechnung erstmals besiedelt worden waren, wurde der besiedelte Raum zwischen Oder und Weichsel durch die Ost? und Südostwanderung wandalischer, und burgundischer Germanenstämme im 2. Jahrhundert v. u. Ztr. weiter ausgedehnt. Um 100 v. u. Ztr. zogen Wandalen ins Wartheland, nach Schlesien und Galizien. Im südlichen Schlesien fanden sie Kelten vor und verdrängten sie. Hier entstand der wandalische Stamm der Silinger, der späteren Schlesier. Im Nordosten muß der wandalische Siedlungsraum sich zeitweilig bis nach Südlitauen ausgedehnt haben, wie es die Wilnaer Grabfunde erkennen lassen.

Zu Beginn unserer Zeitrechnung wurden die deutschen Ostgebiete beiderseits des unteren Weichsel?Stromes von Gepiden und Goten, sowie zwischen Weichsel und Oder südlich der Ostsee von Wandalen (später Vinuler genannt), Burgunden und wieder Wandalen (Silinger), zwischen der unteren Oder und unteren Elbe von Rugiern, Herulern und Semnonen bewohnt. Die Ausdehnung der Gepiden und Goten nach Osten vor ihrem Zuge nach Südosten ist nicht bekannt. Im 2. Jahrhundert u. Ztr. wanderten sie bis zum Schwarzen Meer; in ihre Gebiete an der unteren Weichsel dehnten sich die Burgunden aus.

In der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts u. Ztr. zog ein Teil der Wandalen nach Pannonien zum Kampfe gegen die Römer. Es ist anzunehmen, daß sie von einer oberen Führung der Germanen in diesem Kampf in Ungarn eingesetzt worden sind. Ein umfangreicher Teil der Wandalen blieb im Lande und schloß sich mit den Goten zu einem Großreiche zusammen, das vom Schwarzen Meer bis zur Ostsee reichte und die Gebiete zwischen Wolga und Oder umfaßte.
Im 4. Jahrhundert u. Ztr. zogen Burgunden nach Westen; in ihre Gebiete dehnten sich die Wandalen aus, während im gleichen Jahrhundert die Goten dem Ansturm der Hunnen weichen mußten. Die Wandalen, die in dieser Zeit nach Westen und schließlich bis nach Nordafrika gewandert sind, stammten aus Pannonien und nicht aus dem Lande zwischen Oder und Weichsel. Hier vermehrten und entwickelten die Wandalen sich so kräftig, daß sie das von den Burgunden verlassene Gebiet völlig ausfüllten. Diese Wandalen haben sich vom 4. bis zum 10. Jahrhundert u. Ztr. so vermehrt und wirtschaftlich gekräftigt, daß Adam von Bremen ? wie bereits auch im latein. Urtext erwähnt ? dieses Land im 11. Jahrhundert als ein umfangreiches Gebiet Germaniens beschreibt, das reich an Menschen, Feldfrüchten und Waffen, aber nach der Völkerwanderung keineswegs von Germanen entleert gewesen ist. Dies wird schließlich auch dadurch bekräftigt, daß über eine Auswanderung von Germanen seit dem 4. Jahrhundert (durch Teile der Burgunden) und über eine Einwanderung von Sarmaten?Slawen in dieses Gebiet auch nicht die geringsten Nachrichten vorliegen. Das konnte auch nicht anders sein, da Sarmaten?Slawen im 10. Jahrhundert erst an der Weichsel aufgetaucht sind. Von einem “Slawen?Einfall 600 Jahre nach Christi” zu sprechen, ist daher durch die Tatsachen der Geschichte nicht gerechtfertigt und muß daher unterbleiben.

IV.

Ebenso wie die Sachsen und Westfalen in der Zeit seit der Vertreibung der Römer durch die Schlachten im Teutoburger Wald im Jahre 9 u. Ztr. und am Angrivarier Wall im Jahre 15/16 u. Ztr. bis zum Einbruch der fränkischen Heere Karls zu Beginn des 8. Jahrhunderts u. Ztr. in einem friedvollen Dasein sich entwickelten, so haben auch die Ostgermanen in der Zeit vom 4. bis 10. Jahrhundert u. Ztr. in Ruhe und Frieden gelebt, da der Hunnensturm südlich von ihren Gebieten vorbeigezogen ist. Erst im 10. Jahrhundert wurden sie von geschichtlichen Ereignissen ergriffen.

In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts, um 960 u. Ztr., faßte ein nordischer Heerführer aus dem norwegischen Hause der Daglinger, Dag, Dagr oder Dago genannt (die Polen haben ihm sehr viel später den Namen Mieszko oder Miescyslaw gegeben), die Germanen südlich der Ostsee und die östlich von ihnen angesessenen Sarmaten und Masowier zusammen und schuf auf diese Weise im Raume zwischen Oder, Ostsee und Bug einen germanisch beherrschten Machtbereich, den Scheel ein “Riki” nennt, ähnlich dem, das skandinavische Germanen in Rußland im Raume um Nowgorod und Kiew geschaffen haben.

Dago stand, durch Markgraf Gero gezwungen, im Lehnsverhältnis zum deutschen König. Als Gegengewicht hiergegen, wahrscheinlich aber auch als durch seine Frau, einer böhmischen Herzogstochter, neu gewonnener römischkatholischer Christ, schenkte er um 990 u. Ztr. diesen seinen Machtbereich dem Papste und wurde dadurch diesem tributpflichtig. Aus der Schenkungsurkunde hierüber gehen die Grenzen dieses Machtbereiches einwandfrei hervor. Sie verliefen von der Weichselmündung entlang ‘der Ostseeküste bis zur Dievenow, die Oder und den Bober aufwärts, entlang dem Nordrande der Karpathen, erreichten über Wislok und Wieprcz den Bug bis zur Mündung des Bobr in den Narew und folgten dann der Südgrenze der Pruzzen bis zur Weichsel und ihrer Mündung. Zu diesem germanischen Machtbereich gehörten im Nordwesten und Westen die Winuler/Wandalen (Pomeranen) und Silinger (Schlesier), im Osten bzw. im Nordosten die Sarmaten und Masowier. Es ist nicht bekannt, wann die Sarmaten, von Osten kommend, den Bug überschritten und den Raum der mittleren Weichsel erreicht haben. Der Bedeutung wegen lasse ich hier eine Kartenskizze dieses germanischen Machtbereiches mit den dazugehörigen Völkerstämmen folgen.

Dieser germanische Machtbereich wird fälschlich von allen Geschichtsbüchern, Nachschlagewerken, Landkarten usw. als Polen bezeichnet. Das ist falsch. Ebenso wird sein Gründer und Herrscher, der nordgermanische, aus dem Hause der Daglingen stammende Dag oder Dagr oder Dago mit den polnischen Namen Mieszko oder Wieczyslaw bezeichnet und ihm zugleich ein polnischer Ahn mit dem Namen Past oder Piast gegeben. Auch alles dieses ist falsch und polnische Erfindung, wohl des Bischofs Kadlubek in seiner Chronika Polonorum, zumal es in der damaligen Zeit weder ein Polen noch eine polnische Sprache gegeben hat.
Dieser germanische Machtbereich war nur von kurzer Dauer. Denn: Nachdem Dago diesen seinen Machtbereich im Jahre 990 dem Papste geschenkt hatte, wurde auch damit begonnen, die Verchristung der zu ihm gehörigen Völker herbeizuführen. Das hatte zur Folge, daß die germanisch?heidnischen Winuler (Pomeranen) sofort und die ebenso heidnischen Silinger (Schlesier) im darauf folgenden 11. Jahrhundert aus diesem Machtbereich ausschieden. Damit hatten diese germanischen Stämme diesen Machtbereich verlassen, so daß er nur noch aus Sarmaten und Masowiern bestand, die das Christentum willig annahmen. Hiermit war auch die endgültige Trennung zwischen germanischen und sarmatisch?slawischen Völkern für alle Zeiten herbeigeführt. Hieran änderten spätere zeitweilige polnische Lehnshoheiten nichts, wie es auch den Nachfolgern Dagos nicht gelang, das Land der Pomeranen wieder zurückzuerobern. Auf alle Fälle waren die Bevölkerungen, die Pomeranen und Silinger, die Pommern und Schlesier, für alle Zeiten germanisch?deutsch.

V.

Das allmählich sich bildende Staatswesen der Sarmaten wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von dem Bischof Kadlubek, dessen Name Franz Wolff von Gottlobonis, dem Sohne des Deutschen Gottlob, ableitet, in seiner Chronica Polonorum 1218 erstmalig Polen genannt, was Ende des 14. Jahrhunderts staatlich bestätigt wird. Erst jetzt war dieses Polen vorhanden; erst von jetzt ab kann von Polen und einem Staate Polen gesprochen werden.

Dieser neue Staat Polen ging nunmehr daran, sich eine Geschichte zu schaffen. Das versuchten die Polen dadurch zu erreichen, indem sie auch in Ostgermanien, das sie niemals besessen haben und wohin sie niemals gekommen sind, den Menschen, Fluren und Ortschaften polnische Namen beilegten, was auch nur soweit Gültigkeit hat, wie die deutsche Flurnamenforschung diesen nicht selbst falscherweise polnische Ursprungsnamen gegeben hat. Mit der Zulegung polnischer Namen fingen sie folgerichtig gleich bei dem ersten, wenn auch germanischen Herzog an, indem sie dem Dag, Dagr oder Dago den Namen Mieczyslaw gaben, mit dem Erfolge, daß in allen deutschen Geschichtsbüchern, Nachschlagewerken und Landkarten wie der Machtbereich des Dago mit Polen so auch sein nordisch?germanischer Herzog mit dem polnischen Namen Mieczko oder Mieczyslaw versehen wird. Alles dieses widerspricht den Tatsachen der Geschichte und muß baldigst ausgemerzt und berichtigt werden. Im Ploetz von 1960 heißt es wenigstens, daß die Versuche einiger polnischer Forscher, die Urheimat der Slawen?Polen in die Gebiete zwischen Weichsel und Elbe zu verlegen, haltlos und mißglückt seien. Das entspricht, wie ich auch vorstehend nachgewiesen habe, den Tatsachen der Geschichte. Die Entstellung dieser Tatsachen ist mindestens ebenso groß wie die Entfernung der Elbe von der russischen Steppe nördlich des Kaukasus, wo die Sarmaten, dann Polen, tatsächlich ihren Ursprung haben. Im Sinne aller dieser Fälschungen aller Namen der Germanen dieses Gebietes wurden nicht nur die Piasten erfunden, sondern erhielten auch Herzöge und Heerführer der Heruler, Pomeranen und Silinger von den Polen polnische Namen, die diese germanischen Gestalten niemals getragen haben, sie aber als Polen erscheinen lassen, was sie niemals gewesen sind.

In gleicher Weise sind die Polen auch gegenüber allen Gebieten und Örtlichkeiten verfahren, die sie jemals für sich beansprucht haben, indem sie ihnen völlig willkürlich auch polnische Namen gaben. Hieraus ist die unbedingte Folgerung zu ziehen, daß polnische Namen in den Gebieten des deutschen Ostens nicht das Geringste für eine polnische Abstammung der Menschen oder für eine frühere Zugehörigkeit dieser Gebiete zu einem polnisch?slawischen Lande aussagen. Es ist höchste Zeit, daß die deutsche Flurnamenforschung dem Verfahren ein Ende bereitet, Orten und Fluren Namen polnischen Ursprungs zu geben, nur weil sie infolge der gefälschten Überlieferungen meint, daß diese Örtlichkeiten in einem früher polnisch gewesenen Gebiet lägen und d a h e r polnisch gedeutet werden müßten!

VI.

Nachdem die Westgermanen Alemannen, Friesen, Thüringer, Hessen, Sachsen in etwa drei Jahrhunderten bis zum Ende des 8. Jahrhunderts dem Christentum unterworfen und die Christenheere Kaiser Karls an der Unterelbe eingetroffen waren, sollte das Christentum nunmehr ostwärts über die Elbe den dort wohnenden heidnischen Ostgermanen beigebracht werden. Hieraus sind die Kämpfe der nächsten Jahrhunderte gegen die heidnischen Ostgermanen, die Sclavi, die Götzendiener, entstanden, die in dauerndem Wechsel zwischen Angriff, Abwehr und Gegenangriff bis zum 12./13. Jahrhundert u. Ztr. gedauert haben. Gegen Anfangserfolge der Christenheere brach im Jahre 983 ein allgemeiner Aufstand der Sclavi, der Heiden, gegen die christliche Herrschaft aus und warf diese in ihre Ausgangsstellungen an der Unterelbe wieder zurück. Auch diese Kämpfe werden in allen Geschichtsbüchern als Aufstände der Slawen gegen die germanischen Eindringlinge dargestellt. Auch diese Darstellung ist falsch; denn es waren reine Religionskämpfe, in denen die Sclavi = die Heiden == Wenden == Wandalen == Germanen, Ostgermanen, sich vom Christentum der Westgermanen und seiner Herrschaft wieder befreiten.

Nun rüsteten die christianisierten Bewohner Westgermaniens in breitem Ausmaße zu stärkeren Angriffen gegen die Heiden des Ostens. Hieraus entstanden schwere Kämpfe, durch die die heidnischen Ostgermanen schließlich dem Christentum unterworfen wurden. Infolge der hierbei erlittenen hohen Verluste bot das Land viel Platz und wurde von den siegreichen Christen mit ihren Ritterheeren, Klöstern, Mönchen und ihren Gefolgsleuten besetzt und besiedelt. Ihnen folgten bald weitere westdeutsche Siedler, die als Colonen Bauernhöfe erhielten. Hieraus und den übrigen falschen Geschichtsüberlieferungen wurde dann ? unter Verfälschung der Bedeutung des Wortes Colon ? irrtümlich oder böswillig der Begriff einer deutschen Kolonisation des eroberten Landes und die falsche Auffassung entwickelt, daß es nach der Vertreibung der Slawen kolonisiert werden mußte, während es tatsächlich durch die Ostgermanen reiche Feldfrüchte trug und in guter Kultur gestanden hat.

Es waren Westgermanen, Deutsche, die in ihren Kämpfen zur Verbreitung des Christentums die heidnischen Ostgermanen unterwarfen, nicht aber Kämpfe, durch die Slawen?Polen vertrieben wurden, da es diese in den deutschen Ostgebieten nicht gegeben hat. Nicht Slawen?Polen sind hier vertrieben worden, da diese Gebiete nicht von ihnen bewohnt waren, sondern Sclavi = Heiden = Germanen wurden dem Christentum unterworfen. Infolgedessen können die Polen mit ihrer Behauptung, sie seien von den Germanen in diesen Zeiten aus ihrer damaligen Heimat vertrieben worden, Ansprüche auf eine “Wieder”erlangung nicht ableiten, da es ihre Heimat niemals gewesen ist. Vielmehr lag die Westgrenze ihrer Heimat damals tatsächlich über 300 km ostwärts der Elbe und etwa 200 km ostwärts der Oder!

Die Ostgermanen bzw. die Deutschen der deutschen Ostgebiete haben bis zu ihrer Vertreibung im Jahre 1945 zum Teil über 2 500 Jahre ununterbrochen in ihrer Heimat gesessen.

Franz Biese
Erschienen im Hans Pfeifer Verlag – Hannover 1970

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3 responses to Franz Biese – Zur Geschichte der deutschen Ostgebiete

  1. Nun, wenn es einem nützt, verdreht man die Geschichte, es finden sich immer genügend, die den Mist dann auch noch glauben.Diese Thematik in Verbindung mit ungerechtfertigten Wiedergutmachungszahlungen, statt an Herausgabe und Wiedergutmachung für Hinterbliebene und Überlebende der Deportationen und Massentötungen zu denken, zeigt nach wie vor, wie wenig man auf Völkerecht geben kann, im heutigen Weltgefüge. Polen wird nie freiwillig den menschenverachtenden Landraub mit all seinen millionenfachen Auswirkungen für unser Volk zugeben, vor allem nicht, wenn deutsche Politiker dabei helfen, diesen zu leugnen und zu vergessen, obwohl diese einmal anders sprachen.

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  2. Das beste was ich je an erklärung zum deutschen osten gelesen habe !!!

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  3. a said on 14. Juni 2010

    Den Autor hat die Tableten vergesen.
    So viel Quatsch auf einmal habe ich noch nie gelesen

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