Es war der Tag, an dem sich alles für uns änderte. So dunkel der November nördlich der Alpen auch ist, jener Tag sollte der lichteste Tag werden für das deutsche Volk, das für eine Ewigkeit verurteilt schien, aufgespalten in zwei Staaten, gewaltsam voneinander getrennt zu leben: der 9. November 1989.
Ein 167 Kilometer langes Bauwerk aus Beton machte den Westteil der heutigen Hauptstadt Berlin zu einer Insel in der sozialistischen Diktatur DDR. Eine 1.378 Kilometer lange und 500 Meter tiefe Sperrzone mit übermannshohem Stahlzaun und Todesstreifen trennte nicht nur die Deutschen, sondern zwei feindlich sich auf deutschem Boden gegenüberstehende waffenstarrende Militärbündnisse: die von den USA geführte westliche Nato und den von der Sowjetunion beherrschten Warschauer Pakt.
Über 1.000 Deutsche, die den Versuch unternahmen, Mauer oder Sperranlagen zu überwinden, verbluteten im Stacheldraht oder starben im Kugelhagel – so wie zuletzt der 20jährige Chris Gueffroy, der am 6. Februar 1989 in Berlin von zehn Kugeln durchsiebt wurde.
Die Mauer schien Symbol eines Urteils der Geschichte über uns, eines Urteils infolge des moralischen Bankrotts, den Deutschland unter der nationalsozialistischen Diktatur erlitten hat. Die Teilung wurde gedeutet als zu tragende Strafe für die Schuld, die die Deutschen im Dritten Reich kollektiv auf sich geladen hätten.
Warnung vor der „Versuchungen eines deutschen Sonderwegs“
Die Zweistaatlichkeit, die brutale Trennung eines Volkes, wird am Ende in der Bundesrepublik von der tonangebenden politischen Klasse als segensreich gedeutet. So etwa der „konservative“ Historiker Michael Stürmer, dessen Mantra die Warnung vor den angeblichen „Versuchungen eines deutschen Sonderwegs“ war, womit er schlicht die Einheit der deutschen Nation als Europa gefährdendes Ziel verwarf.
Die Deutschen als „von der Geschichte widerlegtes Volk“ (Otto Westphal)? Angesichts der Zäsur von 1933/45 hat man beiderseits des Eisernen Vorhangs versucht, eine neue, von nationaler Kontinuität losgelöste Identität, neue Geschichtsbilder zu konstruieren. In der DDR mündete dies über den Mythos des Antifaschismus in die Proklamation einer sozialistischen Nation „DDR“.
Als das nicht ausreichte, bemühte sich in den achtziger Jahren Honecker, von Luther bis Bismarck plötzlich eine positive deutsche Geschichtstradition zu reklamieren. Das hatte Gründe: In Umfragen gaben bis zuletzt die Deutschen in Ost wie West unverdrossen zu 80 Prozent dem innigen Wunsch nach Wiedervereinigung Ausdruck.
In Westdeutschland wurde über das Faktum des Untergangs des Dritten Reiches hinaus das Jahr 1945 seit den siebziger Jahren zum Endpunkt der deutschen Geschichte stilisiert. Von Habermas bis Kohl sah man das „Ende der Nationalstaaten“ gekommen und die postnationale BRD als Prototyp einer neuen Ära.
Man sah das „ruhelose Reich“ (Stürmer) glücklich überwunden, flüchtete sich in multikulturelle Phantasien. Westdeutschland hatte es sich im weltpolitischen Windschatten des Eisernen Vorhangs regelrecht bequem gemacht. Die Last der Teilung trugen die Mitteldeutschen in der DDR.
Die CDU war im Sommer 1989 unter Generalsekretär Heiner Geißler so weit, das Ziel der Wiedervereinigung aus dem Grundsatzprogramm zu streichen. Helmut Kohl hatte Debatten über eine aktive Deutschlandpolitik verhindert, bis die historische Stunde ihn zwang, „Kanzler der Einheit“ zu werden.
Insofern überrollten die historischen Ereignisse des Herbstes 1989 nicht nur eine sklerotische kommunistische Führung in der DDR, sondern auch die westdeutsche politische Klasse, die sich von der Nation längst verabschiedet hatte und auf die Wiedervereinigung nicht vorbereitet war.
Die Einheit erkämpft haben die heldenmütigen Deutschen in der DDR, die sich ein Herz faßten und immer zahlreicher auf die Straße gingen in einem Staat, der 200.000 Mitarbeiter eines „Staatssicherheitsdienstes“ zählte, um seine Bürger von der Selbstbestimmung abzuhalten.
Es flossen Tränen, kein Blut
Wie in einem Crescendo wuchs der Mut: Den Anfang machten Flüchtlinge, die in wachsender Zahl über die löchriger werdende Grenze des „Eisernen Vorhangs“ in Ungarn flohen. Der Strom der Flüchtlinge schwoll immer mehr an. Bei den Montagsdemonstrationen in Leipzig wurde der Ruf „Wir sind das Volk“ geboren, aus dem sich 1990 „Wir sind ein Volk“ formte. Diese Deutschen erzwangen den Mauerfall und die Einheit.
Die Wucht der Ereignisse, die Tapferkeit der Menschen, die Glückseligkeit sind es, die uns ungebrochen mitreißen: Das Wunder des 9. November 1989 ist, daß an diesem Tag nicht Blut floß, sondern die Tränen von Millionen Landsleuten, die sich als Wildfremde und plötzlich Vertraute an den Grenzübergängen spontan in die Arme schlossen und immer und immer wieder „Wahnsinn“ stammeln mußten angesichts einer tonnenschweren Last, die in Form der Mauer nicht nur physisch vor ihren Augen zusammengebrochen, sondern sich auch von den Seelen von 80 Millionen Deutschen gewälzt hatte.
Die Ereignisse seit 1989 zeigen, daß nationale Zugehörigkeit nicht zu ersetzen ist durch postnationale „Werte“. Was aber ist eine Nation? „Eine Nation ist eine große Gemeinschaft, begründet im Gefühl der Opfer, die man gebracht hat, und derjenigen, die man noch zu bringen bereit ist; sie setzt eine gemeinsame Geschichte voraus; (…) die allgemeine Zustimmung, den deutlich ausgedrückten Wunsch, das gemeinsame Leben fortzusetzen.“ (Ernest Renan) Der 9. November 1989 ist der glücklichste Tag der deutschen Geschichte.
Die Wunden der Nation schließen sich
Deutschland ist seitdem enger zusammengewachsen. Atemberaubende Aufbauleistungen wurden vollbracht. Die Wunden der Nation schließen sich symbolisch im Wiederaufbau der Frauenkirche oder der kommenden Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses.
Seit 20 Jahren ist Deutschland als Subjekt in die Geschichte zurückgekehrt. Heute ergreift eine Generation Studium und Beruf, die die Teilung aus eigenem Erleben nicht mehr kennt. Die Trennung, sie überlebt in Erinnerung oder Nostalgie der Eltern. In der neuen Generation liegt die Hoffnung des jungen Deutschland. Sie schreiben die deutsche Geschichte fort. Es ist ihre Aufgabe, an einer Regeneration mitzuwirken und die vernachlässigten Fundamente der Nation zu erneuern.
Dieter Stein
Die Mauer fiel eigentlich schon wegen des Zivilcourage der Mitteldeutschen.
Aber auch weil die Juden der UdSSR den Kommunismus zuhause stürzen wollten, um das nachsowjetische Russland erbarmungslos auszuplündernm, und weil Sowjetrussland antizionistische und pro-arabische Aussenpolitik betrieb.
Der Mauerfall brachte das Ende des Bolschewismus, und damit das Chaos, wo dieses Volk dann wüten konnte.
Wir dürfen niemals glauben, dass die Hebräer eine echte arische Wiedergeburt friedlich erlauben werden. 9.11.89 war im jüdischen Interesse. Jener Tag brachte auch die Verwestdeutschung der DDR, er brachte Türken und die Fänge der EU.
“In der Politik gibt es keine Zufälle” — FD Roosevelt (Weltmeister der fiesen Politik)
Zustimmung oder Ablehnung:
3
3
Dieter Stein beschreibt schön und zutreffend die kleindeutsche Wiedervereinigung. Ich stimme ihm zu: …daß nationale Zugehörigkeit nicht zu ersetzen ist durch postnationale „Werte“.
Ich stimme ihm nicht zu: In der neuen Generation liegt die Hoffnung des jungen Deutschland. Denn die neue Generation heißt Türken. Das ist genauso schmerzlich, (die Zerstörung der Volksgemeinschaft) wie die Spaltung durch den Mauerbau am 13. August 1961. Die Deutschen haben seit dem 9. November 1918 ein schweres Los: Nicht die, die am Mauerbau Verantwortlichen rissen sie aus Einsicht nieder, nein, sondern der beengte Volksgenosse! Ich habe Kanzlerin Merkel nicht finden können, wie sie sich unter Landsleuten händeschüttelnd bedankt. Wir müßen lernen, das was von der Politikerkaste kommt, zu ignorieren, ja zu mißtrauen. Ich glaube sogar, daß die Mitteldeutschen nocheinmal gefordert werden.
Zustimmung oder Ablehnung:
4
3
Ein sehr pathetischer Artikel.
Was will uns der Autor eigentlich mitteilen?
Nachdenklich stimmt mich schon alleine daß er in das offizielle Horn tutet und die teilweise Wiedervereinigung unter Ignoranz von Pommern, Schlesien und Ostpreußen beschönigend als Wiedervereinigung bezeichnet womit er so tut als sei sie damit abgeschlossen.
Beliebt. Zustimmung oder Ablehnung:
8
1
@ Me262:
Dem pflichte ich bei, und füge noch hinzu, dass wenn die BRD nicht so eine offensichtliche Kolonie von USrahölle wäre, Oesterreich auch dabei wäre. Ich war mit einer Tirolerin verheiratet und kann versichern, dass Oesterreich ungerne ein kleines Land der Zuschauer ist. Es war 800 Jahre lang ein “Player” in der europäischen Geschichte.
Wenn es wieder eine echte deutsche Nation gibt, wird Oesterreich wieder echt deutschnational denken. Aber auch der Haider wollte von einem Anschluss an die BRD nichts wissen. Wetten, dass die Deutschen der DDR ihren Anschluss 1990 auch immer mehr bereuen.
Das Reich ist das hehre Ziel, und ein pan-arischer Weltbund gegen China, Islam und Israel.
Zustimmung oder Ablehnung:
3
2
Dieter Stein ist ein mieser,feiger Staufenberg Anbeter, dem ich das Recht abspreche im Deutschen Namen zu schreiben.Er bezeichnet sich als Konservativ. Konservativ? was gibt es an diesem Dreck heute um uns herum, zu Konservieren.
Dann lieber eine echte deutsche REVOLUTION wie die von 33′.
Zustimmung oder Ablehnung:
3
2