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30. July 2010

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“Lebt denn der alte Mannmichl noch” – Taz-Interview mit Passaus Lebkuchenmanni

shrek-gingy

Am 13. Dezember 2008 will der Passauer Polizeichef Alois Mannichl von einem ominösen Neonazi mit Schlangen-Tattoo niedergestochen worden sein. Umgehend nach der Tat wurde eine 50-köpfige Sonderkommission errichtet, um den Schlangen-Nazi zu fangen, doch trotz einer Belohnung in Höhe von 20.000 Euro gab es weder Hinweise noch irgendeinen Ermittlungserfolg, was Bayerns Innenminister Herrmann natürlich nicht davon abhielt den Wunsch nach einem Ende der Parteienfinanzierung für die NPD zu prüfen. Zudem erarbeitete der Bayerische Landtag ein Präventionskonzept gegen Rechtsradikalismus. Interessant an dem Vorfall war, daß es sich bei der Tatwaffe um ein Lebkuchenmesser handelte, das von Mannmichls Ehefrau im Garten vergessen wurde. Da kann der Schlangen-Nazi ja von Glück reden, daß er vor der Tat erst in Mannmichls Garten spazieren ging (ohne Spuren zu hinterlassen) und dort eine Waffe fand. Auch der leitende Staatsanwalt und mehrere von Mannmichls Kollegen hegten deutliche Zweifel an der offiziellen Tatversion.

Für Mannmichl ist dies freilich kein Grund, von seiner Version abzuweichen. Auf Nachfrage der Taz was denn genau passiert sei, möchte Mannichl nichts sagen: “Das ist Teil der laufenden Ermittlungen. Dazu möchte ich nichts sagen.” und weil man als Polizeibeamter darüber nicht spricht, fährt Mannichl später im Interview fort: “Ich habe dem Täter in die Augen gesehen. Mit welchem Hass in seiner Stimme der mich angebrüllt hat: ‘Schöne Grüße vom nationalen Widerstand!’ Und wie er mit dem Messer auf mich losgegangen ist! Ich bin mir sicher, dass ein rechtsmotivierter Hintergrund besteht.”

Auch auf die Frage, was Mannichl denn von dem Schwenk in der öffentlichen Wahrnehmung hält, möchte er nicht antworten: “Ich möchte das nicht kommentieren.” und weil er das nicht möchte, fährt er auch hier wieder fort: “Mir war ja klar, dass irgendwann die Spekulationen anfangen, wenn kein Täter gefunden wird. Aber mit dieser Heftigkeit habe ich nicht gerechnet. Meine Familie und ich wurden quasi zu Tätern abgestempelt. Dagegen musste ich mich wehren. Genauso wie ich mich gegen Lügen im Internet wehre.”

Zu den Lügen im Internet soll auch die These einer Bezeihungstat zählen. Dabei hatten es Mannichls Untergebene bei der Passauer Passau es wahrscheinlich nur versehentlich unterlassen, Menschen aus Mannichls Umfeld zu befragen, was erst Wochen nach der Tat durch das Landeskriminalamt geschah. Angeblich hätten sich Mannichls Untergebene eine Befragung seiner Angehörigen nicht “getraut”. Warum eigentlich nicht? Dabei sollte doch gerade der Chef froh sein, wenn seine Untergebenen auch in seinem Fall eine erstklassige Ermittlungsarbeit nach allen Regeln leisten. Stattdessen wurde wochenlang mit Phantombildern nach den Tätern gesucht, die sich an einer nahegelegenen Tankstelle aufgehalten haben sollen. Daß die Überwachungsvideos der Kameras sich mit den Phantombildern spielte dabei keine Rolle. Stattdessen wurden zwei Personen aus dem 200 Kilometer entfernten München festgenommen, die um 17.30 Uhr Mannichl niedergestochen haben sollen und bereits um 18.00 Uhr schon wieder in München überwacht wurden.

Auch ist weiterhin unklar, ob Mannichl nun trotz Messer im Bauch den Täter verfolgt hat, wie er selbst behauptet, oder ob er wie andere Quellen behaupten, auf der Stelle zusammengebrochen ist. Natürlich können wir uns durchaus vorstellen, daß Mannichl ein Superheld ist, der selbst mit einem Messer neben dem Herzen noch auf Verfolgungsjagd geht, aber dann muß man sich auch andere Vorstellungen durchaus gefallen lassen: “Noch peinlicher wäre es, wenn die einzige Frau Zeugin (Beruf: Altenpflegerin) zufälliger Weise bei der Frau Mannichl (Firma für Kranken- und Altenpflege (siehe http://pflegedienst-fuerstenzell.de/ ) beschäftigt wäre. Wenigsten würde sich so der Lebkuchen-Kreis schliessen…”, schreibt ein Kommentator auf dem JuraBlog.

Siehe auch:
Der Nonkonformist: Archiv

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Kommentare

7 Kommentare zu ““Lebt denn der alte Mannmichl noch” – Taz-Interview mit Passaus Lebkuchenmanni”

  1. Me262 sagt:

    Soso, Mannichl wehrt sich also gegen “Lügen im Internet”.

    Dann verklagen Sie mich mal, Herr Mannichl, denn ich behaupte hier und jetzt öffentlich daß es diesen angeblichen Überfall eines Rechtsextremisten auf Sie nicht gab.

    Ihnen ist aber sicher auch klar daß Sie wenn Sie mich verklagen auch beweisen müssen daß ich gelogen habe. Und welchen Beweis gibt es denn eigentlich für diesen Überfall außer Ihrer Aussage?

    Beliebt. Zustimmung oder Ablehnung: Thumb up 13 Thumb down 2

  2. Friedrich Wilhelm sagt:

    Aus Angst, haben die Untergebenen nicht die Familie des Lügners befragt!!!

    Bananen Republik Deutschland!

    Beliebt. Zustimmung oder Ablehnung: Thumb up 10 Thumb down 0

  3. Verandi sagt:

    Me262 sagte::


    Ihnen ist aber sicher auch klar daß Sie wenn Sie mich verklagen auch beweisen müssen daß ich gelogen habe. Und welchen Beweis gibt es denn eigentlich für diesen Überfall außer Ihrer Aussage?
    Zustimmung oder Ablehnung: 3  0

    Vorsicht!!!

    Es gibt in der BRD so komische Gesetze wie den Paragraphen § 130…, da muss man absolut Nix beweisen…

    …da muss man nur glauben…genau wie vor 376 Jahren zu Zeiten der Inqusition.

    Hier ein Auszug aus der von der Inquisition erzwungenen Abkehr Galileis von seiner Lehre:

    „Ich, Galileo Galilei aus Florenz, meines Alters 70 Jahre, persönlich vor Gericht erschienen und vor Euch kniend, Erhabenste und Hochwürdigste Herren Kardinäle, Generalinquisitoren in der gesamten Christenheit wider die ketzerische Verderbnis, …

    schwöre, dass ich allezeit geglaubt habe, gegenwärtig glaube und mit der Hilfe Gottes in Zukunft alles glauben werde, was die Hl. Katholische und Apostolische Kirche für richtig hält, predigt und lehrt.

    Weil ich aber von diesem Hl. Offizium … dringend der Ketzerei verdächtig befunden worden bin, nämlich aufrechtgehalten und geglaubt zu haben, dass die Sonne Mittelpunkt der Welt sei und still stehe und dass die Erde nicht Mittelpunkt sei und sich bewege, und weil ich diesen heftigen Verdacht, der rechtens auf mich fällt, tilgen will, schwöre ich aufrichtigen Herzens und ungeheuchelten Glaubens ab, verfluche und verabscheue die oben genannten Irrtümer, Ketzereien …, und ich schwöre, dass ich künftig niemals wieder, in Wort oder Schrift, Dinge sagen noch behaupten werde, für welche ähnlicher Verdacht gegen mich geschöpft werden könnte…

    Ich, oben genannter Galileo Galilei, habe abgeschworen, geschworen, gelobt und mich verpflichtet wie vorstehend; und in Beurkundung der Wahrheit habe ich mit eigener Hand das vorliegende Schriftstück meiner Abschwörung unterschrieben und sie Wort für Wort gesprochen;

    zu Rom; im Kloster der Minerva, am 22. Juni 1633 “

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  4. Unglaublich, dass dieser Psychopath (ich sage das, weil das luegenhafte Mitleiderheischen ein klassisches Kriterium der Psychopathologie-Diagnose ist) noch Polizeichef ist wenn sogar das gehirngewasche Publikum einen “Schwenk” gegen ihn macht!

    Die Besatzungsrepublik wird zu einem einzigen Tollhaus.

    Aber wir hier in den USA stehen euch in nichts nach.

    Hier ist ein illegaler Einwanderer aus Afrika und Nichtstaatsbuerger (Marionetten-) Praesident!

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  5. Dr_nat_Fake sagt:

    Es ist geradezu unglaublich mit welcher Beharrlichkeit diese Irsinns-Märchengeschichte weiter “verfolgt” wird. Selbst dem Dümmsten scheint mittlerweile zu “dämmern”, dass hier von einer “Beziehungstat” im Familienumfeld oder der Nachbarschaft ausgegangen werden kann.

    Nur – zugeben werden das die Systemmedien und die Ermittlungsbehörden nie: Der Schaden und der Ansehensverlust wären gigantisch.

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  6. Lodmund der Alte sagt:

    @ Dr_nat_Fake:
    Haben Sie das Zwiedenken vergessen, Winston?
    Nichts für ungut…

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  7. [...] Helmut Walch. Mannichl hatte Walch und der Sonderkommission schlampige Ermittlungsarbeit vorgeworfen, woraufhin Walch entgegnete, daß nicht die Ermittlungsarbeit schlampig war, sondern Mannichl alle [...]

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