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30. July 2010

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Michael Winkler: Lagebestimmung

Die Frage, die sich an jedem Jahresende stellt, lautet: Stehen wir besser oder schlechter da als zu Jahresbeginn? In den letzten Jahren lautete die Antwort in gleichbleibender Langweiligkeit: Schlechter als zu Jahresbeginn, aber besser, als damals befürchtet. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem jederzeit alles passieren kann. Jede Weltregion birgt ihre eigenen Gefahren und überall brennen die Lunten am Pulverfaß. Meine Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Kanzleramt

Na, wie lange macht sie es noch? Frau Mißerfolg, Frau Mißlungen, die arbeitscheueste Kanzlerin der Welt? Ich weiß, es kommt laut Sprichwort nichts Besseres nach, aber selbst der CDU dürfte es schwer fallen, eine(n) noch Schlechtere(n) zu finden. Sicher, Seehofer stünde bereit, aber den brauchen wir dringend, um Bayern und die CSU zu ruinieren. Dabei konnte die CSU einstmals vor lauter Kraft kaum laufen und in der CDU traten sich die möglichen Kanzlerkandidaten gegenseitig die Füße platt.

Wer in der CDU könnte noch? Roland Koch kann froh sein, daß eine Frau Ypsilanti sich eingebildet hatte, ihr Kopf sei dicker, härter und dümmer als eine Mauer, und die Mauer würde als die Klügere schließlich nachgeben. Dieter Althaus hat sich beim Skifahren aus dem Rennen geworfen, Peter Müller sich nach Jamaika gebracht und Ole von Beust liegt mit den Grünen im Bett. Da bleiben nur zwei Namen im Topf: Jürgen Rüttgers und Christian Wulff. Den einen braucht die CDU dringend, um die Bundesratsmehrheit und die Regentschaft in Nordrhein-Westfalen zu erhalten. Ständige Wechsel in NRW sind ungesund, das mußte schon die SPD feststellen. Rüttgers ist damit draußen, denn wenn er gewinnt, muß er NRW für die CDU halten, verliert er, darf er vielleicht Minister, aber keinesfalls Bundeskanzler werden. Bleibt also nur Wulff.

Wer löst den Kanzlersturz aus? Mit Sicherheit nicht die CSU, denn die hat genug eigene Probleme verursacht, ohne über das Personal zu deren Lösung zu verfügen. Seehofer ist fast so gefährdet wie Merkel, es fehlen jedoch die Köpfe für eine Nachfolge. Daß sich ein Dr. Markus Söder für befähigt hält, zeigt die ganze Misere der CSU. Die klassische Umsturzpartei FDP ist unter Westerwelle handzahm. Die Partei mußte elf Jahre ohne Dienstwagen auskommen, sie hat die nächsten Monate genug damit zu tun, den Unterschied zwischen eigenen Luftschlössern und der ausgemerkelten Realität zu begreifen.

Bleibt also nur die CDU selbst. Der Kanzlerwahlverein möchte seine Pfründe erhalten, eben das Kanzleramt. Die ach so glanzvolle Wiederwahl von Merkel ist eher der furchteinflößend formlosen SPD zu verdanken, als in auch nur der kleinsten eigenen Leistung begründet. Seit sich die Vorsitzende im Kanzleramt ausruht, verlieren die Landesverbände der Union bei den Wahlen gerne in zweistelligen Prozentzahlen. Sollte NRW verloren gehen, wird die CDU, sofern es darin überhaupt noch Leute mit Selbstachtung gibt, die Messer wetzen.

Aber selbst, wenn sich Rüttgers halten kann, ist Merkels Ruhesessel keinesfalls sicher. Was diese Frau in den letzten vier Jahren versäumt hat, könnte selbst ein Otto von Bismarck kaum in dieser Zeit wieder aufholen. Der Eine, der es geschafft hat, benötigte dafür ein Ermächtigungsgesetz und darf heute nicht als positives Beispiel genannt werden. Die CDU ist ein Kanzlerwahlverein, solange dies der größten Menge an Parteifreunden die Dienstwagen sichert. Sollte es im Volk unruhig werden, wird daraus schnell ein Kanzlerinnensturzverein. In der CDU herrschen die Regeln des Mikado, wonach verliert, wer sich zuerst bewegt. Mittlerweile gibt es jedoch genügend Leute, die ihre Karriere auch dank Merkel hinter sich haben und den Dolch längst im Gewande tragen. Wer es zum Cäsaren nicht mehr schafft, ist wenigstens ein brauchbarer Brutus.

Die Frage ist nur, wann sieht sich die träge Partei genügend gefährdet, um sich zu einem Befreiungsschlag aufzuraffen? Merkel profitiert von der Beschränktheit ihrer Mitarbeiter. Erstklassige Chefs… Sie kennen den Spruch sicher. Gehen Sie einfach davon aus, daß Merkel das Beste ist, was die CDU zu bieten hat, dann wissen Sie, wie der Rest der Partei aussieht. Ein Sturz durch die Opposition ist nahezu ausgeschlossen. Von Steinmeier ist nichts zu sehen und Gabriel besitzt die Bissigkeit eines Goldhamsters. Bei den Grünen eifert Trittin der Geruhsamkeit eines CDU-Pofalla nach, Künast ähnelt einem Papagei, der losschimpft, sobald man das Tuch vom Käfig nimmt und das Beste, was man über Roth sagen kann, ist ihren Vornamen “Claudia” anzuführen. Und die SED? Die hat schon einmal eine DDR in den Untergang geführt, die weiß höchstens, wie es nicht klappt.

Wie sieht die Nachfolgeregierung aus? Die Sitzverteilung im Bundestag läßt nur einige Konstellationen zu. Schwarz-Gelb mit Bundeskanzler Wulff ist die wahrscheinlichste Koalition. Die FDP war immer diszipliniert, wenn es um den Machterhalt ging, wenn Merkel abgeschossen wird, dürften der FDP sowieso die Knie zittern. Schwarz-Rot geht zwar fast immer, aber dafür müßte Wulff nicht nur seine Regierung völlig umbilden, er müßte zudem mindestens einen seiner Parteifreunde raussetzen, weil die SPD mindestens sechs Ministerien fordern dürfte. Rot-Dunkelrot-Gelb-Grün mit Bundeskanzler Wowereit ist eine mathematische Möglichkeit, eine solche Koalition zusammenzuhalten gleicht dem Versuch, einer Hundertschaft Mäuse das Marschieren in Reih und Glied beizubringen. Bliebe noch die Allparteien-Regierung, mit oder ohne Einschluß der SED. Das wäre dann die “Nationale Front”, die wir aus DDR-Zeiten kennen. Diese würde jedoch nur im “nationalen Notfall” gebildet.

Phase 3?

Wann brechen Versorgungsmängel in Deutschland aus und in welcher Form? Wir stehen an der Spitze der Nahrungskette? “Wir”, das sind leider nicht Sie und ich (Ich unterstelle einmal, daß Sie kein gelernter Großwildjäger sind). In Wirklichkeit stehen wir am Ende einer Versorgungskette. Ich für mein Teil weiß zwar, was ich in welchem Supermarkt finde, aber was in dem Wäldchen vor meiner Haustür an Eßbarem wächst, kreucht und fleucht, weiß ich nicht. Jemand muß das Getreide für mein Brot auf seinem Acker anbauen, pflegen und ernten. Jemand transportiert es in eine Mühle, ein Anderer vermahlt es zu Mehl. Das Mehl reist womöglich quer durch die Republik, bis es jemand für Brotteig verwendet und diesen in den Ofen schiebt. Das fertige Brot wird noch in einen Laden gebracht und dort erst hole ich es nach Hause. Würde ich auf meinem Balkon in ein paar Blumenkästen ein wenig Weizen heranziehen, würde mir das nicht allzu viel nutzen.

Ich gehe davon aus, daß es den meisten Menschen in diesem Land wie mir ergeht, denn sonst würden Kinder Kühe wohl nicht lila malen. Ohne die komplexe Logistik, ohne eine umfassende Versorgung und ohne Geld würden wir Zivilisationskrüppel schließlich verhungern oder erfrieren. Phase 3 zeigt uns nur die Gefährdung, sie ist eine Störung, kein Zusammenbruch des Systems. Mein Phasenzähler steht auf 2,9, seit dem 15. August 2009. Noch läuft das System, scheinbar reibungslos. Ich glaube, daß es auf Reserve läuft, die kleinste Störung bringt es ins Stocken…

Betrachten wir das, was diese Störung auslösen könnte.

Wirtschaft und Finanzen

Obwohl die Börsianer und die Fernseh-Sachverständigen vor Optimismus strotzen, ist die Weltwirtschaftskrise noch lange nicht beendet. Fünf Prozent Steigerung nennen Sie viel? Richtig, in Zeiten des merkelhaften Aufschwungs hat die BRD keine fünf Prozent geschafft, trotz des Titels des “Exportweltmeisters”. In der Wirtschaftskrise sind die Exporte jedoch um zwanzig Prozent eingebrochen. Um das auch nur aufzuholen, sind fünf Jahre nötig, mit jeweils fünf Prozent Steigerung. Mit viel Glück – und ohne weitere Störungen – können wir 2014 wieder da anlangen, wo wir 2008 gewesen sind. Bis dahin gilt es, den Gürtel enger zu schnallen. Aber leider ist das nur der erste Teil der Geschichte. 2008 hatten die Menschen mehr Geld in den Taschen. Wer seitdem seinen Verdienst verloren hat, kann nicht mehr auf diesem Niveau nachfragen. Staaten auf der ganzen Welt haben seitdem Rekordschulden angehäuft, die Zinszahlungen belasten die Haushalte. Der Spielraum für staatliche Nachfrage und weitere Konjunkturprogramme ist sehr eng geworden.

2009 hat die Kurzarbeit größere Entlassungen von Stammbelegschaften verhindert. Zeitarbeiter sind längst entlassen, der schöne Schein der frühen Merkel-Jahre ist verflogen. Im nächsten Jahr werden selbst nach den optimistischen Einschätzungen der bezahlten Experten in großem Stil Menschen entlassen. Jede Entlassung führt zur Verarmung einer Familie und zur Verarmung des Staates. Wer bisher in die Sozialkassen eingezahlt hat, muß dann aus dieser Kasse versorgt werden. Aus Kassen, mit denen man die Bedürftigen der ganzen Welt versorgen wollte, aus Kassen, die eine unglaubliche Menge von Zuwanderern unterhalten. Wann muß der Staat den Offenbarungseid leisten, wann muß der Staat zugeben, daß jenes Geld, das Ausländern zugesteckt worden ist, den Deutschen fehlt?

Wir tragen eine Steuerbelastung, die früher nicht einmal in Kriegszeiten eingetrieben worden ist. Der “Frieden”, bei dem unsere Truppen weltweit verteilt sind, die “Freundschaft” mit Völkern, die unablässig Geld, Tribute, Wiedergutmachungen, kostenlose Lieferungen und sonstige Hilfen einfordern, kosten uns mehr Geld als ein Weltkrieg. Geld, das der Staat sich irgendwo leihen muß, Schulden und Scheinreichtum für künftige Generationen.

Der Staat darf sich nicht mehr leihen, als er investiert? Na, toll! Das betrifft aber nur die Neuverschuldung, denn der Staat betreibt Wechselreiterei. Schulden der Vergangenheit werden nur in neue Schulden übergeführt, nicht abgetragen. Das Perpetuum Mobile funktioniert ganz einfach: Der Staat leiht sich Geld. Diese Schulden stehen bei den Kreditgebern als Guthaben in den Büchern. Diese Kreditgeber sind die Staatsbürger, also wiederum der Staat. Und weil die Bürger des Staates dank der Staatsschulden größere Guthaben aufweisen, ist der Staat reicher geworden und kann sich weiteres Geld leihen. Das Ergebnis ist ein Kartenhaus, riesenhaft aufgebläht, aber inhaltsleer und jederzeit vom Zusammenbruch bedroht.

Das Spiel, das Kartenhaus funktioniert nur, solange niemand sein Geld zurückfordert. Das Geld, das der Staat bekommt, verschwindet förmlich in einem schwarzen Loch. Den Beträgen im Schuldbuch stehen keinerlei Werte gegenüber, die mit diesem Geld geschaffen worden sind. Der Versuch, die Schulden zu vollstrecken, offenbart die ganze Substanzlosigkeit dieses Kartenhauses. Der Gläubiger des Staates ist zugleich der Bürge für diese Schulden. Die Hand, die Staatsschulden eintreiben möchte, greift durch den Nebel und landet in der eigenen Hosentasche.

Auf diesem Kartenhaus, auf dem Fundament dieses Luftballons, ruht unsere Wirtschaft. Sollte der Luftballon platzen, zerstört die Explosion alles, was auf diesem Ballon steht. Die 1,7 Billionen bundesdeutscher Staatsschulden sind nur ein Sandkörnchen im Trillionenmeer der Finanzderivate. Alles Geld der Steuerzahler reicht nicht aus, um die Banken zu retten, wenn diese Derivate hochgehen.

Dollar

Die grüne Krätze ist zu einem Ozean angewachsen, der wie das Weltmeer an alle Grenzen schwappt. Um es banal auszudrücken: Perlen sind wertvoll, weil sie selten und nicht beliebig erhältlich sind. Sandkörner sind wertlos, weil es sie in großen Mengen gibt und man überall ein paar Schaufeln voll einsacken kann. Der Dollar ist gerade dabei, vom Status der Perlen in den Status der Sandkörner überzugehen. Wobei dieser Schritt nur noch im Geist der Betrachter vollzogen werden muß, denn die Dollarmassen liegen längst überall herum. Aber selbst USA-Hasser, die terroristische Anschläge planen, lassen sich noch immer gerne in Dollars bezahlen.

Das Billionen-Defizit der US-Regierung läßt sich nur aus der Druckerpresse finanzieren. Damit wird noch mehr Sand in die Wüste getragen… Wie lange kann sich der Dollar noch als Weltleitwährung halten? Das US-Militär ist ausgeblutet, die Supermacht kann damit nicht mehr ihr Geld beschützen. Ein Imperium, dessen Geld seinen Wert verloren hat, ist kein Imperium mehr. Auf dem Höhepunkt seiner Macht hat Rom mit lauterem Gold und Silber bezahlt, im Niedergang waren die wertlosen Münzen gerade noch ein bißchen versilbert. Auf dem Höhepunkt des US-Imperiums war der Dollar gedrucktes Gold, heute ist er nur noch wertloses Papier.

Bricht der Dollar, bricht nicht nur die US-Macht zusammen, sondern auch der Welthandel. Ich habe weiter oben geschildert, daß wir alle am Ende einer Versorgungskette hängen. Diese Versorgungskette wird durch Geld geschmiert, derzeit noch durch Dollars. Dieses Geld läßt alles fließen, vom Öl bis zum Reiskorn. Wird das Schmiermittel zu Sand, bleibt das Getriebe stehen. Versorgungsmängel führen zu sozialen Unruhen… Mit nur 15 Millionen Migranten sind wir in der BRD noch gut bedient, in den USA sind Schwarze, Latinos und Asiaten längst in der Überzahl. Das patriotistische Getue, bei dem überall die Fahne hängt und bei jeder Gelegenheit die Hymne gesungen wird, schweißt Nationalitäten nicht zu einer Nation zusammen. Ein waffenstarrendes Land, das hungert, ist ein Pulverfaß für einen Bürgerkrieg.

Wird das schon 2010 passieren? Der Dollar ist höchst gefährdet, weil es zu viele davon gibt. Was die Weltwirtschaft befördert hat, ist zur grünen Krätze geworden, welche die Weltwirtschaft nach und nach zerstört. Alles, was die Handelsströme noch florieren läßt, ist der Glaube der Vergangenheit. Der Dollar ist wertvoll, solange die Menschen an seinen Wert glauben. Schwindet der Glaube, ist der Dollar erledigt. Wer als erster den Glauben verliert, kann mit seinen Dollars noch Sachwerte ergattern, wer bis zuletzt an den Dollar glaubt, verliert alles.

Krieg?

Aktuell findet in Afghanistan ein Krieg unter deutscher Beteiligung statt, ein Krieg, der längst verloren ist. Dieser Krieg wird eine Anzahl Menschenleben kosten, aber dieser Krieg wird das Jahr 2010 nicht bestimmen.

Nebenan, der Iran, ist das zentrale Krisengebiet. Die Welt soll überzeugt werden, daß der Iran Atomwaffen baut und damit Israel bedroht. Israel führt seit 60 Jahren einen Krieg nach dem anderen, dieser Staat hat noch nie einem anderen Staat vertraut, sondern immer nur zugeschlagen. Der Irak war keine Bedrohung der freien Welt, er hatte seine Massenvernichtungswaffen zerstört. Die “Neocons”, einflußreiche Amerikaner jüdischen Glaubens, haben die USA in den Krieg gegen den Irak gehetzt. Afghanistan hat die USA nicht angegriffen, die größte Barbarei der Taliban bestand darin, ein paar Buddha-Statuen zu sprengen und den Opium-Anbau zu verbieten. Worauf die Neocons die USA in einen Krieg gegen Afghanistan gehetzt haben.

Heute sind die Neocons angeblich entmachtet, wobei im Umfeld von Friedenspräsident Obama immer noch genug einflußreiche Berater jüdischen Glaubens sitzen, um die USA in den nächsten Krieg zu hetzen. Nur, leider, führen nicht einmal die USA gerne Kriege, die sie verlieren. Amerika ist kriegsmüde, das hat Israel eingesehen. Wenn Israel den Iran angreift, besteht die Gefahr, daß die USA Israel erst verteidigen wird, nachdem es schwere Verluste erlitten hat. Merkel-Deutschland kann man in dieser Hinsicht zum Glück vergessen, die Kanzlerin sagt zwar, daß sie das möchte, doch die Reste der Bundeswehr sind dazu nicht in der Lage. Vom Hindukusch aus ist es zwar nicht mehr weit in den Iran, doch Truppen, die gegen die Taliban kaum Erfolge erzielen, sind nicht ausgerüstet, um einer regulären Armee auf deren Heimatterritorium entgegenzutreten.

Der Krieg gegen den Iran kann jederzeit ausbrechen, aber er ist durch die hochgerüstete israelische Armee nicht zu gewinnen. Merkel-Deutschland und die USA sind zu bankrott, um Israel den Nachschub zu liefern. Der Iran ist zu groß und zu weit entfernt, um von Israel besetzt zu werden. Allenfalls der großzügige Einsatz von Nuklearwaffen würde das Land militärisch in die Knie zwingen. Dann aber ist Israel allein in einem Meer von Feinden, von rachsüchtigen Muslimen umgeben – und der Paria unter den Nationen der Welt, die sich fragen, wann sie an der Reihe sind, atomar vernichtet zu werden.

Da ist es doch viel einfacher, den Iran von innen zu destabilisieren. Die Opposition im Iran wird von außen geschürt, sie wird in den Weltmedien hochgejubelt, wird mit allen Mitteln der Propagandakunst gefördert. Eine Revolution im Iran würde das Problem für Israel lösen. Und immer dann, wenn ein scheinbar unerklärlicher Vorgang einen eindeutigen Begünstigten hat, liegt der Schluß nahe, daß der Begünstigte diesen Vorgang herbeigeführt hat. Es gibt in jedem Land unzufriedene junge Leute, gerade im Iran mit seiner jugendlichen Bevölkerung. Diese jungen Leute lassen sich mit ein wenig Geld mobilisieren, mit ein paar Millionen Dollar – solange der Dollar noch Wert besitzt.

Wenn es im Land drunter und drüber geht, kann man bei Bedarf immer noch angreifen – oder ein paar Terrorkommandos losschicken, die als Aufständische getarnt meisterhafte Sprengungen ausführen.

Euro und EU

Griechenland ist bankrott. Also nicht so ein bißchen bankrott wie Merkel-Deutschland, sondern richtig bankrott. Nun ist Griechenland kein Kleinstaat am Ende der Welt, sondern Mitglied der EU und Teilhaber an der Wunderwährung Euro. Wobei das größte Wunder dieser Währung ist, daß sie noch immer existiert. Diese Wunderwährung macht Völker zu Brüdern und unter Brüdern müssen sich alle gegenseitig helfen, bis zum letzten Blutstropfen bzw. Cent. Während man sich Freunde aussuchen kann, ist das bei Brüdern nicht möglich. Griechenland ist ein Bruder, der sich gewissermaßen mit einem gefälschten Gentest in die Familie geschlichen hat, denn Griechenland hatte nie auch nur im Ansatz die Voraussetzungen für den Euro-Beitritt erfüllt.

Nun sitzen wir im selben Boot. Die einen rudern und Griechenland sitzt auf dem Sonnendeck und genießt die Aussicht. Euronien hat nun die Wahl, das Sonnendeck abzuhacken, also Griechenland über Bord zu werfen und so das Boot zu beschädigen, oder eben weiterhin für Griechenland mitzurudern und sich ein bißchen mehr anzustrengen. Am heftigsten rudern muß natürlich Merkel-Deutschland, als größter Netto-Zahler der EUdSSR. Aber wir zahlen gerne, wir haben nicht einmal etwas dagegen, wenn das neue EU-Außenministerium seine Dokumente nur in Englisch und Französisch ausfertigt, obwohl es mit Deutsch eine dritte offizielle EU-Amtssprache gibt.

Griechenland darf also hoffen, von den deutschen Steuerzahlern gerettet zu werden. Griechenland ist ja nicht so wahnsinnig groß, wenn wir den Fonds für den Neubau von Synagogen und Moscheen nach Griechenland überweisen, sowie die Gehälter aller Frauen-, Gleichstellungs- und Islambeauftragten, ist dem Land schon geholfen. Nur, leider, ist Griechenland nicht der einzige Problemfall von Euronien. Da wären noch Portugal, Spanien, Italien und Irland. Wenn wir die alle sanieren möchten, wird es ernst, dann können wir unseren Damen und Herren Ministern keine neuen Dienstwagen mehr kaufen. Das ist vielleicht noch zumutbar, aber wenn nur noch ein weiteres Land hinzukommt, müssen wir den Kanzler-Airbus verkaufen – und das geht leider nicht mehr.

Die EU ist ein Scheinriese, geschaffen, um deutsches Geld in fremde Kassen zu leiten. Die EU ist nicht in der Lage, Deutschland in irgendeiner Form zu stützen. Die EU mit ihrer Regelungswut jenseits aller Logik hat sich zu einem Beschäftigungsprogramm für überflüssige Beamtenheere zu entwickelt. Gleichmacherei soll alles auf das geringste Niveau herabziehen. EU-weite Ausschreibungen führen dazu, daß deutsche Handwerker und Firmen einer Konkurrenz ausgesetzt werden, die jenseits deutscher Standards alle Angebote unterbieten kann. Das führt zu der grotesken Situation, daß Deutsche das Geld nicht mehr verdienen dürfen, mit dem die EU finanziert wird.

Der Euro ist übrigens so wenig ein Wert an sich wie der Dollar, was ihn als Einziges stützt, ist der Glaube an die deutsche Wirtschaftskraft. Schaut man in die Schatulle der Europäischen Zentralbank, so findet man darin ein paar Krümel Gold und haufenweise grünes Papier, denn, ja, der Dollar ist der Wertbezug dieser Esperanto-Währung. Fällt der Dollar, reißt es den Euro mit in den Abgrund.

Alles Gute 2010!

Ich hoffe, dieser Wunsch klingt nicht allzu zynisch. Wenn es der Welt schlecht geht, muß das nicht heißen, daß es Ihnen schlecht ergehen muß. Die Zukunft sieht düster aus, gewiß, aber das sagt nichts über Ihre persönliche Zukunft. Ich wünsche Ihnen das, was ich jedes Jahr wünsche:

Kommen Sie gut durch!

Michael Winkler

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Kommentare

4 Kommentare zu “Michael Winkler: Lagebestimmung”

  1. Puttfarken sagt:

    Die messerscharfen Analysen von Michael Winkler gehen stets auf den Punkt. Hier sollten sich unsere drittklassigen Politiker einmal einlinken, um zu erkennen, welche wirklichen Probleme unser Volk bewegt. Aber womöglich ist das ihnen sch…egal, solange ihre maßlosen Pensionen, Privilegien und Dienstwagen erhalten bleiben. Ich hoffe auf noch weitere Beiträge dieser Art im Ihrer Publikation.

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  2. camping-willi sagt:

    Unter dem Strich kann man sich doch die Finger wund tippen. Wenn es mit der FDP in absehbarer Zeit nicht mehr geht, stehen die Speichellecker von der SPD doch schon parat. Es geht immer nur um Machterhalt und den besten Platz an den Fleischtöpfen, die der Steuerzahler täglich füllt.Um mehr nicht. Das Volk ist diesen Schleimern doch komplett egal. Auf die Straße müssen wir, mit Mistgabeln bewaffnet. Nur diese Sprache verstehen diese Damen und Herren. Die Bevölkerung der DDR hat es auch geschafft und das gesamte Bonzenpack weggeputzt. Leider hat man auch hier kaum jemanden zur Rechenschaft gezogen.

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  3. Puttfarken sagt:

    @ camping-willi: Mistgabeln allein nützen nichts, da müssen härtere Geräte ran, um diesem korrupten Politikerpack das Fürchten zu lehren. Was sagt der Volksmund?: Früher saßen Patrioten im Parlament und Verbrecher im Gefängnis……wie sich doch die Zeiten geändert haben! Wohl wahr!!!!!!

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  4. Me262 sagt:

    Bleibt noch ergänzend zu erwähnen (es wurde hier kürzlich schon mal angesprochen) daß die deutschen Goldreserven in den USA lagern.

    Wenn wir auf die mal zurückgreifen müssen dann haben wir auf Sand gebaut.

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