Wenn es Johannes B. Kerner auch nicht wahrhaben wollte, als Eva Herman den Bau der Reichsautobahn vor einem Millionenpublikum in Erinnerung brachte, und er peinlich hilflos die politische Notbremse zog, indem er lispelte: „Autobahn, das geht nicht!“: Auch er will doch darüberfahren und bleibt gewiss dabei.
Am 27. Juni 1933 wurde jenes Gesetz erlassen, das bis in die Gegenwart unser aller Fahrgewohnheiten trägt, das „Gesetz über die Errichtung eines Unternehmens Reichsautobahn“. Frotz Todt wurde, nach Ernennung zum Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, die Linienführung des geplanten Schnellstraßennetzes übertragen. Es sollte eine der folgenreichsten Unternehmungen für die gesamte Entwicklung der Regionen und Städte werden, denn mit dem Bau der Reichsautobahn wurden infrastrukturelle Grundsteine gesetzt, von denen wir und selbst unsere Feinde heute noch profitieren.
Die Autobahn war gewissermaßen der Schlüssel, mit dem man die entlegenen Regionen aufschloss und an neue Lebensmöglichkeiten anbinden konnte. Es wurden Anschlusswege noch an die entlegensten Siedlungen geschaffen.
Wie ein offenes Band sollten dabei die Straßen quer durch die Berge und Täler gelegt werden, harmonierend mit den natürlichen Gefällen und Gegebenheiten. Für die Planungen wurden sogar Luftaufnahmen der betreffenden Landschaftsabschnitte gemacht und die jeweils vor Ort zuständigen Forst- und Landschaftsabschnitte einbezogen, damit die Straßenführung durch die Natur einwandfrei und schön verlaufen konnte. Schon in diesem Detail unterscheidet sich, gemessen von anderen Ländern, der Planungsaufwand und die Sorgfalt, des Autobahnbaus in Deutschland. Der Einklang zwischen den umzusetzenden Fortschrittsbemühungen und den dringenden Schutzerfordernissen einer über Jahrhunderte gewachsenen und entwickelten Umwelt waren die wichtigen Grundvoraussetzungen des Autobahnbaus jener Zeit. Landschafts- und Naturschutz waren somit nicht nur Nebenfunktionen des Projektes, sondern Prinzipien, mit denen die Nationalsozialistische Regierung vor allem auch einen Maßstab für eine Volksschutzpolitik setzen wollte.
Die ersten Entwürfe für ein deutschlandweites mehrspuriges Schnellstraßennetz wurden jedoch nicht von Adolf Hitler gestaltet, sondern reichen schon bis in die Zeit der Weimarer Republik zurück. Allerdings ist die Weiterentwicklung und Realisierung des Autobahnbaus in seiner ganzen Dimension und Tragweite dann doch Adolf Hitler zuzurechnen. Ein von der internationalen Propaganda langes Gerücht, das sich um den Autobahnbau hielt, wurde längst wiederlegt. Nämlich, dass der Autobahnbau in irgendeiner Art als Kriegsvorbereitungsmaßnahme gesehen hätte werden können.
Den Erfolg der Senkung der Arbeitslosigkeit durch die reichsweit eingesetzten Arbeitskräfte –wie den Reichsarbeitsdienst- gab der Maßnahme zur entscheidenden Überwindung der Depression recht.
Sicherlich spielte der Autobahnbau als eine der ersten greifenden Maßnahmen der neuen Nationalsozialistischen Regierung in der Propaganda eine zentrale Rolle. Insbesondere dem Einsatz des Reichsarbeitsdienstes, der an diesem Beispiel eine anschauliche Rechtfertigung erfuhr, wurde ab 1935 Beachtung geschenkt. Sogar in der Literatur fand das Unternehmen Reichsautobahn Niederschlag. Der Dichter Hermann Gerstner schrieb den Roman „die Straße ins Waldland“, in dem alle Aspekte beteiligter Parteien zur Sprache kommen. Der Roman sollte aufklärerisch und im gewissen Sinne bereits historisierend die Bedeutung dieser neuen Verkehrsepoche darstellen. „So werden wir die Straße als eine Ader des Lebens bauen, wollen dabei aber nie die Hut unseres Waldes vergessen“, hieß es richtungsweisend an einer Stelle. Heute sind die einstigen Adern des Lebens zum Aderlass an den Nerven geworden, wenn sich die Stahlschlangen der Autos von Horizont zu Horizont spannen. Aber wir Deutsche tragen es mit Fassung und werden wohl noch in hundert Jahren an den ersten Spatenstich zurückdenken, als die Städte und das Meer und die Berge auf einmal mit den neuen Wegen so nahe rückten.

Hier wird der interessante Aspekt beleuchtet daß sich die “alten” Autobahnen an die Landschaft anpaßten. Im Gegensatz zu den heutigen Autobahnen die mit dem Lineal geplant werden.
So mancher Raser verflucht wohl die kurvigen alten Strecken (damals spielten Kurven noch keine Rollen denn es gab ohnehin kein Auto das annähernd 250 fahren konnte), aber damals galt noch der leider heute ignorierte Grundsatz “Gemeinnutz geht vor Eigennutz”.
Und dem Gemeinwohl sind intakte Landschaften nun mal wichtiger als das “Bedürfnis” irgendeines Fahrers möglichst schnell irgendwohin zu kommen.
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Mich begeistert der Elan von Projekten, die im dritten Reich getätigt wurden, wovon der Autobahnbau wohl das herausragendste ist. Die Gründung des Reichsarbeitsdienstes gehört genauso in dieses Erfolgskonzept, da er doch half, dem Schicksal der Arbeitslosigkeit zu entrinnen.
Vergleichen wir heute die Heerscharen Projektleiter, dessen Aufgabe es ist, kurzfristig die Profitmaximierung zu ergaunern und die nicht imstande sind, nur einen Arbeitslosen das Fingerkrümmen zu lehren.
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Noch ein Aspekt beim Autobahnbau: Die Arbeitslosigkeit wurde damit innerhalb kürzester Zeit abgeschafft. Der Trick dabei war die Weisung, keine Maschinen einzusetzen bei Arbeitsgängen, welche auch mit der Hand ausgeführt werden konnten (das galt auch allgemein).
Erst später, als sich Arbeitskräftemangel bemerkbar machte, wurde diese Weisung aufgehoben.
Ein genialer Schachzug des Führers.
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@ annemie:
Ja, das war wirklich ein genialer Schachzug des Führers. So etwas sollte heutzutage auch wieder eingeführt werden.
Ich habe mir da auch schon etwas überlegt: Ich war vor einiger Zeit in Thailand, da habe ich ne Menge Rikschas gesehen, das gefiel mir sehr gut, sehr viele Menschen waren dadurch beschäftigt. Wenn wir die in großem Maßstab in Deutschland einführen, gehört die Arbeitslosigkeit in sehr kurzer der Vergangenheit an.
Ich hab das auch schonmnal durchgerechnet. Es gibt in Deutschland ungefähr 40 Millionen PKW und etwa 3,2 Millionen Arbeitslose. Wenn jetzt also alle Autofahrer sich von Rikschafahrern transportieren lassen, dann wären das (wenn wir der Einfachheit halber davon ausgehen, dass jeder PKW pro Tag eine Strecke zurürcklegt) im Durchschnitt 12,5 Strecken pro Tag, die der Rikschafahrer absolvieren muss.
Auf diese Weise hätten alle Arbeit! Was halten Sie von der Idee? Wir könnten ja eine Petition an den Bundestag anregen!
Eine hitzige Debatte. Was denken Sie?
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@ Schwupp:
Wenn Ihr Vorschlag nicht satirisch gemeint ist, fehlt Ihnen allerdings die Genialität eines Adolf Hitlers. Es sei denn, Sie haben bereits Ihren Rikscha-Führer-Kursus erfolgreich bestanden. Dann dürfen Sie mich demnächst um 3 Uhr morgens zum Flughafen Fuhlsbüttel karren.
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Bei uns in Brünn (Brno, CZ) gibt es auch einen kleinen Teil der leider Gottes nicht mehr fertiggestellten Reichsautobahn Wien-Brünn-Reichenberg. Diese wird von ALLEN (jung oder alt) als “Hitlerka” genannt. Es handelt sich da um eine stark befahrene, 4-spurige Straße, die “drolligerweise” noch nie in der Geschichte unserer Freimauererrepublik repariert werden mußte – im Gegensatz zu der D1 Brünn-Prag die seit über 25 Jahre ständige Baustelle ist.
Interessant oder?
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@ Puttfarken:
Warum fehlt meinem Vorschlag die Genialität eines Adolf Hitlers?
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@ Schwupp:
Weil Sie Schwupp heißen. Witzbold!
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@ Puttfarken:
Diese Antwort stellt mich inhallich nicht zufrieden.
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@annemie zu 3:
Nach dem “Versailler Vertrag” ab 1919 gab es keine Maschinen mehr.
@Schwupp zu 4:
Deine Idee mit den Rikschas gäbe ein drolliges Bild:
Rikschas flitzen über die Autobahn, vorran der Steuer-Michel als Zugmaschine, peitschenschwingende Fahr-Gäste mit Migrationshintergrund. Es gibt aber noch eine Idee, die noch mehr Arbeitslose auf die Straße ziehen würde: die Senfte! Schwebend gleiten seine Fahrgäste über den Unrat, welcher einer koscheren Lebensqualität zugute kommt. Sie würde man den Glaubensbrüdern des auserwählten Volkes reservieren können; Die Verwöhnten entrichten dem Steuer-Michel den Fahrpreis.
Spaß beiseite, im dritten Reich gab es eine enorme Anzahl Studien über “Mobilität”, Fernzüge mit Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 250 km je Stunde, Heißdampf, Naßdampf, Elekrizifierung, leichte oder schwere Öle, Kohleverflüssigung, Schmal- oder Breitspur. Ferner wurden, um Energieabhängigkeiten möglichst zu vermeiden, an industriellen Ballungsorten Arbeitersiedlungen erichtet, wie sie heute noch mancherorts zu finden sind und ein Zeugnis über die Struktur eines klugen Überlegtseins geben. Die Arbeiterwohnungen waren vorrangig so eingerichtet, Haustiere, also Kuh, Schwein, Gänse, Hühner, Gemüsegarten zu beherbergen. Der Tante-Emma-Laden passte ideal.
So war es, daß der Arbeitsweg damals wenige Fuß- oder Fahrradminuten in Anspruch nahm und er nur wenige Kilometer entfernt war, die Arbeitsleistung und -zuverlässigkeit (durch Wegeverhinderung) optimal.
Heute ist der durchschnittliche Arbeitsweg auf weit über 60 km gestiegen, die Automobil- und Öllobby mit Benzin/Dieselmotor treibt die Monopolisierung unentwegt vorran. Echte Alternativen wie z. B. http://www.heise.de/tp/r4/artikel/11/11812/1.html werden lächerlich gemacht. Auch so, sich eine Kuh in die Garage zu stellen, gibt in den darüberliegenden Wohnungen warm. Wenn jemand behauptet, die Kuh stinke, nein, das tut sie nicht, wenn ich sie als meine echte Freundin betrachte!
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@ 2martinhe:
Das stimmt, ich habe auch eine Kuh als Freundin.
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