In den letzten drei Jahren hat der Dollar 35% gegenüber dem Euro verloren und 24% gegenüber dem japanischen Yen. Ende Februar 2005 erlitt der Dollar den schlimmsten Absturz gegenüber dem Euro, 1,5% innerhalb von zwei Tagen. Dem vorausgegangen war eine Äusserung eines südkoreanischen Bankiers der Zentralbank, wonach Südkorea eine schrittweise Abkehr vom Dollar plane. Dies wurde allerdings mittlerweile widerrufen.

Ein-Dollar-Note (Quelle: www.personal.psu.edu)
Seit Jahrzenten schon werden Importe mit Geld bezahlt, welches von der “Federal Reserve” nach Belieben nachgedruckt wird. Das nachgedruckte Geld wurde als Schuldtitel ans Ausland verkauft. Diese Schuldtitel wurden in Exporte umgewandelt, die Wirtschaftsleistung konnte die Schulden auffangen. Dies hatte Erfolg bis nach und nach offensichtlich wurde, dass die Wirtschaftsleistung der USA die immense Dollarflut nicht mehr decken kann. Die Produke “Made in USA” sind qualitativ minderwertig und so teuer, dass sie sich auf dem Weltmarkt nicht mehr behaupten können. Stattdessen kauft der Weltmarkt Produkte aus anderen Ländern, welches die Außenhandelsbilanz der USA weiter nach unten drückt.
Auch die Nachfrage nach dem Dollar ist überaus gering, so wird immer mehr Kapital aus Dollaranlagen abgezogen. Einzig und allein Japan und China kaufen noch Dollar, um ihre eigene Währung niedrig, und somit ihre Exporte konkurrenzfähig zu halten. Beide Länder halten zusammen 1.400 Milliarden Dollar.

Die Entwicklung des Dollar gegenüber dem Euro in den letzten drei Jahren (Quelle: www.finanztreff.de)
Der Dollar kann nur stark bleiben, indem die amerikanische Außenpolitik immer aggressiver wird. Die Anleger werden dem aufgedrucktem Wert des Dollar nur solange glauben, wie jedermann jederzeit und an jedem Ort mit militärischer Gewalt gezwungen werden kann, die Papierschnipsel in Waren einzutauschen.
Analysten fürchten sogar schon ein Ende des Dollar als Weltwährung. Dieses wäre erreicht, wenn der internationale Ölhandel in Euro statt in Dollar abgewickelt würde. Ein Vorreiter dessen war der ehemalige irakische Präsident, Saddam Hussein, der im Jahre 2000 die irakischen Ölexporte auf Euro umstellte. Dies wurde allerdings 2003 nach dem Einfall amerikanischer Truppen in den Irak und dessen Eroberung wieder rückgängig gemacht. Diese Aktion beeinflusste anscheinen auch die OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries), die Gemeinschaft ölexportierender Länder. Diese entschied nämlich kurz nach der Eroberung des Irak, am Dollar festzuhalten.
Mehrere Länder, die von den USA direkt bedroht werden, bzw. die USA als Bedrohung ansehen, liebäuglen indes mit einer Umstellung von Dollar auf Euro. Zu diesen Ländern gehört unter anderem Venezuela, woher ein Viertel der US-Öleinfuhren kommt. Ende 2002 entschied Nordkorea, seine Wirtschaft an den Euro zu koppeln, und dem Dollar zu entsagen. 2003 folgte der Iran, welcher ebenso wie Russland damit begann seine Devisenreserven auf Euro umzustellen.
Beim Krieg gegen den Irak, sowie bei den möglichen Kriegen gegen andere Staaten, geht es also nicht um Öl, sondern um die Erhaltung der amerikanischen Machtstellung auf diesem Planeten.
Für die Zukunft erwarten wir eine Verschärfung dieser Weltwährungsschlacht – Dollar gegen Euro.
Da der Dollar ja sozusagen eine Privatwährung der FRB ist und seit Nixon 1971 keinerlei Sicherheiten mehr in Form von Golddepots oder gar Staatsanleihen hat ist es nicht nur eine “wackelige” Währung sondern extrem gefährlich. Die Dollarmenge stieg z.B. in den letzten 30 jahren 10mal schneller als der Verkauf von Waren und Leistungen. Was passieren würde, wenn der Wert des Dollars weiterhin sinkt, kann sich jeder ausmalen, aber dafür hat man ja seine kleinen Schurken, selbstgebastelte Asse, die aus dem Ärmel zu ziehen, wann immer sie gebraucht werden diese USA vortrefflich beherrscht.
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