Stefan Köster: Schicksalsfrage – Eine aktive Bevölkerungspolitik entscheidet über unser Überleben

14. April 2010 in Archiv

Stefan Köster

»Deutschland leert sich im Osten schneller als im Westen« sowie »Alt und ausgeblutet« – diese Medien-Schlagzeilen der vergangenen Wochen verdeutlichen jene grausame Entwicklung in Deutschland, die von den Herrschenden in Politik und Medien positiv als »Bevölkerungswandel« oder »demographischer Umbruch« verkauft wird.

Es handelt sich allerdings um nichts anderes als die Entleerung und Überalterung weiter Landstriche unserer Heimat. Vor allem in Mitteldeutschland (ohne Berlin) werden die Einwohner wesentlich schneller schwinden und altern als im Westen der Republik, so die neueste Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden, die am 23. Februar 2010 bekannt gegeben wurde.

So sollen in Mitteldeutschland in 50 Jahren rund 37 Prozent weniger Menschen als im Jahr 2008 leben. Schon bereits bis 2030 werden die mitteldeutschen Flächenländer einen Einwohnerverlust von rund 15 Prozent zu verkraften haben. Gleichzeitig sollen 2060 etwa 36 Prozent der Einwohner 65 Jahre und älter sein. Zudem wird sich die Zahl der Erwerbstätigen im Osten der BRD bis dahin von acht auf vier Millionen halbieren.

Aber auch der Westen der Republik wird bis zu 20 Prozent der Einwohner verlieren. Dort wird dann jeder dritte Einwohner 65 Jahre und älter sein. Jeder siebente Einwohner der Bundesrepublik wird im Jahr 2060 80 Jahre oder älter sein, so die Berechnungen. Zahlen, die verdeutlichen, wie schlimm es wirklich um unsere Volkssubstanz bestellt ist.

Verantwortlich für diesen Volksschwund sind die politischen Rahmenbedingungen, die diesen wiederum erst möglich machten. Für Mitteldeutschland wird ab dem Jahr 2015 sogar ein »zweiter Wendeschock« erwartet, da, so das »Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung«, dann nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern fehlen werden. Die Perspektivlosigkeit in vielen Bereichen Deutschlands bewirkt, daß einerseits die Jugend in Massen ihre heimatliche Umgebung verläßt sowie zusätzlich für viele Paare die Entscheidung für Kinder zu einer Gewissensfrage nach dem Motto »Können wir uns das leisten?« wird.

Verhängnisvoller Geburten-Tiefstand

Trotz gegenteiliger Meldungen der damaligen Familienministerin von der Leyen hat die Geburtenrate in Deutschland im Jahr 2008 einen weiteren Tiefpunkt erreicht. Mit rund 675.000 Kindern wurden in diesem Jahr etwa 8.000 Kinder weniger geboren als im Jahr 2007. Dagegen gab es bei den Sterbefällen einen Anstieg von etwa 20.000 auf rund 844.000, womit im Jahr 2008 168.000 weniger Kinder geboren wurden als Einwohner starben. Im Jahr 2009 soll sich diese Entwicklung fortgesetzt haben. Allein für das erste Halbjahr verzeichneten die Statistiker einen dramatischen Rückgang der Geburten um fast sieben Prozent.
Am Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern wird das gesamte Ausmaß der Einwohner- und Altersentwicklung deutlich.

Noch 1989 lebten in Mecklenburg-Vorpommern rund zwei Millionen Einwohner. Bis Ende 2008 verlor Mecklenburg-Vorpommern rund 300.000 Bewohner. Von der einst jüngsten Region der BRDeutschland wird Mecklenburg-Vorpommern langsam zum Altenheim der Republik.

Und die veröffentlichten Zahlen sprechen eine mehr als eindeutige Sprache. Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird sich die Anzahl der Rentner in Mecklenburg-Vorpommern beinahe verdoppeln und dann fast 35 Prozent der Gesamteinwohner betragen. Dann werden statistisch etwa 100 Arbeitnehmern bis zu 70 Rentner gegenüberstehen. Bis 2060 soll Mecklenburg-Vorpommern sogar weitere 600.000 Einwohner verlieren.

Immer mehr Migrations-»hintergründler«

Für Sachsen-Anhalt und Thüringen sagt das Statistische Bundesamt sogar noch schlimmere Einwohnerentwicklungen voraus. So gehen die Statistiker davon aus, daß Sachsen-Anhalt 2060 43 Prozent und Thüringen 41 Prozent weniger Einwohner im Vergleich zum Jahr 2008 haben werden.

Der katastrophalen Schrumpfung des deutschen Volkes steht zudem die weiter zunehmende Überfremdung gegenüber. Denn vor allem in den westdeutschen Bundesländern und in den Stadtstaaten werden zudem immer mehr Kinder mit ausländischen Wurzeln geboren.

Allein die Zahlen, die der Journalist Hans-Ulrich Jörges in seinem Zwischenruf »Die vergrabene Bombe« im Stern im Jahre 2008 veröffentlichte, zeigen auf, wohin der Weg in Deutschland gehen soll. Einige Zahlen geben wir nachfolgend wieder:
– Migranten in Deutschland: 15,3 Millionen;
– Anteil der Migrantenfamilien: 27 %;
– Migrantenquote bei Kindern bis 2 Jahre: 34%

Das Institut für Demographie, Allgemeinwohl und Familie e.V. informierte im Jahr 2009 darüber, daß in fast allen europäischen Ländern der Anteil der Geburten von Migranten ihren prozentualen Anteil an der Bevölkerung übertrifft, da diese von den »Bedingungen moderner postindustrieller Gesellschaften« noch nicht so stark betroffen sind. In vielen westdeutschen Bundesländern hat bereits jedes dritte bis zweite geborene Kind einen »Migrationshintergrund«, also fremde Wurzeln.

Dennoch wird die Zuwanderung von den etablierten Kräften als Heilsbringer genannt. Der fatalen Entwicklung der Alterspyramide mit einer Zuwanderung von Fremden begegnen zu wollen, bedeutet letztlich nichts anderes als die totale Selbstaufgabe.

»Wir müssen lernen, mit der schrumpfenden und alternden Bevölkerung umzugehen und die Sozialsysteme so umzubauen, daß sie funktionieren. Das können wir jetzt in den neuen Ländern lernen«, wird Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock in der Welt zitiert. Der Direktor des Instituts für Bevölkerungs- und Gesundheitsforschung der Universität Bielefeld, Ralf E. Ulrich, forderte sogar: »Die Bundesländer müssen sich dem demographischen Wandel anpassen«.

Konjunkturpaket für die Familien

Ein Entgegensteuern sieht anders aus. Anstatt der Überalterung noch positive Seiten abzugewinnen, benötigt unsere Heimat endlich eine ganzheitliche, am Volkswohl ausgerichtete Politik. Wir brauchen zum Beispiel ein »Familien-Konjunkturpaket«, in welchem die Politik sicherstellt, daß Familien, Mütter und Kinder in unserem Land als Bereicherung empfunden werden.

Damit sollen Familien und insbesondere auch Mütter spüren, daß ihre Sorgen und Nöte in den politischen Prozessen berücksichtigt sowie alle Auswirkungen von politischen Entscheidungen generell auf die Kinder, die Mütter und die Familien geprüft und Schlechterstellungen verhindert werden. Die Familien benötigen den Schutz und die Unterstützung durch die Gemeinschaft und den Staat. Hiervon ist die real existierende BRD allerdings weit entfernt.

Bei der Überalterung unseres Volkes handelt es sich schließlich nicht um ein Naturwunder, sondern sie ist von Menschen gemacht. Nämlich durch die Unfähigkeit, den Unwillen und die Verweigerung der Herrschenden politischen Klasse, als oberste Pflicht der Politik den Erhalt des Volkes und seiner Substanz sicherzustellen und den Deutschen ein Leben in Würde und Freiheit zu ermöglichen.

Die NPD muß sich den Fragen stellen, die sich aus der katastrophalen Entwicklung unseres Volkes ergeben, und programmatische Alternativen aufzeigen. Aus diesem Grunde vernetzen sich die NPD-Landtagsfraktionen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen zunehmend und erarbeiten in entsprechenden Kommissionen Ansätze zur Lösung der vor uns liegenden Aufgaben (siehe auch den Beitrag auf Seite 13 dieser Ausgabe). Neben der Frage einer nationalen Rentenpolitik widmen sich die zuständigen Kameradinnen und Kameraden gegenwärtig auch dem breiten Feld der nationalen Familienpolitik. Hierüber wird in den kommenden DS-Ausgaben berichtet.

Stefan Köster

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4 responses to Stefan Köster: Schicksalsfrage – Eine aktive Bevölkerungspolitik entscheidet über unser Überleben

  1. Hinsichtlich der demografischen Entwicklung ist es bereits Dreißig Jahre nach zwölf. Diese einprägsame Bemerkung stammt von Herwig Birg, bekannte Professor für Demografie.
    Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre wäre noch Zeit gewesen, die Bevölkerung über die Folgen der Kinderlosigkeit aufzuklären und für eine Verhaltensänderung zu werben. So blieb es bei dem Fehlen einer Generation mit Kindern. Deren nicht geborene Kinder können wiederum keine Kinder bekommen. Die individuelle Entscheidung setzt sich fort und ist auf Jahrzehnte unumkehrbar. Sollte zum Beispiel ab nächstes Jahr die für den Erhalt der Bevölkerung und Einhaltung des sogenannten Generationsvertrages kontinuierliche Lebend-Geburtenrate von 2,2 Geburten je Frau beginnen, würde die erwünschte Wirkung erst nach 2080 einsetzen!
    Dann würde eine nachhaltig ausgeglichene Bevölkerung heranwachsen, wodurch die Belastungen für die sozialen Sicherungssysteme auf ein Minimum sinken würden. Eine Einwanderung zum Beispiel wäre dann nicht mehr erforderlich.
    Mich würde interessieren, wo der Autor die fehlenden Kinder, späteren Eltern und Großeltern hernehmen will.
    Fazit ist, jetzt beschlossene Familienpolitik löst das unausweichliche Problem der Überalterung, bzw. Vergreisung nicht, sondern hilft günstigstenfalls den jetzt lebenden Familien.

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  2. Das war der Zweck dieser Politik: die Deutschen so zusammenschrumpfen zu lassen, bis diese keine Konkurrenz für die weniger kreativen Nationen darstellten. Das Ziel ist mehr als erreicht. Ein Drittel ist ausgewandert, ein drittel sind Fremde eingewandert, der Rest ist weder Fisch noch Fleisch. Mit Deutschland ist auch der geistige Dünger für die Welt verloren gegangen und es wird sehr schnell bergab gehen mit der Rep-Generation.

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  3. @ Uwe Böttjer:

    Sie haben vollkommen recht wenn Sie von der unausgesprochenen Annahme ausgehen, daß es ohne große Härten und bei erhaltenem Wohlstand ablaufen soll. Das ist ganz klar nicht machbar. Sieht man sich allerdings frühere Zeiten an, beispielsweise die Bevölkerungsverluste durch den 30-jährigen Krieg oder die Pest, dann sieht man, daß das Volk sehr wohl überleben und später wieder gedeien kann. Ähnlich sieht das ja auch Michael Winkler in seinem Szenario.

    Ganz klar: es kommen sehr harte Zeiten auf uns zu, so oder so.

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  4. @ Anon:
    In der Tat ist der Hinweis auf die Folgen des 30jährigen Krieges ein besonders geeignetes Beispiel zur Erklärung, was unter Bevölkerungspolitik zu verstehen ist.
    Die wirtschaftspolitischen Handlungen der Könige und Fürsten infolge dieses verheerenden Krieges sind als Kameralismus und Merkantilismus in die Geschichte eingegangen.
    Wenig bekannt ist, dass mit dem 30-jährigen Krieg ein bis in die Neuzeit nachwirkender Bevölkerungsverlust verbunden ist. Auf dem flachen Land betrug er etwa 35-40 Prozent, in den Städten 25-30 Prozent. Etwa 1 Million Soldaten und Tross,also schägtzungsweise 5-10 Prozent der Gesamtbevölkerung, zogen in Deutschland kämpfend, marodierend und stehlend umher. Alle Truppen waren darauf angewiesen, sich von der heimischen Bevölkerung zu ernähren. Deshalb sahen die Bauern keinen Sinn mehr darin, ihre Felder zu bestellen, weil plündernde Truppen ihnen Vieh und Ernteerträge wieder wegnahmen, um sich selbst am Leben zu erhalten.
    Ähnlich verlief die Entwicklung im Handwerk. Rohstoffe konnten nicht ins Land gebracht werden, weil die Transportwege abgeschnitten waren. Desgleichen verfielen die Preise, sodass sich auch der Einsatz und das Risiko nicht mehr lohnten.
    Dem Erdboden gleichgemachte kleine Städte und Kontributionen, die ins Ausland flossen, schmälerten die heimische Kapitalbasis für die wirtschaftliche Entwicklung. Im Ergebnis dieses langen Ringens entwickelte sich eine als Peuplierungspolitik in die Geschichtsbücher eingegangene Bevölkerungspolitik, die ihre besonderen Protagonisten in den Herrschern des Hauses Brandenburg-Preußen hatte. Dieser arme Landstrich war von den beschriebenen Folgen des 30-jährigen Krieges besonders betroffen. Die Peuplierungspolitik begann bereits Mitte des 17. Jahrhunderts unter Friedrich Wilhelm und wurde von seinen Nachfolgern kontinuierlich fortgesetzt. Glaubensflüchtlinge, zum Beispiel Hugenotten aus Frankreich wurden aufgenommen, aber auch die Abwerbung von Fachkräften mit dem Versprechen auf höhere Löhne und Vergünstigung waren Bestandteil dieser offensiven Bevölkerungspolitik. Was allen Einwanderern gemeinsam war: Sie waren willkommen, mussten sich ihre Existenz aber durch ihre mitgebrachten beruflichen Fähigkeiten mit Arbeit und Integrationsbereitschaft sichern.
    Wir aber haben ohne Not sehenden Auges Ausländer ins Land und in das soziale Netz gelockt, die unsere Steuer- und Sozialkassen seit Jahrzehnten extrem belasten. So viel aus einer kollektiven Dummheit gespeisten Großzügigkeit verschafft keinen Respekt bei den Hilfeempfängern, sondern im Gegenteil: Verachtung.
    Allerdings vermute ich, dass es politische Kräfte gegeben hat und gibt, die das Siedlungsgebiet von uns Deutschen zugunsten eines multikulturellen Staatswesens verändern wollten. Das Vorhaben ist offensichtlich geglückt.

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