Michael Winkler: Keine Panik!

14. Mai 2010 in Deutschland, Europa, Wirtschaft

Die FDP wird schon wieder frech. Hat der Absturz in NRW nicht gereicht? 60% Verlust in weniger als sechs Monaten… Trotzdem fängt Rösler jetzt wieder mit der Kopfpauschale an. Hat der nicht kapiert, daß diese Kopfpauschale gar nicht gewollt wird? Denn hätte die arbeitsscheue Kanzlerin das haben wollen, hätte sie das in den besseren Zeiten beschließen lassen. Jetzt ist die Bundesratsmehrheit weg, jetzt muß um die Stimmen der Bundesländer gefeilscht werden.heute in drei von vier Telephonaten auf die am Wochenende drohende Währungsumstellung bzw. Währungsreform angesprochen wurde, möchte ich das Thema noch einmal aufgreifen.

Der Initiator dieser Panik ist Herr Walter Eichelburg mit seiner Seite www.hartgeld.com. Herr Eichelburg ist ein Experte für Edelmetallanlagen, dessen Hoffnungen und jahrelange Prognosen steigender Gold- und Edelmetallpreise sich in den letzten Wochen und Monaten aufs Schönste erfüllt haben. Er ist natürlich nicht der Einzige, der darauf gehofft und das vorhergesagt hat. Eine Währungsreform, die Spargelder vernichtet und nur Gold und Silber unangetastet läßt, wäre jedoch die großartigste Bestätigung seiner Lehren, deshalb glaube ich, daß Herr Eichelburg derzeit die Wirklichkeit ein wenig ausblendet – etwas, das jedem von uns passieren kann. Als ich den Untergang geschrieben habe, war ich ebenfalls fest überzeugt, daß am 19. März 2007 der Krieg gegen den Iran beginnt.

Es gibt eine kleine Chance, daß die erhoffte D-Mark 2 tatsächlich an diesem Wochenende kommt, doch die Chance dafür ist sehr gering. Das ist wie Lotto spielen: Die Chance ist dabei 1 : 140 Millionen, trotzdem schaffen es etwa 50 Leute pro Jahr zu gewinnen. Es gibt jedoch gewichtige Gründe, die dagegen sprechen.

1. Das Gesetzgebungsverfahren
In der Bundesrepublik Deutschland kann keine Bundeskanzlerin einfach eine Währungsreform beschließen. Dafür muß ein Gesetz im Bundestag verabschiedet werden, mit dem üblichen Vorlauf: Beschluß des Kabinetts, Beschluß des Finanzausschusses, drei Lesungen im Bundestag und schließlich die Abstimmung. Anschließend muß der Bundesrat zustimmen und schließlich der Bundeshorst unterschreiben. Das alles müßte in nichtöffentlichen Sitzungen verhandelt werden, und dann müssen die sechs Parteien des Bundestages dicht halten, gegenüber ihren Mitarbeitern, gegenüber den Lobbyisten und gegenüber der Presse. Und das, obwohl am 9. Mai eine sehr wichtige Wahl stattgefunden hatte – in der dies der Wahlschlager gewesen wäre! Es ist leichter, 20.000 Bankangestellten mit Knebelverträgen das Maul zu verbieten, als 614 Bundestagsabgeordneten.

2. Bruch der Souveränität
1948 wurde die Währungsreform ganz einfach von der Hauptsiegermacht USA angeordnet. Laut dem 2+4-Vertrag bleiben die alliierten Besatzungsrechte unangetastet. Washington könnte demnach eine Währungsreform über die Köpfe aller BRD-Autoritäten hinweg befehlen. Danach wäre das Märchen von der Souveränität der BRD geplatzt, unsere amerikanischen “Freunde” hätten sich als Kolonialherren offenbart. Die Aufgabe aller Nachkriegslügen wäre jedoch ein zu hoher Preis für eine Währungsmanipulation. Damit scheidet diese Möglichkeit aus.

3. Die geistige Vorbereitung
Wenn eine Regierung bösartige Maßnahmen durchführen möchte – und die Enteignung des größten Teiles der Sparguthaben ist bösartig genug – dann muß das Volk in einer Demokratie darauf eingestimmt werden. Ohne diese Einstimmung könnte sich Merkel einen Strick um den Hals binden und zur nächsten Laterne durchfragen. Erst wenn die Menschen überzeugt sind, daß es so auf keinen Fall weitergehen kann, sind sie zu einer Währungsreform bereit. Heute ist die Krise zwar in den Köpfen der Menschen angekommen, aber nicht in den Bäuchen. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, wieso sich die Bürger von ihren Sparbüchern trennen sollten. Hat die Kanzlerin denn nicht immer versichert, sie wolle alles tun, um die Sparguthaben zu schützen? Ist die Wirtschaft im letzten Quartal nicht überraschend gewachsen, statt zu schrumpfen? Hat Portugal nicht gerade eine Milliarde zu 4,5% Zinsen auf den Finanzmärkten leihen können? Natürlich verfolgen diese Nachrichten eine bestimmte Absicht, doch diese Absicht will “Alles wird gut” suggerieren. Nach dieser Vorbereitung glaubt niemand an eine Währungsreform.

4. Tarnen und täuschen
Noch nie war die Chance, mit einer gut gemachten Fälschung im Internet zu vielen Klicks kommen, so groß wie gerade eben. Die Währungsangabe fehlt in den Regalen? Na, toll – wenn beim Metzger 2,39/100 gr steht, sind garantiert keine Autoreifen als Bezahlung gemeint. Kassenbons ohne Währungsangabe gibt es seit mindestens 100 Jahren, erst in letzter Zeit sind die Computerkassen eingezogen, die jeden einzelnen Posten aufführen und am Ende sogar die 7% und die 19% Mehrwertsteuer ausweisen. Einen solchen Kassenbon scanne ich ein und bastele binnen einer Stunde etwas, was neben Euro auch noch Rubel, Sesterzen und Kaurimuscheln anzeigt. Sie wollen gegen D-Mark einkaufen? Größere Geschäfte veranstalten hin und wieder Aktionen, wo Sie genau das können! Natürlich mit einem ausgewiesenen Wechselkurs zum Euro. Kein Wunder, daß die Kassen für zwei Währungen ausgestattet sind. Außerdem, ich kennen jemanden, dessen Schwager berichtet, die Cousine eines Arbeitskollegen hätte mit eigenen Augen gesehen, wie die neuen D-Mark-Scheine an die Fürstlich=privilegierte Cassa=Bank von Mittelmietraching geliefert worden sind. Oder waren es die neuen Quelle-Kataloge? Wenn Sie schöne Gerüchte suchen, googeln Sie doch mal nach “Urban Legends”.

5. Das Phasenmodell
Ich muß hin und wieder begründen, warum ich Phase 3 ausgerufen hätte, es gebe doch gar keine Versorgungsmängel. Nun, am 1. August 1914 und am 1. September 1939 hat auch kaum jemand etwas von den Weltkriegen gemerkt. Eine Währungsreform erwarte ich für Phase 5, bei den Notstandsgesetzen des Staates. Natürlich ist meine Ansicht, in welcher Phase wir uns gerade befinden, nicht maßgeblich für das Nahen einer Währungsreform. Ich versuche darin, die Bedrängnis der BRD abzubilden, den Weg in den Untergang mit Wegmarken zu versehen. Bislang ist die Bedrängnis noch gering, wir können uns sogar eine arbeitsscheue Kanzlerin leisten. Unsere Politiker führen sich noch auf wie im Kindergarten (siehe FDP in NRW: Wenn ihr mit den bösen Linken auch nur redet, verkriechen wir uns in die Pfui-Bäh-Kiste!), da kann noch keine rechte Not aufgekommen sein. Eine Währungsreform ist kein Luftgewehr, sondern ein 38cm-Schlachtschiff-Geschütz, damit schießt man nicht auf die erste gesichtete Möwe am Horizont.

Fazit: Keine Panik, aber vorbereiten!
Haben Sie Ihre Ersparnisse bereits in Gold und Silber umgewandelt, also genau das, was ein Herr Eichelburg (und andere Leute, wie z.B. ich) seit Jahren empfiehlt, dann brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Haben Sie noch haufenweise Papiergeld auf Konten herumliegen, dann sollten Sie in den nächsten Wochen und Monaten handeln. Betrachten Sie diese Nachrichten als eine Warnung, ein letztes Klingeln zum Ausstieg, und bewahren Sie Ruhe. Nächsten Monat wird es wieder Gold und Silber geben – und das Kartell wird mindestens noch einen Angriff auf die Preise unternehmen. Die Leute, die gerade in Panik gekauft haben, werden dann unsicher, mit Verlust verkaufen und schließlich geschoren. Behalten Sie die Nerven und kaufen Sie in dieser Periode nach, es dürfte tatsächlich die letzte Gelegenheit werden!

Alternativen zu Gold und Silber
Edelmetalle gewähren den besten Schutz vor einer Währungsreform. Was seit 5.000 Jahren funktioniert hat, funktioniert die nächsten fünf Jahre genauso gut. Sachwerte in jeder Form sind besser als Geld, aber schlechter als Gold. Bei einer Immobilie wird der Staat zuschlagen, eine Zwangshypothek erheben, wie 1948, doch Sie retten damit 30-50% des Wertes, während 1948 das Sparbuch nur 6,5% behalten hatte. Konten im Ausland dürften sich besser halten. Selbst in den Eurozone-Staaten Luxemburg und Österreich dürften Euro-Konten nicht geplündert werden. Danach können Sie Ihre Euros in die neue Mark umwandeln, zum offiziellen Devisenkurs. Und Mark dürfen Sie unbegrenzt nach Deutschland einführen, trotz aller Devisenkontrollen. Noch besser sind Nicht-Euro-Konten in Nicht-EU-Ländern, beispielsweise Schweizer Franken in der Schweiz, Norwegische Kronen in Norwegen oder Kanadische Dollar in Kanada. Denken Sie kreativ! Ein neues Auto, ein gefülltes Lager, Werkzeuge – erfüllen Sie sich ein paar Wünsche, beschaffen Sie Vorräte, tun Sie in den nächsten Monaten alles, was Sie sich gerade vorwerfen, noch nicht getan zu haben. Nebenbei: Eine Kapitalbeteiligung an einem Bauernhof sichert Ihnen für den Fall der Fälle einen Fluchtpunkt und eine Nahrungsquelle.

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3 responses to Michael Winkler: Keine Panik!

  1. Ja, der Eichelburg verbreitet derzeit richtig Panik:

    http://www.hartgeld.com/filesadmin/pdf/Art_2010-161_DM2.pdf

    Wenn die Währungsreform an diesem Wochenende nicht kommt, heute Schlag 21:00 der Hosenanzug diese nicht mit Leichenbittermiene und hängenden Lidern verkündet, muss er sich wohl einiges gefallen lassen, der Gute …

    Hierzu mal eine Frage: Was spricht eigentlich gegen inländische Fremdwährungskonten, z.B. SFR oder Norweg. Krone … ?

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  2. “Herr Eichelburg ist ein Experte für Edelmetallanlagen, dessen Hoffnungen und jahrelange Prognosen steigender Gold- und Edelmetallpreise sich in den letzten Wochen und Monaten aufs Schönste erfüllt haben.”

    Ich frage mich, weshalb Eichelburg sein ganzes Gold und Silber verkauft. Doch nicht etwa, um Papiergeld dafür zu bekommen?

    Unangenehm ist mir der Gedanke, Geld auf einer Bank zu haben. Ein Konto kann mit einem Klick gesperrt werden. Gibt es eine Bank, wo der “Staat” keinen Zugriff hat?

    “Staat” und Banken haben uns voll im Griff. Lieber verzichte ich auf Zinsen und Kreditkarten. Auf der Bank sollte man nur das Nötigste lassen, für üblichen Zahlungsverkehr. Den “Kredit” bewahre ich lieber im Sparstrumpf auf.

    Mir ist es passiert, daß plötzlich mein Konto gesperrt war, Kreditkarte auch eingezogen. 10 k€ sind bis auf weiteres unzugänglich. Ein Vielfaches davon hatte ich jedoch im “Sparstrumpf” in bar gesichert. Sonst hätte ich mir nicht einmal ein Brötchen mehr kaufen können.

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  3. Sehr guter Artikel vom Winkler ! Ein wichtiger Grund
    gegen plötzliche Währungsumstellung fehlt aber noch.. Die Welt sitzt auf einem astronomischen Schuldenberg und die Finazmärkte sind aufs höchste angespannt..Eine
    schnelle deutsche Währungreform bringt die EU zum Einsturz und das könnte die Weltfinazmärkte augenblicklich mitreißen..Wer will das,wer würde das zulassen ?

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