Michael Winkler: Freiheit
30. Juni 2010 in Geschichte
Freiheit – was ist das? Kurz und prägnant läßt sich das nur mit einem Sinnspruch beantworten: Freiheit ist das, was du erst bemerkst, wenn es nicht mehr da ist. Wir nehmen den Ausdruck “schrankenlose Freiheit” als Steigerung hin, dabei ist eine beschränkte Freiheit schon keine Freiheit mehr.
Frei – das heißt allein. Ein Musiktitel aus ferner Vergangenheit, den ich nicht mehr zuordnen kann. Die völligee Freiheit, die hatte vielleicht der “Westman” in den Büchern von Karl May, der ohne jegliche Bindung die Prärie durchstreift, seine Nahrung selber schießt und sein Nachtlager aufschlägt, wo immer es ihm beliebt. Eine Freiheit, die es im schon damals regulierten Europa nicht mehr gegeben hatte. Dort hieß eine solche Freiheit “Landstreicherei” und wurde von der Obrigkeit mißtrauisch überwacht.
Aus der schrankenlosen Freiheit wurde in Europa die bürgerliche Freiheit, eine der Gemeinschaft angepaßte eingeschränkte Freiheit. Es ist die Freiheit, im Stadtpark nach Lust und Laune spazieren zu gehen, ohne den Rasen zu betreten, weil das verboten ist. Kinder dürfen toben, aber bitte nicht im Hinterhof, wo es die Nachbarschaft stört, und nur zu bestimmten Zeiten. Bürgerliche Freiheit ist ein Korsett, das stützt und vorteilhaft formt, aber zugleich einschränkt und behindert.
Die eigene Freiheit endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.
Ein hehrer Satz, noch bombastischer in Kants kategorischem Imperativ formuliert, und dabei steckt die ganze Weisheit schon in einem Kindervers: Was du nicht willst, daß man dir tu, das füg auch keinem andern zu.
So einfach ist der Kompromiß zwischen eigener Freiheit und gegenseitiger Rücksicht. Darin liegt aber auch schon die Schwierigkeit, denn wir Menschen bilden eine Konkurrenz-Gesellschaft. Ich will das, was du auch willst, und ist es nur einmal vorhanden, geht einer von uns leer aus. Das ist MEIN Parkplatz, und wenn Du mir den wegnimmst, sprenge ich Deine verdammte Dreckskarre in die Luft! Nun, in der Regel tun wir das nicht, aber gewünscht haben wir uns das schon alle mal.
Mein Haus, mein Auto, mein Boot… Die Werbung läuft zwar nicht mehr, aber sie zeigt deutlich unser Revierverhalten. So mancher Urlauber steht in den Ferien um sechs Uhr früh auf, um seiner Familie und seiner Reisegruppe die begehrten Liegestühle per Handtuch zu reservieren. MEINES! Mein Revier! Und am nächsten Morgen steht der unterlegene Konkurrent um 5:45 Uhr auf…
Kein Automanager überläßt dem Konkurrenten freiwillig das eigene Revier, das eigene Absatzgebiet. Buy American! Es hat gewirkt, bis “American” derart ins Hintertreffen geraten war, bis es nicht mehr patriotisch, sondern nur noch dumm gewesen ist, diese Autos zu kaufen. “Aber Sie würden doch nie einen Japaner kaufen?” Der Kunde war so frei, denn die “Japaner” waren preiswert, komplett ausgestattet und zuverlässig. Dank der freien Entscheidung der Kunden wurden die deutschen Autos besser, so viel besser, daß es sich nicht mehr lohnte, einen Japaner zu kaufen.
Wir in der BRD hatten die Freiheit der Auto-Wahl, auf Kredit gab es sogar die ganz große Blechschaukel. Die Freiheit, in zwölf Jahren einen Trabant oder in fünfzehn Jahren einen Wartburg zu kaufen, erschien da weitaus weniger attraktiv.
Geld ist geprägte Freiheit. Noch so ein schöner Spruch, bei den Scientologen heißt er: “Mach Geld, mach mehr Geld, mach noch mehr Geld” – und gib alles deiner Kirche. Als ich das mit der geprägten Freiheit das erste Mal gehört habe, habe ich geantwortet: “Solange es geprägt ist, ist das ziemlich wenig Freiheit.” In Zeiten, in denen der größte Schein auf 500 Euro lautet und der Krüger-Rand deutlich über 1.000 Euro steht, bevorzuge ich natürlich Geprägtes.
Geld ist die Art Freiheit, die uns am ehesten fehlt, zumindest nach unserem Gefühl. Oh ja, ich weiß, wie es ist, wenn man im Supermarkt bei allem mitrechnet, was man in den Einkaufskorb legt – oder eben nicht hineinlegt, weil es zu teuer ist, die mitgeführte Barschaft übersteigt.
Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.
Dieser Spruch beschreibt sehr gut unser heutiges Wertesystem. Wert? Ja, sicher, denn Wert ist das, was wir einem Objekt zubilligen. Der Obsidian, dessen Form den Kopf eines Steinbeils geradezu aufdrängt, war für unsere Vorfahren einmal ungeheuer wertvoll, heute würden wir ihn übersehen. Der Tausend-Goldmark-Schein aus der Kaiserzeit ist heute beinahe wertlos, obwohl er einmal richtig viel Geld gewesen war. Und es gab Zeiten, in denen nicht Geld, sondern Ehre alles gewesen ist, oder der Glaube. Heute haben wir das Geld über alles gesetzt, wir haben Geld auf den Thron gehoben.
Haben wir das freiwillig getan, oder wurde uns das anerzogen? Sind wir Sklaven des Geldes geworden, weil jemand uns versklaven wollte? Wechsler, Wucherer, Juden – das alles waren einst Schimpfworte für die Herren aus dem Geldgewerbe, als selbst Abdecker angesehener gewesen waren, als diese gottlosen Zinseintreiber. Heute verkehren die Bankiers in den höchsten Kreisen, die Führer der Völker sind zu Bittstellern geworden.
Wer das Geld hat, hat die Macht.
Geld ist nicht mehr geprägte Freiheit, sondern das Mittel, die Freiheit zu entziehen.
ZINSKNECHTSCHAFT!!!
Das ist solange rechte Ideologie, bis sie einen ins Joch beugt, bis der Geknechtete begreift, daß er um 30 Silberlinge seine Freiheit verkauft hat. Arbeite, auch wenn das Fron ist, denn du mußt deine Kredite bedienen! Buckle vor dem tyrannischen Chef, denn du mußt deine Kredite bedienen! Verleugne deine Überzeugungen, ändere deine Meinung, denn du mußt deine Kredite bedienen!
Demokratie heißt nicht, daß Parteien mit ihren Überzeugungen um die Gunst der Wahlbürger wetteifern, bei der Demokratie geht es um die einträglicheren Posten, um die größeren Dienstwagen, um Pfründen und Vergünstigungen. Die Gründung einer kriminellen Vereinigung ist strafbar, es sei denn, es handelt sich um eine Partei. Bestechung ist strafbar, es sei denn, es handelt sich um einen Abgeordneten. Das, liebe Leser, ist Demokratie, verankert in den Gesetzen der “freiheitlich-demokratischen” Grundordnung.
Das Grundgesetz gewährt uns die “bürgerlichen Freiheiten”? Nein, ganz im Gegenteil! Das Grundgesetz schränkt alle bürgerlichen Freiheiten ein, stellt sie unter Gesetzesvorbehalt, stellt sie unter die Fuchtel der einfachen Kanzlermehrheit, dem Recht, Gesetze zur Aufhebung der Freiheit zu beschließen. Sie dürfen heute diskutieren, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz finden, Sie dürfen sogar bezweifeln, daß es überhaupt Engel gibt. Sie dürfen jedoch niemals nachrechnen, wie viele Leichen man mit ein paar Tonnen Koks verbrennen kann, zumindest dann nicht, wenn die Verbrennung vor 65 Jahren in Auschwitz stattgefunden hat. Sie dürfen auch niemals nachfragen, wieso von 1,5 Millionen Juden in Hitlers Machtbereich 6 Millionen ermordet wurden und 9 Millionen Wiedergutmachung beziehen. Diese Freiheit wurde Ihnen genommen. Diskutieren Sie lieber, ob das nicht gefallene, aber gegebene Tor von 1966 durch das gefallene, aber nicht gegebene Tor von 2010 ausgeglichen ist. Diese Freiheit wird Ihnen zugestanden.
Warum? Weil die Engländer trotz aller Ungerechtigkeit keinen geldwerten Vorteil daraus ziehen können, während Juden erfolgreich Wiedergutmachung für einen Zug voller Raubgut aus Budapest einklagen, den es nie gegeben hatte.
Wer das Geld hat, hat die Macht.
Oh, wir haben die Freiheit zu reisen. Wir dürfen für ein paar Wochen dem Elend im Land entfliehen, für ein paar Wochen in der Strandbar sitzen und Caipirinhas trinken. Wir dürfen sogar das Land verlassen, in dem wir nichts mehr zu sagen haben, weil Bildungsideologen das Schulsystem kaputtreformieren, weil Genderideologen gegen alles Männliche zu Felde ziehen, weil beamtete Gutmenschen ohne Arbeitsplatzsorgen massenhaft unterqualifizierte Zuwanderer ins Land holen. Merkel-Deutschland ist ein Zuwanderungsland? Lächerlich! Die Deutschen wandern aus, fliehen dieses Land der Perversitäten. Oh ja, wir dürfen uns über Gemeindegesetze aus den USA amüsieren, wo es verboten ist, betrunken in Pferdetränken zu baden. Doch noch verrückter sind Entscheidungen deutscher Gerichte, wo Mordversuch wegen Migrationshintergrund mit zwanzig Stunden Anti-Aggressionstraining im örtlichen Boxverein bestraft wird.
Aus dem dunklen Sklavenschlaf der Gegenwart…
Ja, das steht dort oben, als Flaggenspruch meiner umgedrehten Bundesfahne. Sklave und Schlaf… Ein schlafender Sklave merkt seine Ketten nicht, selbst wenn er von der Freiheit träumt. Was uns als Freiheit vorgeschwärmt wird, ist eine Sklaverei mit retuschierenden Photographen. Auf den Bildern sind die Ketten nicht zu sehen, auch wenn wir sie immer deutlicher fühlen.
Keinerlei Staatsgewalt geht vom Volke aus, zumindest nicht vom deutschen Volke. Politiker geben vor, das Volk zu vertreten, obwohl sie nur der Parteilinie folgen. Der Lissabon-Vertrag wäre ebenso gescheitert wie die EU-Verfassung, hätte das deutsche Volk darüber abstimmen dürfen. Es hätte keinen Euro gegeben, keine Grenzöffnung nach Schengener Abkommen zu Polen. Wir hätten längst verschärfte Zuwanderungsbestimmungen, ein verkürztes Rechtsverfahren mit beschleunigter Abschiebung für Scheinasylanten, ein leistungsorientiertes Bildungssystem und harte Strafen für unfähige Bankenbosse, wenn das Volk selbst entscheiden dürfte.
Kein deutscher Soldat stünde mehr in Afghanistan, dafür würde die Bundesmarine vor Somalia Piratenschiffe versenken, anstatt vor den Libanon zum Wohle Israels Sonnenbäder zu nehmen. Wir würden längst an den Gehältern von Regierung und Abgeordneten sparen, getreu dem Satz von Friedrich dem Großen: Wer ohnehin bestochen wird, dem braucht der Staat nicht viel Geld zu bezahlen.
Freiheit?
Es geht nicht darum, ob Rasen betreten oder Ballspielen verboten ist. Oder ja, es geht genau darum. Die Verbotsrepublik Deutschland regelt alles mit kleinlichen Gesetzen. Querschwimmen verboten. Geschwommen wird längs, entlang der auf dem Beckengrund eingezeichneten Bahnen. Noch verbotener ist Querdenken. Wir haben schließlich eine Hierarchie, wir haben einen Dienstweg. Geniale Ideen hat ausschließlich der Chef, der Untergebene verzapft nur Unsinn. Warum? Weil er eben nicht der Chef ist! Der Gefreite gewinnt Zweikämpfe, der General Schlachten. So ist es nun mal, das ist Gottes Wille – und der Wille der Obrigkeit.
Freiheit hat in der Hierarchie keinen Platz, Freiheit dürfen Sie zu Hause ausleben. Da haben Sie die Freiheit zwischen Apfelschorle und Rotwein, zwischen Bier und Fruchtsaft, zwischen Whisky und Weinbrand. Oder zwischen ARD und ZDF. Also beschweren Sie sich nicht, Sie haben doch mehr Freiheit, als sich Ihre Vorfahren je erträumen durften. Dies ist der freieste Staat auf deutschem Boden, das haben wir so festgelegt.
Oh ja, es gibt Freiheit in diesem Staat, die Freiheit des Hofnarren. Leute wie ich dürfen den Mächtigen den Spiegel vorhalten, aber nur, wenn sie damit das Gelächter der Zuschauer auf sich selbst ziehen, also von den Mächtigen ablenken. Der Fürst leistet sich einen Hofnarren, denn wenn über den Narren gelacht wird, der den Fürsten parodiert, wird keiner über den Fürsten selbst lachen.
Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden.
Ein wunderbarer Satz, eine große Forderung, ein unglaubliches Zugeständnis. Dieser Satz stammt von der Kommunistin Rosa Luxemburg, doch die Kommunisten Lenin und Stalin, Ulbricht und Chrustschow, Honecker und Mao, Breschnew und Pol Pot haben diesen Satz nie praktiziert. Dieser Satz ist immer nur die Hoffnung der Ohnmächtigen, niemals das Credo der Machtbesitzer.
Freiheit muß erstritten, erkämpft und verteidigt werden. Mein Haus, mein Auto, mein Boot… Warum? Wenn meine Freiheit dort endet, wo die Freiheit des Anderen beginnt, ist es nur natürlich, die Freiheit des Anderen so weit wie möglich einzuschränken.
Was Dir gehört, soll auch mein sein, was mir gehört, geht Dich nichts an.
Leider ist auch das eine Umformulierung des Satzes, daß meine Freiheit aufhört, wo Ihre beginnt. Je weiter ich Ihre Freiheit einschränke, desto weiter kann ich die meinige ausdehnen. Nein, das klingt nicht mehr nett, das ist die Wirklichkeit, so sieht das Leben nun mal aus. Mein Handtuch erklärt meinen Liegestuhl zu meinem Revier, und daß in einer Sandburg am Strand ein Deutscher liegt, erkennt man an der Sandburg.
Freiheit ist deshalb ein so wertvolles Gut, weil wir es Tag für Tag erringen müssen. Es gehört Größe dazu, dem Anderen, dem Mitmenschen, dem Nächsten Freiheit zuzugestehen. Denn ich muß meine Freiheit zurücknehmen, wenn ich Ihre Freiheit vergrößern will.
Oh, muß ich das wirklich? Nehme ich ein banales Beispiel: Wenn Ihre Grillparty bis 22:30 Uhr dauert, muß ich mein Recht auf Nachtruhe ab 22:00 Uhr einschränken, meine Freiheit zurücknehmen. Aber, warum zum Teufel bin ich bei Ihrer Grillparty nicht eingeladen? Dann feiern wir gemeinsam bis Mitternacht und keiner muß auf seine Freiheitsrechte verzichten! Warum sind wir so kompliziert?
Man muß auch jönne gönne…
Das hat Rosa Luxemburg viel komplizierter ausgedrückt, intellektueller, aber der Satz auf Kölsch drückt das gleiche aus. Auf Bayerisch heißt es: Leben und leben lassen. Schauen Sie sich die Uhrzeiten im obigen Absatz an. Sie lassen mich mitleben, an der Party teilhaben, und leben dadurch selbst weit besser. Aus dem sauertöpfischen Nachbarn, der ab 22:01 bei Ihnen klingelt und sich über die Ruhestörung beschwert, ist ein Unterhalter geworden, der Ihre Gäste bei Laune hält, ein Segen für Ihre Party.
Frei, das mag für Karl Mays Westmänner Alleinsein bedeuten. Im alltäglichen Leben bedeutet zugestandene Freiheit oft genug vermehrte Freiheit. Sie verzichten auf Ihre Grillparty, wenn mein Sohn am nächsten Tag Abiturprüfung hat, dafür wird mein Sohn alles tun, um ihre verschobene Grillparty zu einem Erfolg werden zu lassen. Es geht nicht um Papiergeld, um schnödes Fiat Money von Wechslern, Wucherern und Juden, es geht um Ehre, um gegenseitige Verpflichtung.
Nicht Geld, sondern Freiheit ist das höchste Gut. Freiheit zugestehen bedeutet Vertrauen zu zeigen. Diese Freiheit bedeutet Ehre, gegenseitige Achtung. Sie ist mehr, als die Kontobücher von Wechslern, Wucherern und Juden fassen können. Sie steht über dem Geld, und deshalb ist sie heute so bedroht. Wer Geld gegen Freiheit tauscht, beugt sich ins Sklavenjoch und hat beides nicht verdient. Die dritte Strophe des Deutschlandliedes, die heutige Nationalhymne, spricht neben Einigkeit und Recht von der Freiheit, von Geld ist nirgendwo die Rede. Die Macht des Geldes wird nicht mehr lange bestehen, doch nur, wer die Freiheit bereits heute im Herzen trägt, wird sich an der neu gewonnenen Freiheit wirklich erfreuen können.

xmartin said on 1. Juli 2010
Sehr geehrter (!) Herr Winkler,
ich kann Ihnen zu 99% zustimmen. Jedoch stört mich der folgende Absatz:
“Man muß auch jönne gönne…
. Aus dem sauertöpfischen Nachbarn, der ab 22:01 bei Ihnen klingelt und sich über die Ruhestörung beschwert, ist ein Unterhalter geworden, der Ihre Gäste bei Laune hält, ein Segen für Ihre Party.”
Als bekennender Nachtmensch können Sie leicht dieser Meinung sein.
Als toleranter, leider in Wechselschicht arbeitender, Nachbar, für den die Nacht manchmal um 3:00 Uhr zuende ist; der sich wegen Partylärm Lärmstopps in die Ohren steckt und morgens den Wecker nicht hört, sich dafür eine Abmahnung einfängt, hört sich das etwas höhnisch an.
Solange jeder für sich wohnt, gestehe ich Ihm gerne alle Freiheiten zu. Aber da viele gezwungen sind, in besseren
Legebatteriene zu hausen, geht es nicht ohne Regeln. Und dann ist für alle eben um 22:00 Schluß.
Vergleichbar mit dem Straßenverkehr. Solange nur vereinzelt mal ein Auto herumfährt, braucht man nur wenige Regeln. Je dichter der Verkehr, desto mehr sind alle auf eine Ordnung angewiesen, auch wenn sie die Freiheit des Einzelnen einschränkt.
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Ralf said on 1. Juli 2010
@ xmartin: Und deshalb: Jeder Deutschen Familie ein Einfamilienhaus mit Anbindung an alle relevanten lokalen Versorgungsstellen.
Für jene, die in den Städten verbleiben wollen oder müssen, gilt: Wenn die Angst um den Verlust des Arbeitsplatzes einmal weniger wird, und die lebensfeindlichen Schichtbetriebe aufgegeben werden, wenn die Nachbarn sich wieder beim Namen kennen, achten, respektieren und schätzen, dann darf es bestimmt auch mal etwas später werden. Oder nicht?
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xmartin said on 2. Juli 2010
@ Ralf:
Gerade weil ich meine Nachbarn kenne, war ich tolerant. Hat sich nur nicht ausgezahlt.
Ralf, ich hoffe, Sie haben nach Abschaffung der Schichtarbeit, nie ein Krankenhaus nötig, oder die Feuerwehr u.s.w.
Als Jugendlicher lebte ich auf dem Dorf, und zum Feiern hatten wir unsere “Hütte im Wald”. Heute ziehe ich mit meinen Freunden durch die Clubs, wenn ich feiern will.
Und meine Nachbarn können ruhig schlafen.
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Ralf said on 2. Juli 2010
@ xmartin: Es gibt einen Unterschied zwischen öffentlicher Grundversorgung für Notfälle (Feuerwehr, Krankenhaus, Unfalldienst etc.) und Ausbeutung der Arbeitskraft im Sinne des Fließbandes. Ersteres verdient Hochachtung, letzteres verdient Abschaffung.
Auch ich komme ursprünglich vom Dorf, und ich wünsche mir die Hütte zurück, die heute nur noch von Parteien und sonstigen Systemgünstlingen gemietet werden kann. Andere Plätze sind heute gar nicht mehr zugänglich, weil “Naturschutzgebiet”, und die lokalen Denunzianten freuen sich immer wieder, wenn sie die Einhaltung der “Gesetze” sicherstellen können.
Sie gehen in Nachtclubs? Gut! Und die Jugendlichen meines Dorfes gehen heute ins Jugendzentrum, weil sich draußen keiner mehr zum Plaudern und Grillen und Biertrinken treffen darf.
Ach, mir kann es egal sein, denn ich bin ausgewandert. Mir tun die Insassen der BRD nicht einmal mehr leid.
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