Bäumchen wechsel Dich – WASG-Mitglied läuft zur NPD über
30. April 2006 in Archiv
Wie man dieser Tage in den Medien lesen konnte, ist das Vorstdansmitglied der WASG, Andreas Wagner, aus der WASG aus- und in die NPD eingetreten. Werden Aussteiger aus nationalen Organisationen normalerweise mit allerhand Lobeshymnen bedacht, gilt für Aussteiger Wagner das genau Gegenteil. Würde man Wagner natürlich mit Lobeshymnen bedenken, wie es die NPD macht, so wäre dies ebenso lächerlich wie die Lobeshymnen auf die drei NPD-Aussteiger vor wenigen Monaten.
Dass man auch auf Seiten der Blockparteien natürlich nicht sonderlich begeistert über den Umstieg ist, kann man sich denken. Jedoch von einer „Katastrophe“ zu sprechen, wie es die Linkspartei.PDS.SED.KPD macht, ist aber dann doch etwas übertrieben, insbesondere in Anbetracht der Politik, die sie alleine, ebenso wie zusammen mit der WASG an den Tag legt. So wünscht sich die PDS offenbar auch, dass man wieder die Mittel zur Verfügung hätte, die man seinerzeit hatte, als man noch SED hieß. Heutzutage muß man sich diese Mittel allerdings mit allen anderen Blockparteien teilen. So hieß es von Seiten der PDS: „In einer Sammlungsbewegung wie der WASG ist es aber immer schwierig, den Leuten in den Kopf zu schauen.“
Warum man bei der WASG allerdings von einer Bewegung spricht, ist unverständlich, so ist das einzig bewegende ihre schiere Überflüssigkeit. Gerade aus diesem Grund sollte die WASG eigentlich schon mit der PDS fusionieren, so spart man sich zumindest eine Blamage wie sie seinerzeit die Schill-Partei erlebte. So konnte man auch damals rechte Parteien vom politischen Futtertrog fernhalten, nur um dann wieder in die Unbedeutsamkeit zu entschwinden. Damals wie heute wurde die Zielsetzung erreicht.
Wagner begründete seinen Übertritt in die NPD damit, dass in der WASG Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt fehle, wenn er allerdings gerade diese bei der NPD zu finden, so kann man ihm nur Glück wünschen, war doch die Linie der Partei in letzter Zeit durch eine Meinungsdiktatur der Herren Voigt und Marx geprägt. Hätten diese Beiden dazu wenigstens die politischen Fähigkeiten, so könnte man es ihnen verzeihen. Auch spricht Wagner von einer kommunistischen Linie der Partei, die „an den SED-Stalinismus“ erinnert. Dies mag zwar seine Richtigkeit haben, aber es braucht sicherlich niemanden, der für solche Aussagen mit einem gutbezahlten Posten beschenkt wird, dies klarzustellen. Scheinbar hat es bei der NPD jedoch Methode, dass bestimmte Posten nicht an Personen vergeben werden, die sich über Jahre hinweg den sprichwörtlichen Arsch für die Partei aufgerissen haben, sondern an populäre Neuankömmlinge und gewöhnliche Renegaten.
Die Medien machen aus Wagner indes natürlich einen Verräter, und werden nicht müde auf das Strafverfahren gegen Wagner wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung hinzuweisen. Dass dieses Verfahren jedoch durch eine Person angestrengt wurde, die wegen eines Angriffs auf Wagner schon rechtskräftig verurteilt wurde, interessiert freilich nicht. Auch sollte man sich die Frage stellen, warum dieses Strafverfahren offenbar kein Problem war, als Wagner noch als Vorstandsmitglied der WASG tätig war.

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