Iran bittet um Schutz vor den USA
2. Mai 2006 in Iran, Nordamerika
Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York, Mohamed Dschawad Sarif, hat den UN-Generalsekretär Kofi Annan dazu aufgefordert, etwas gegen die ständigen Drohungen gegen sein Landes durch die USA zu unternehmen. Offenbar ist Sarif entgangen, dass er bei Kofi Annan an der falschen Adresse ist, ist dieser doch gemeinsam mit George Bush, Angela Merkel und Ehud Olmert als Gast beim American Jewish Commitee eingeladen, einem Treffen der „herausragendsten Köpfe der jüdischen Welt“ (siehe auch: Treffen des American Jewish Commitee). Da hätte sich Sarif auch gleich an den Hausmeister der UN wenden können.
Sarif erklärte, die USA verstießen mit ihren Drohungen gegen geltendes Recht, sowie gegen „die grundlegenden Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen“. Sarif verwies im Speziellen auf eine Aussage von George Bush, dass auch der Einsatz von Atomwaffen gegen den Iran eine Option sei.
Das amerikanische Außenministerin Condoleeza Rice erklärte indessen, dass der Iran „sich fügen“ müsse, und man notfalls auch ohne die UN einen Krieg führen werde. In fataler Weise sei hier an die „Borg“ aus der Fernsehserie Star Trek erinnert: „Sie werden assimiliert. Widerstand ist zwecklos“. Wie der Zuschauer weiß, war der Widerstand nicht zwecklos.
Der Iran sieht natürlich nicht ein, sich zu beugen, da der Atomwaffensperrvertrag ausdrücklich die Urananreicherung für den Einsatz in Reaktoren für die zivile Stromerzeugung erlaubt. Nichtsdestotrotz willigte der Iran ein, UN-Inspektionen seiner Atomanlagen zuzulassen, was von Rice als „Spielchen“ abgetan wurde. Wie die Borg, so scheint auch Rice einen kollektiven Verstand zu besitzen, allerdings sitzt dieser offenbar im Zentrum eines Kubus, sondern an einer gewissen Ostküste.

Nachdenklicher said on 8. Mai 2006
Trotzdem der einzig richtige Weg, den der Iran einschlägt.
Nun ist erst mal die UNO am Zuge. Das sich nichts ändern wird, ist klar.
Ich habe gestern mit großem Erstaunen gelesen, dass die USA 1976 unter Gerald Ford mit dem Iran einen Vertrag über die Überlassung von “ausgedienten” Zentrifugen zur Anreicherung von Uran geschlossen hatten. Damals war aber noch der Schah an der Macht.
Heute natürlich alles nicht mehr war!
Mit Israel haben sie es ja auch so gemacht. Nur, dass sich die dortigen Machtverhältnisse wohl nicht ändern werden.
Was aber, wenn doch?
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