Wikileaks: Das Internet schlägt zurück

Egal wie man zu Wikileaks steht und ob man die ganze Aktion der letzten Tage als Spiel von Geheimdiensten betrachtet, sieht es gegenwärtig so aus, daß ein Großteil der Internetgemeinde aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und bemerkt, daß es mit Meinungsfreiheit, Rechtsstaat und Demokratie nicht weit her ist, wenn jemand zumindest einige der dreckigen Machenschaften der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft aufdeckt. Auch wenn der Großteil dieser Menschen noch lethargisch dem Treiben zuschaut, setzt doch langsam aber sicher ein Umdenkungsprozeß ein, daß das derzeit etablierte System nicht das Maß aller Dinge ist uns es in Kürze sogar zu einem gänzlichen Systemwandel kommen könnte. Dafür spricht nicht nur der Umgang mit tatsächlichen oder vermeintlichen Dissidenten, sondern auch die nicht kontrollierbare Wirtschaftskrise, und daß die Volksvertreter immer augenscheinlicher nicht das Volk sondern nur ihre eigenen Interessen vertreten.

Während der Großteil wie gesagt noch lethargisch zuschaut, gibt es aber schon Menschen, die das Internet als den letzten Freiraum betrachten und gewillt sind diesen Freiraum zu verteidigen. Was in den Medien noch fälschlicherweise als Hacker bezeichnet wird sind einfach nur Menschen, die es “denen da oben” mit Hilfe einfachster Programme auswischen wollen. Selbst jemand ohne Computerkenntnisse kann sich auch Seiten wie Sourceforge das Programm “Low Orbit Ion Cannon” (LOIC) auf seinen Windows- oder Linux-Rechner laden und es denen da oben mal zeigen. Als Einzelaktion wäre dies natürlich vollkommen unbedeutend, aber dank der Vernetzung des Internet finden sich genügend Gleichgesinnte um mit tausenden von Computern gleichzeitig anzugreifen. Die Version Hive Mind von LOIC hat sogar einen integrierten IRC Chat um sich abzusprechen. So gelang es Aktivisten in den vergangenen Tagen unter anderem die Seiten von VISA und Mastercard abzuschalten, nachdem diese die Konten für Wikileaks sperrten.

So ist in den letzten Tagen ein regelrechter Internet-Krieg entbrannt, in dem Staaten versuchen einschlägige Seiten entweder mit rechtlichen Mitteln vom Netz zu nehmen oder durch Computerangriffe abzuschalten. Die Betroffenen schlagen gezielt zurück und organisieren ihre Angriffe mit zunehmender Vernetzung und Genauigkeit. Der Erfolg besteht darin, daß sich Menschen kurzfristig absprechen und zum Angriff übergehen. Waren es anfangs nur ein paar Hundert, die sich zu einem Angriff zusammentrafen, sind es mittlerweile schon mehrere Tausend und wenn der Trend anhält könnten es bald schon Zehntausende sein, die unter anderem mit Botnetzen in Millionenhöhe ausgestattet sind. Damit bewegen wir uns in einem Bereich, mit dem sich so gut wie jeder Rechner abschalten läßt. Zur Hilfe kommen den Angreifern dann noch die normalen Benutzer, die eine ohnehin schon überlastete Seite immer wieder neu laden und versuchen auf Funktionen zuzugreifen und somit der Seite den Rest geben. Wie wir aus inoffizieller Quelle erfahren haben, sollen in den nächsten Wochen Testläufe stattfinden um zu sehen, welche Kapazitäten man besitzt und wie groß die Ziele sein können.

Während viele Regierungen schon an Plänen für einen Internet-Krieg gegen andere Staaten gearbeitet haben, sind die jetzigen Angriffe doch ein wenig überraschend. Vielleicht werden sie der westlichen Wertegemeinschaft dazu dienen das Internet zu regulieren, aber vielleicht wird sich das Internet als resistent erweisen und bei stärkeren Repressionen mit immer stärkeren Angriffen antworten. Die Daten von Wikileaks befinden sich übrigens mittlerweile auf beinahe 1.400 Servern weltweit.

Es handelt sich bei den derzeitigen Angriffen übrigens nicht vorwiegend um Wikleaks-Anhänger, wie die Medien berichten, sondern hauptsächlich um Menschen, denen die Freiheit des Internet am Herzen liegt. Denn ohne das Internet würde es Seiten wie den Nonkonformisten oder Altermedia wohl kaum geben. Ohne das Internet bestünde die derzeit gegebene Vernetzung unter Gleichgesinnten gar nicht, denn wer fährt schon gerne ein oder zwei Stunden um sich mit Gleichgesinnten in einem geheimen Lokal zu treffen? Deshalb stimmt es uns auch ein wenig traurig, wenn Menschen immer mehr zu Konsumenten werden anstatt die Ihnen gebotenen Angebote zur Vernetzung und Mitarbeit zu nutzen. Das Internet lebt nämlich nicht von den Konsumenten, sondern von denjenigen, die sich beteiligen wollen.

Was wir derzeit sehen kann jedoch der Anfang eines neuen Zeitalters sein, an dem wir den Ballast der vergangenen Jahrzehnte abschütteln uns uns neu orientieren. Dabei geht es nicht nur ums Internet, sondern auch um die politischen- und wirtschaftlichen Systeme. Diesmal hat jeder die Möglichkeit mitzumachen, also nutzt die Euch gebotenen Möglichkeiten um die Dinge zum Positiven zu verändern. Jetzt haben wir die Möglichkeit um Millionen von Menschen auf unsere Seite zu bringen, also laßt die Grabenkämpfe und Spaltereien sein und zieht endlich an einem gemeinsamen Strang.

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6 Kommentare zu “Wikileaks: Das Internet schlägt zurück”

  1. Tony Katz sagt:

    Sehr schöner Kommentar, ergänze: nicht das “Internet” schlägt zurück, sondern die wahrheitssuchenden, ehrlichen, nicht korrumptieren Menschen schlagen zurück.
    Wir brauchen Volksvertreter, keine Volkszertreter, wir fordern gute Lösungen für die Allgemeinheit, nicht die besten Abkassierer-Programme für einige wenige. Wir brauchen “Bürgerlobbyisten”, also solche OHNE KAPITALINteressen.

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  2. Leopard2 sagt:

    Operation: Payback war gut und durchaus erfolgreich.
    Es wurde ein deutliches Signal gesendet.
    Dennoch, die Strategie ist nun anders, die neue Operation lautet
    Operation Leakspin.
    http://operationleakspin.org/

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  3. josef larcher sagt:

    es wird endlich zeit dass die leute rwachen und sehen was die gauner da oben alles treiben. wir sind für diese idioten doch nur das kanonenfutter. so kann es einfach nicht mehr weitergehen. da werden milliarden gesammelt zb haiti – und was ist – die menschen dort haben immer noch kein wasser und nichts zu essen – wo sind die milliarden?

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  4. Flandria sagt:

    @ Schriftleitung
    Sie haben das hihihihi von . entfernt und machen genau das was Odin rat:

    das rat ich, Loddfafnir, nimm die Lehre
    wohl dir wenn du sie merkst
    mit ungesalnen Narren sollst du
    nicht Worte wechseln

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  5. [...] hier den Originalbeitrag weiterlesen: 15 – Der Nonkonformist | Blog | Wikileaks: Das Internet schlägt zurück [...]

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