Aber bitte mit Sahne – TAZ-Redakteur weint sich aus

9. Mai 2006 in Deutschland, Internes, Nachrichten

Unter dem Titel “‘Ironie des Schicksals’ – Die rechtsextreme Szene feiert den Tod von Paul Spiegel” weint sich ein Michal Klarmann von der TAZ darüber aus, dass man halt nicht auf allen Seiten den Tod unseres ehemaligen Diaspora-Chefs mit Bedauern festgestellt hat. Klarmann meint dazu: “Seit Spiegels Tod am vergangenen Sonntag sprudeln Häme und Judenhass nun förmlich über.” Häme sicherlich, aber der Tod eines jüdischen Volksverhetzers dürfte kaum geeignet sein, den Judenhass über ein Maß hinaus zu fördern, das Paule Spiegel nicht allein schon durch sein Auftreten erreicht hat. Stattdessen hat der eine oder andere Antizionist jedoch entdeckt, dass sich auch bei Juden immer etwas Gutes finden läßt, es kommt halt nur darauf an, wie lange man bereit ist, zu warten.

So führt Klarmann nach einer Abhandlung über das Ableben von Ignatz Bubis fort: “Ähnlich wie Bubis war auch Spiegel als Kopf des Zentralrates der Juden in Deutschland Hauptfeind der Neonazis. Was man den beiden – dead or alive – wünscht(e), dürfte man in der rechten Szene wohl allen in Deutschland lebenden Juden wünschen.” Nein, werter Herr Klarmann, Bubis war nicht ähnlich wie Spiegel Kopf des Zentralrates der Juden, Bubis war Spiegels Vorgänger als Präsident des Zentralrates. Klarmann scheint generell nicht zu wissen, was er denn nun eigentlich sagen will, oder soll: “Spiegel starb nämlich am selben Tag, an dem Adolf Hitler 1945 Selbstmord begangen hatte.” Wieder falsch, Herr Klarmann, Spiegel starb nicht am selben Tag, sondern am gleichen Datum, 61 Jahre später.

Doch Klarmann hat auch etwas für dieses Magazin in petto. So schreibt er über “Der Nonkonformist”: “Ein sich selbst Nonkonformismus attestierendes Blog, das offenbar Altermedia in Sachen Häme und Sarkasmus den Rang abzulaufen gedenkt, schreibt von einem ‘Anfall geschichtlicher Ironie’ und titelt zum Tod des ‘Oberjuden(s) Paule Spigel’: ‘Eine Träne geht auf Reisen’” (siehe auch: Eine Träne geht auf Reisen – Paule Spiegel segnet das Zeitliche). Auch hier liegen Sie wiederum falsch, Herr Klarmann. “Der Nonkonformist” versucht niemandem irgendeinen Rang abzulaufen, auch sonst wäre uns von keinem Konkurrenzverhältnis zwischen “Der Nonkonformist” und “Altermedia” bekannt. Altermedia beschäftigt sich im Übrigen ebenfalls mit dem Ihnen (siehe hier), was aber weniger an Konkurrenz, sondern vielmehr daran liegt, dass beide Foren in ihrem Bericht erwähnt werden, und uns eventuell die gleiche Person auf Ihren Artikel aufmerksam gemacht hat. Das nächste mal, wenn Sie über so etwas spekulieren, oder Ihre Ansichten kundtun wollen, steht Ihnen die Möglichkeit offen, hier einen Kommentar zu schreiben. Wer würde Sie daran hindern, außer Sie selbst? Hier müssen Sie allerdings damit rechnen, sich mit dem politischen Gegnar auseinandersetzen zu müssen. Über uns diskutieren können Sie nun ja schon, aber was halten Sie davon, mit uns zu diskutieren?

Zu guter letzt hofft Klarmann, dass die Freude über Spiegels Tod strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird, gesteht aber ein, dass dies nun doch sehr unwahrscheinlich ist: “Auch wenn derlei wohl kaum strafrechtliche Ermittlungen nach sich ziehen wird…”. Soweit lassen sich Paragraphen noch nicht nach Ihren Vorstellungen biegen, Herr Klarmann.

Für die Zukunft, eine kleine Begriffserläuterung für Sie, Herr Klarmann: “Nonkonformismus bezeichnet die Nichtübereinstimmung der individuellen Ansichten eines Menschen mit den herrschenden Ansichten”. Insofern ist dies keine Selbstattestierung, sondern ein objektiver Terminus.

Michel Friedman

Unterdessen hat der jüdische Schriftsteller Rafael Seligman den in der Unterwelt unter seinem Spitznamen Paolo Pinkas bekannten Michel Friedman als Nachfolger Spiegels vorgeschlagen. Friedman wurde im Juni 2003 wegen Drogenbesitz und Menschenhandel angeklagt, jedoch trotz der Aussagen von mehreren ukrainischen Frauen, die zwangsprostituiert wurden, nur wegen Drogenbesitz belangt. Für Seligman sei Friedman “der natürliche Repräsentant der deutschen Juden”. Wer wollte dem widersprechen, würden wir jedoch soetwas sagen, wäre dies für Michael Klarmann wiederum ein Grund zur Klage. Manchen kann man halt gar nichts rechtmachen.

Siehe auch:
Telepolis – 03.05.2006
Wikipedia – Nonkonformismus

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4 responses to Aber bitte mit Sahne – TAZ-Redakteur weint sich aus

  1. Herr Friedman wäre der richtige Mann für den Posten. Seine Eigenschaften und seine Geschichte sind Optimal. Zum Augenöffnen ist ER das beste was Deutschland passieren kann. Meine Stimme hat er……

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  2. Eine interessante Herausforderung an Klarmann, sich doch auch mal mit uns zu diskutieren, anstatt über uns. Daß er diese Herausforderung annehmen wird, dürfte nicht zu erwarten sein, obwohl er ja offensichtlich dieses Magazin liest. Um diese Herausforderung anzunehmen müßte er zumindest denken, daß er bestehen könnte. Doch auch er weiß, daß er es nicht kann.

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  3. Glaube persönlich auch nicht, daß da was von Klarmann kommen wird. Kennt man doch. Erst die große Klappe, und wenn daraufhin was folgen soll, ist Totenstille angesagt.

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  4. Das Herr Seligman den berühmten Herrn Friedman als Repräsentanten des Zentralrates der Juden zu empfehlen versucht, verwundert nicht sonderlich; der Zentralrat der Deutschen repräsentiert auch seit mehr als einem halben Jarhundert die besten Köpfe!

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