Gerd-Lothar Reschke: Geld – Kleiner Einführungskurs für Neulinge und Einsteiger

Geld ist nicht das, wofür es gemeinhin gehalten wird. Im letzten Artikel bin ich auf die Denkweise von 99% der Bürger eingegangen, die meinen, ihr Euro sei echtes Geld, und auf den Banken sei dieses Geld am sichersten. Danach ist mir aufgefallen, daß ich dabei aber schon von einem anderen Bezugspunkt ausgegangen bin: dem der restlichen 1%. Deshalb habe ich mir gedacht, es wäre vielleicht gar nicht so schlecht, mich nochmal in die andere Sichtweise hineinzuversetzen und deren Denken genauer aufzuschlüsseln. Denn jenen 99%, die mich nicht verstehen können, nützt es ja recht wenig, einfach nur als “dumm” bezeichnet zu werden. Sie werden deshalb ihre Sicht noch lange nicht (bzw.: erst recht nicht) revidieren. Deshalb hier zur Abwechslung mal ein kleiner Einführungskurs für Neulinge und Einsteiger, ganz von vorne her angelegt. So wie beim Sexualaufklärungsunterricht. Wer nicht aufgeklärt wurde, nimmt ja wahrscheinlich immer noch an, die neugeborenen Säuglinge würden vom Storch gebracht.

Was ist eigentlich Geld?

Der Mythos der Werthaltigkeit des Papiergeldes

Ziemlich ähnlich wie mit dem Storch, der die Babys bringt, ist es mit dem vorherrschenden Glauben der meisten Menschen, ihr Geld seit etwas “Werthaltiges”. Wer es nicht anders weiß und es dann auch noch tagtäglich überall gesagt bekommt, insbesondere von der Regierung, von den regierungstreuen Nachrichtenorganen, von den Banken, von den Schulen und Universitäten, von der Versicherung, vom Finanzberater und von seinen Freunden und Bekannten, wird das vermutlich auch weiterhin so annehmen.

Unser Geld ist aber eben nichts Werthaltiges, sondern zuerst einmal Papier. Dieses Papier dient als Zahlungsmittel. Werthaltig ist es dadurch noch lange nicht. Denn wie wird es erzeugt? “Aus dem Nichts”. Indem jemand Schulden bei einer Bank macht — nun erschafft die Bank dieses Geld. Des weiteren erschafft der Staat seine Finanzmittel, indem er Schulden macht, und zwar immer höhere Schulden (darauf komme ich gleich).

Unserem heutigen Papiergeld (Euro, Dollar usw.) steht praktisch kein Wert mehr gegenüber. Der Wert entsteht nur dadurch, daß die Leute annehmen, es gäbe noch einen Wert. Sobald sie merken, daß dem nicht so ist — eben: daß gar nichts dahinter steckt, sondern daß es sich nur um Papierzettel handelt und sonst nichts —, ist dieser scheinbare “Wert” binnen Sekunden verschwunden. Die Funktion als Tauschmittel verblaßt im selben Moment, und man bekommt für dieses Papier dann leider überhaupt nichts mehr!

“Es funktioniert aber doch sehr gut”, heißt es. Ach ja, wirklich? Was verstehen Sie dann unter “funktioniert gut”? Wir haben hier eine Blase ungedeckten Geldes, als Papierzettel (bzw. als Zahlen in irgendwelchen Bankcomputern) in Erscheinung tretend. Schauen wir uns mal die “Wertdeckung” genauer an: Da gibt es in der Bundesrepublik Staatsschulden von ca.2.000.000.000.000 Euro. Hinzu kommen Verbindlichkeiten in Form von Altersvorsorgeansprüchen der Bürger (Renten und Pensionen) in Höhe weiterer ca.5.000.000.000.000 Euro. Das gilt aber nur, wenn man Deutschland aus den weiteren Verpflichtungen, etwa der Euro-Zone, heraustrennen würde. Nimmt man nun die, in letzter Zeit mit wachsender rhetorischer Vehemenz, zugesagten Verbindlichkeiten in Form von sogenannten “Rettungsschirmen” für die Staatsbankrott-Kandidaten Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Italien, Belgien usw. hinzu, so kommt man leicht auf weitere Billionen. Billionen? Nein, wahrscheinlich geht es da noch in viel höhere Bereiche. Und wir sprechen hier immer von Schulden, alsoVerpflichtungen, nicht von Guthaben oder vorhandenen Werten bzw. Leistungen!

Wir haben es also mit einem Papier zu tun, mit dem man zwar (noch) einkaufen kann, das aber nicht nur in keinster Weise wertgedeckt ist, sondern das sich bei genauerem Hinschauen als puresFinanzgift entpuppt. Nicht nur “nichts” dahinter, sondern es droht ein gewaltiger Kollaps.

Werthaltiges Geld

Nun gibt es aber auf der anderen Seite auch noch eine ganz andere Art Geld, nämlich wertgedecktes bzw. werthaltiges Geld. Es ist genau jenes Geld, das einzig während der letzten paartausend Jahre immer als werthaltig verstanden wurde und in dieser Funktion auch niemals wirklich erschüttert worden ist. Nämlich: Gold und Silber.

Ach, das wußten Sie nicht? Das sollen Sie ja auch gar nicht wissen dürfen! Denn das langfristig nicht nur wertlose, sondern sogar als Schulden- und Enteignungssprengsatz fungierende Papiergeld darf, so ist es von heutigen offiziellen Stellen gewünscht, keinen Konkurrenten haben! Andernfalls passiert nämlich genau das, was diese Stellen insgeheim befürchten: eine Abwanderungsbewegung. Menschen versuchen dann ihr Hab und Gut, ihre Ersparnisse, ihre Altersvorsorge und sonstigen Anlagen aus dem wertlosen Papiergeld in Sicherheit zu bringen. Im selben Moment wird der Einsturz des Kartenhauses, das unser ungedecktes Schuldgeld darstellt und das nur durch die Unwissenheit der besagten (noch) 99% der Bevölkerung aufrecht gehalten wird, sehr beschleunigt.

Schauen Sie sich dazu bitte folgende Graphik an:

GoldQuelle: www.markt-daten.de

Werthaltiges Geld, also Edelmetalle, steigt scheinbar im Wert. In Wirklichkeit haben wir es mit einer“Wippe” zu tun, mit einer Art Waagschale: Man muß immer mehr vom Wertlosen auf die eine Seite legen, um das, was auf der anderen Seite liegt, noch auszugleichen. Hier geht es um eine Unze Gold. Ganz ähnlich verhält es sich mit einer Unze Silber:

SilverQuelle: www.markt-daten.de

Die Leute merken, daß Papiergeld wertlos ist, und kaufen werthaltiges Geld in Form von Gold oder Silber. Man könnte auch sagen: Sie wetten auf den Kollaps des Papiergeldsystems. Aber wie können Sie das tun? Wie können sie sich da so sicher sein?

Die bevorstehenden Staatsbankrotte

Nehmen wir nochmal die oben bereits angesprochenen Schuldenbeträge. Jeder, der noch halbwegs bei Verstand ist, wird sofort merken: diese Schulden können nicht beglichen werden. Die Bevölkerungen ganzer Staaten müßten Jahrzehnte auf Jahrzehnte arbeiten, um solche Schulden zu bezahlen. Aber selbst das würde nicht reichen! Denn da ist neben den Schulden auch noch der Schuldzins. Und dieser Zins verzinst sich wiederum ebenfalls, und damit tritt die Verschuldung in eine immer steiler aufragende Exponentialkurve ein.

Wir haben es hier mit Schuldnern zu tun, die ohnehin nichts zurückzahlen können. Diese Schuldner versuchen wenigstens insoweit Stundung der Schuld zu erreichen, als sie krampfhaft versuchen, wenigstens noch die Schuldzinsen zu begleichen. Aber auch das hat sich bereits als unmöglich erwiesen. Also müssen sie für die Schuldzinsen weitere Schulden aufnehmen. Nun aber schlägt der Zinseszins-Effekt erbarmungslos zu. Von einer Schuld-Rückzahlung ist längst nicht mehr die Rede; aber selbst der Zins wird unfinanzierbar. Der Schuldner (in diesem Falle die Staaten, etwa Griechenland, Irland etc., oder einzelne Bundesstaaten der USA, ebenso wie Großbritannien) istbankrott. Damit überhaupt noch Geld herangeschafft werden kann, bietet man seine Schulden zu immer höheren Zinssätzen auf dem offenen Markt (Staatsanleihen- bzw. Bondmarkt) an. Da auch das inzwischen Schwierigkeiten bereitet, beginnt man, Geld zu drucken. Damit wird das Papiergeld (denn nur dieses läßt sich beliebig nachdrucken, auch ohne jegliche Wertdeckung) natürlich noch schneller wertlos.

Der hier beschriebene Prozeß ist irreversibel und irreparabel. Denn man käme ja aus der Schuldenfalle nur heraus, indem man wieder für Rückzahlung sorgte, und dies wäre wiederum nur durch Steigerung der Einnahmen möglich. Aber Einnahmen in der Höhe, wie sie hier nötig wären, zu erbringen ist schlichtweg menschenunmöglich. Der Bankrottvorgang nähert sich also seiner mathematisch unvermeidlichen Katharsis.

Die Argumente der Tatsachenleugner

Die 99% der Menschen, die noch an den Wert ihres Papiergelds und an die Rückzahlbarkeit der Schulden und an die Wiederbeschaffung der längst verlorenen Wertdeckung glauben, werden durch mächtige Instanzen in diesem Glauben gehalten. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Propagandaorgane des Mainstreams und von diesen engagierte und in der Regel auch bezahlte “Experten”. Deren Aufgabe besteht darin, die Edelmetalle als Geld schlechtzureden, das sich ständig entwertende Papiergeld als “vollkommen und unzweifelhaft sicher und wertstabil” darzustellen und so eine Abwanderung der Anleger in verläßliche, krisenfeste Alternativen zu verhindern. So nehmen sie etwa obige beiden Kurven als “Beleg” für eine behauptete “Edelmetall-Blase”. Es handele sich um einen reinen “Spekulationseffekt”. Die EM-Preise seien überhöht und würden bei nächster Gelegenheit in sich zusammenbrechen. Menschen, die ihr Erspartes in werthaltige Edelmetalle umschichten, werden als “ängstliche” und “furchtgetriebene” Pessimisten hingestellt, oder sie seien einem “Rausch” (dem Gold- oder Silberrausch) verfallen und von aller Vernunft verlassen.

Mit solchen Argumenten versucht man allen Zauderern Angst einzuflößen, also jenen, die sich zwischen den Stühlen wiederfinden (hie einhellige Mainstream-Sichtweise, dort die ungewohnte Denkweise: Edelmetalle als echtes, Papiergeld als unechtes Geld) und sich von den Zeichen der Zeit in die Enge getrieben fühlen. Etwa wenn sie damit konfrontiert werden, daß sich mittlerweile sogar schon in den offiziellen Meldungen der Hauptmedien die düsteren Nachrichten über “alternativlose” Bankenrettungen, steigende Preise, sinkenden Lebensstandard und drohende Staatsbankrotte häufen.

Ich beende meinen kleinen Einführungskurs für Neulinge und Einsteiger mit der Frage: Versuchen Sie anhand der obigen Informationen, die Sie auch leicht mittels weiterer Quellen (auf dieser oder ähnlichen Webseiten) überprüfen können, selbst zu entscheiden, wo genau hier eine “Blase” existiert. Besteht die Blase in der Wertlosigkeit der Edelmetalle, oder besteht die Blase nicht vielmehr in dergigantischen Aufblähung eines Verschuldungssystems, das drauf und dran ist, völlig aus dem Ruder zu laufen? Stellen Sie sich dann nochmal anhand der Graphiken ganz bildhaft eine Wippe vor, bei der das Verhalten der einen Seite mit dem Verhalten der anderen Seite ganz direkt in Verbindung steht. Mit anderen Worten: Wo ist hier der reale Wert angesiedelt? Beim Edelmetall, oder beim Papier? Braucht man mehr Metall, um eine Wertdeckung des Papiergelds aufzuwiegen, oder braucht man mehr Papiergeld, um eine Wertdeckung (bzw. einen inhärenten Wert) des Edelmetalls aufzuwiegen?

Ja, es ist schon ein etwas seltsames Gefühl, wenn man erfährt, wie Kinder wirklich gezeugt werden — irgendwie ganz anders als bei der Geschichte mit dem Storch. Aber irgendwann hilft alles nichts: Um erwachsen zu werden, sollte man den Tatsachen ins Auge sehen und seine Kinderträume verabschieden. Das hilft dann auch bei den weiteren Entscheidungen, die das Leben für einen bereithält.

Gerd-Lothar Reschke

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4 Kommentare zu “Gerd-Lothar Reschke: Geld – Kleiner Einführungskurs für Neulinge und Einsteiger”

  1. Der Irmine sagt:

    Wer sich unter dem Begriff Geld etwas schwer vorstellen kann, sollte sich den kleinen Vortrag von Andreas Claus zu Gemüte führen.

    http://www.dailymotion.com/video/x8r1a0_crashkurs-geld-finanzsystem-und-rec_news

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  2. Flandria sagt:

    Über uns ist der am meist unmenschliche Diktatur gegründet worden, die Diktatur des Geldes. Die Plutokratie , die Bündnis des Liberalismus.

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  3. 2martinhe sagt:

    Der Irmine:
    Andreas Clauss ist Mitherausgeber des “Deutschland Protokoll” . Wer nicht soviel Zeit hat, für den gibt es die Schnelldusche: http://www.dailymotion.com/video/x8r1a0_crashkurs-geld-finanzsystem-und-rec_news

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  4. 2martinhe sagt:

    Verzeihung, hier:
    http://video.google.com/videoplay?docid=8862164735311239449#

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