James Moran – Andere Länder, gleiche Sitten
18. März 2003 in Nordamerika, Zionismus
Dass das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nur in der BRD mit Füssen getreten wird, sondern auch in dem Land in dem die Freiheit der Rede nach eigenem Bekunden erfunden wurde, lässt sich an folgendem Fall deutlich erkennen.
Ein Kongressabgeordneter aus Virginia, James Moran, erdreistete sich doch wirklich das Auserwählte Volk für den Waffengang Amerikas gegen den Irak verantwortlich zu machen. Wörtlich sagte er: „Wäre nicht der grosse Einfluss der jüdischen Gemeinschaft für einen Krieg gegen den Irak, würden wir es nicht machen.“ („If it were not for the strong support of the Jewish community for this war with Iraq, we would not be doing this.”) Vor den ca. 120 Zuhörern in einer bischöflichen Kirche beim einem Forum am 3. März führte Moran weiter aus, dass die jüdische Lobby einflussreich genug sei den Kurs der Regierung noch zu ändern und dass sie dies auch machen solle.
Diese Aussprüche blieben natürlich nicht ohne Folgen, direkt am nächsten Tag meldete sich das Weiße Haus in Form von Ari Fleischer zu Wort. Dieser ist der Ansicht, dass die Anspielungen von Moran schockierend und falsch sind und nicht hätten gesagt werden dürfen. Einen Beleg für die Falschheit dieser Aussagen blieb Ari Fleischer natürlich schuldig.
Der Exekutivdirekter der Jüdischen Gemeinschaft vom Großraum Washington, Ronald Halber, stellte heraus, dass Moran früher schon solch unsensible Kommentare in seinen Reden über Israel (Eigentlich redete Moran nur von der jüdischen Lobby in den USA, aber das kommt wohl aufs Gleiche raus) gemacht hat (schmerzt die Wahrheit etwa so sehr, dass deren Vertreter schon unsensibel sind?), aber diesmal habe Moran ein ungehöriges Level erreicht. Genau wie Ari Fleischer behauptete auch Ronald halber, dass die Aussagen Moran’s nicht der Wahrheit entsprechen würden, natürlich blieb auch Halber Belege dafür schuldig.
Viele jüdische Führungskräfte, angeführt von sechs Rabbis aus Nord-Virginia fordern den Rücktritt von Moran. Die Kommentare vom Rabbi Jack Moline dürften aber am Interessantesten sein, untermauern sie doch den von Moran angesprochenen jüdischen Einfluss auf die amerikanische Politik. So sagte Moline, dass Moran ein Antisemit sei (herrlich, die gleiche Totschlagkeule wie hierzustaate) und dass viele jüdische Gruppen schon bei der letzten Wahl versuchten ihn aus der Politik zu vertreiben, was ihnen allerdings offensichtlich nicht gelang. Im weiteren Verlauf griff Moline dann auch die Wortlaute von Fleischer und Halber auf indem er sagte, dass Moran desinformiert, schrecklich sensibel und unfähig für sein derzeitiges politisches Amt sei. Natürlich blieb auch Moline Belege dafür schuldig.
Moran könnte einem richtig sympathisch sein, wäre da nicht der Haken, dass er unter dem Druck der jüdischen Lobby in Amerika (die wie ich weiss nur in meiner Phantasie existiert) zusammengebrochen ist. Wörtlich sagte Moran: „Ich habe einige unsensible Anmerkungen gemacht, die ich tief bedauere. Ich hätte nicht die jüdische Gemeinschaft herausstellen sollen und bedauere es, dass ich den Eindruck erweckt habe, dass ihre Mitglieder in irgendeiner Weise verantwortlich sind für die Aktionen, die die Regierung verfolgt, oder dass sie irgendwie für den bevorstehenden Krieg verantwortlich sind („I made some insensitive remarks that I deeply regret. I should not have singled out the Jewish community and regret giving any impression that its members are somehow responsible for the course of action being pursued by the administration, or are somehow behind an impending war.”).
Da hat Moran seinen Text gut auswendig gelernt, nun darf er wohl noch für den Rest seiner Amtszeit seinen Posten als Politiker behalten. Und wie ein ganz böser Mann auf der Strasse zu mir meinte, so wird die jüdische Lobby wohl dafür gesorgt haben, dass Moran auch nie wieder solche Wahrheiten verbreitet.
Andere Länder, aber die Sitten sind doch nicht allzu verschieden.

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