Der böse braune Terror – etwas zum Schmunzeln

Der Vorgang ist bereits etwas betagt, erreichte mich im November kurz vor meiner Abreise aus Deutschland und ich fand bislang keine Zeit, diese niedliche Anekdote weiterzugeben. Zum Ausklang des bösen, braunen Terrorjahres 2011 sei jedoch dieses wahrhaftig grausame Verbrechen am Bundesmichel der Allgemeinheit kundgetan.

Da sich Namen und Adressen im Weltnetz manchmal unerwünscht schnell verbreiten, hat mich der Verfasser des nachstehenden offenen Briefes gebeten, seine Anonymität im Weltnetz zu wahren. In seiner Heimatstadt in Schleswig-Holstein dürfte er nunmehr bekannt sein wie ein bunter (brauner?) Hund.

Es begab sich zu der Zeit, als das kleine Städtchen Glinde in Schleswig-Holstein in seinem bunten Schlummer von Multikulti träumte, daß – welch ein Skandal! – ein Thor-Steinar-Laden diese bezaubernde Idylle mit seiner Eröffnung empfindlichst störte. Man lese und staune.

Glinde, den 06.10.2011
Offener Brief an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt
Glinde in Schleswig-Holstein

Sehr geehrte Damen und Herren, Funktionärinnen und Funktionäre in den politischen Parteien, sehr geehrter Herr Bürgervorsteher, verehrte Mitgliederinnen und Mitglieder der Gewerbevereinigung Glinde, verehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Presse,

ich möchte Ihnen als Initiatoren und Übermittler der Bürgerbewegung „Glinde ist bunt statt braun“ (Tenor im „Sonntagsmarkt“ der Kw 39) in Ihrem demokratischen „Kampf gegen Rechts“ nicht im Wege stehen, aber ich erbitte mir etwas mehr Respekt vor Ihren Mitbürgern und der Demokratie. Nachstehendes ist eine Lehrstunde in eben dieser ge-/erlebten bundesdeutschen Demokratie, die Schilderung sollte Sie zu einem demokratischen Umdenken in Ihrer von Vielen geschätzten Aktion bewegen.

Die örtlichen Druckmedien „Sonntagsmarkt“ und „Glinder Zeitung“ informierten über die Eröffnung eines „Thor Steiner“-Ladens am Glinder Berg, der offenkundig zu einer all-umfassenden Entrüstung in der Stadt Anlaß gibt. Meine Frau und ich waren sehr erstaunt, dass der Verkauf von Kleidung derart anstößig sein könnte. Der Begriff „Thor Steiner“ sagte uns überhaupt nichts, eine hiesige rechtsradikale Szene ist uns, von einigen wenigen Berichten in den unabhängigen Medien abgesehen, im Gegensatz zu einer linksradikalen Szene (siehe Rote Flora in Hamburg) fremd.

Als mündige Staatsbürger der Nachkriegsgeneration beschlossen wir somit, diesen Stein des Anstoßes am Glinder Berg aufzusuchen, um uns umfassend darüber zu informieren, welches Verbrechen dort in unserer Stadt aufzukeimen beginnt. Völlig unbefangen fuhren wir mit unserem Kraftfahrzeug auf einen freien Parkplatz direkt vor dem besagten Laden mit dem Namen „Tönsberg“ (der Name der ältesten norwegischen Stadt am Oslofjord, gegründet AD 871). 10 m entfernt stand eine Gruppe von Demonstrantinnen und Demonstranten jeden Alters, ca. 50 an der Zahl und mit Schildern bewaffnet, abseits standen Einsatzfahrzeuge der Polizei.

Als wir ausstiegen, sagte jemand „die wollen doch da wohl nicht rein“ und es ertönten sogleich Buh-Rufe, die Schilder mit Aufschriften wie „Nazis raus“ wurden hochgehalten und gleichlautend verbal unterstützt. In dieser Menschenansammlung konnten wir keine uns bekannten Personen entdecken. Da wir sehr zurückgezogen leben, waren auch wir diesen Leuten bestenfalls vom Antlitz her bekannt, so weit so gut. Im Laden begrüßten uns zwei freundliche Bedienstete, ein Kunde, dem Dialekt nach polnischer oder russischer Herkunft, wurde gerade beraten und tätigte seinen Einkauf. Wir begutachteten die angebotenen Kleidungsstücke. Sie erschienen uns zu jugendlich, Anstößiges konnten wir daran aber nicht entdecken. Auf unsere Frage, wo diese „Thor Steiner“-Kleidung hergestellt wird, erhielten wir zur Antwort: „In der Türkei, in China, wie alle anderen Sachen auch…“.

Richtig interessant wurde es dann allerdings, als wir, wohlgemerkt mit leeren Händen, den Laden wieder verließen. Der Mob, anders kann man diese Ansammlung von demokratisch Verirrten leider nicht mehr bezeichnen, fing an, uns aufs Niederträchtigste zu beschimpfen, eine regelrechte Welle des Hasses schlug uns entgegen, es war schockierend. Ein kleiner Auszug der Verbalattacken sei hier wiedergegeben:
„Schei. Nazis“ – „Dreckiges A….l…“ – „Geht nach Meckpo, da seid ihr unter Euresgleichen“ – „so alt und noch so dumm…“.
Zwei Damen mit einer esoterischen Büßermiene, uns völlig unbekannt, traten auf uns zu mit den Bemerkungen „Sie tun mir so leid“ und „ja, Sie tun uns so leid“ um dann mit der Frage fortzufahren: “Haben Sie Kinder?“ Als wir das bejahten, tönte es unisono zurück: „Die armen Kinder, solche Eltern zu haben…“.

Nicht eine einzige Person dieser Gruppe kam auf die simpelste Idee dieser Welt, nämlich uns zu fragen, warum wir diesen Laden aufgesucht hatten. Gern hätten wir unsere Motive erklärt.

Sie, verehrte Glinder Bürgergemeinde, sollten sich einmal darüber klar werden, was Sie auf diese Weise im Einzelfall anrichten, und Sie, verehrte Initiatorinnen und Initiatoren, sollten ihre Aktion so steuern und Ihren Unterstützern dermaßen in das Gewissen reden, daß nicht, wie hier geschehen, die bürgerlichen Grundrechte mit Füßen getreten, strafbare Handlungen toleriert werden und ihre Aktion zu einer Werbeaktion zugunsten „Thor Steiner“ und der angeblich damit angelockten „Nazis“ mutiert. Die Gewerbevereinigung Glinde nimmt für sich in Anspruch, „in jeder Hinsicht weltanschaulich und politisch neutral“ (Glinder Zeitung vom 04. Oktober 2011) zu sein, kann sich aber eine „gemeinsame Aktion mit der Stadt Glinde und den politischen Parteien vor Ort gut vorstellen“. Ihnen, verehrte Damen und Herren Unternehmer, lege ich nahe, dabei die demokratischen Regeln und die Menschenrechte ein- und sich von derartigen verletzenden Aktionen fernzuhalten, sonst ist es um Ihre Neutralität nämlich schlecht bestellt.

Wir, meine Frau und ich, Steuerzahler, immer politisch korrekt, die stets gern die uns vorgeschlagenen Vertreter der demokratischen Parteien wählten, die es begrüßten, das laut Peter Struck (SPD) die tapferen Soldaten der Bundesrepublik unsere Freiheit am Hindukusch verteidigen, die voll und ganz hinter Angela Merkel (CDU) stehen und ihrer Aussage, daß die Bundesrepublik in unverbrüchlicher Solidarität zu Israel steht, die stets mit gesenktem Haupt an die armen 6 Millionen Juden denken und die wünschen, dass die Bundesrepublik ganz fest in die EU eingebunden wird, damit „die Deutschen den europäischen Wettbewerb auf die Wirtschaft beschränken, weil sie sich auf dem Schlachtfeld kaum gegen eine Koalition ihrer Nachbarländer durchsetzen könnten“ (Julian Reichelt zitiert die CIA-nahen Stratfor Analysten (USA) in BILD vom 01.10.2011), wir also wurden auf das Übelste beschimpft von Menschen, die glauben, einer gerechten Sache zu dienen und dabei Menschenrechte, Menschenwürde sowie demokratische Richtlinien und unser Grundgesetz mit Füßen treten. Oder sind Informations- und Meinungsfreiheit, sind meinungsbildende Maßnahmen nicht mehr demokratisch legitimiert? Sind wir nun „Nazis“, nur weil wir uns vor Ort informieren und nicht einfach nachplappern, was der „Mainstream“ vorgibt? Wer uns jetzt noch vorwerfen will, „ihr seid selbst schuld, wieso geht ihr denn da hin“, der hat wirklich nichts begriffen, und DEMOKRATIE schon garnicht.

Glinde ist bunt statt braun – ich bitte um Verzeihung, am Samstag, den 01. Oktober 2011, hatte ich den Eindruck, Glinde ist blöd statt braun.

Herzlichst
Unterschrift

Verteiler:

Bürgermeister der Stadt Glinde persönlich
Gewerbevereinigung Glinde info@gvg-glinde.de  
Sonntagsmarkt redaktiongm@markt-vor-ort.de
Glinder Zeitung info@glinder-zeitung.de
Bergedorfer Zeitung redaktion@bergedorfer-zeitung.de

Auf Nachfrage erfuhr ich, daß der Briefschreiber, war wohl auch nicht anders zu erwarten, keinerlei Antwort auf seinen offenen Brief erhielt, weder von seinem Bürgermeister noch von den Medien. Neugierig geworden besuchte ich kurz vor meiner Abreise diesen heiligen Ort der Verdammnis und tatsächlich, es war saukalt, aber einige Bunzelmichel standen mit Zeltplane, Heizstrahler und Thermoskanne vor dem Bekleidungsgeschäft und schienen sich dabei nicht einmal blöd vorzukommen.

Tja, liebe Bunzelmichel, ich hab euch alle lieb und gebe euch gern für ein hoffentlich böser-brauner-Terror-freies 2012 diesen Satz mit in eure Hohlköpfe:
Das kollektive Schwarmbewußtsein der Gutmenschen ist das ultimative Abbild einer harmonischen Gesellschaft, die für das übergeordnete Wohl aller arbeitet. Die Gutmenschen achten diese Reinheit ihrer sozialen Organisation, ohne ihren hohen Preis wahrzunehmen, nämlich den Verlust von Kreativität und eigenständigem Denken. Die Einheitlichkeit ihrer Absichten führt die Gutmenschen in einer brutal durchorganisierten Industriegesellschaft unter Führern zusammen, die für ihre Aufgaben geboren sind. Diese Gesellschaft kennt keine Individualität, sondern nur Masse.

Ich wünsche allen Rittern der hiesigen Tafelrunde einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2012.

Carlos Schneider

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4 Kommentare zu “Der böse braune Terror – etwas zum Schmunzeln”

  1. JensN. sagt:

    @Carlos Schneider

    Immer wieder erstaunlich wie man da so ruhig und gelassen bleiben kann, wenn einem dieser menschliche Ausschuss vor die Augen tritt. Als die beiden Frauen mit der esoterischen Büßermiene euch angesprochen haben, hast du da nichts erwidert? Alleine schon der Satz “ihre Kinder tun mir leid”, ich glaube da wären bei mir die Sicherungen rausgeflogen. Sicher, hinterher kann man immer sagen “sie sind es nicht wert” oder “lieber ruhig bleiben”, andererseits bin ich auch kein Roboter.

    Habe mal sowas Ähnliches erlebt, beim Trauermarsch. die Strecke führte auch an der jüdischen Gemeinde vorbei und als ich die ganzen Backpfeifen- Gesichter da stehen sah mit ihren Israel- Fähnchen und “Havenu schalom alechem“- Gesängen da ist mir mal schon der ein oder andere Spruch herausgerutscht, als gerade mal kein Bulle direkt danebenstand. Schon übel, wenn man sich diesen Ausguss ansehen muss. Manchmal könnte ich – je nach Laune – explodieren vor Wut. Aber trotzdem schön, dass es hier wieder losgeht!

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  2. Peter Karner sagt:

    Vollidioten haben seit Jeher Tradition und es gab in der Vergangenheit immer Einzelne, die durch ihre abgrundtiefe Dummheit glaenzten. Leider hat sich das Verhaeltnis verkehrt und nun sind die Mitmenschen mit gesundem Menschenverstand zur aussterbenden Rasse verkommen. Mein Vater sagte immer, dass der Wohlstand die Leute dumm gemacht habe und letztendlich hatte er vollkommen Recht. Schade nur, dass sich der deutsche Michel es sich zum Lebensziel gemacht hat, das Leben der ‘Andersdenkenden’ zur Hoelle zu verkehren und seinen minimalen Restverstand nur noch dazu einsetzt, den Medien und Leitverbrechern nachzufolgen und gegen alles Vorzugehen, was scheinbar nicht so denkt, wie er selbst. Konsum, Karriere und Erfolg sind die Leitmotive einer absolut selbstsuechtigen und gottlosen Gesellschaft geworden und diese Zombies merken dabei gar nicht, dass sie nur missbraucht werden und, dass sie damit diese Gesellschaft, jedwede Identitaet, das Land und jegliche Menschlichkeit zerstoeren. Mit anderen Worten, alles wird auf den Kopf gestellt und zur Wahrheit erhoben und wer das anders sieht, ist unser Feind.
    Letztendlich ist das Gute daran, dass eine solche Gesellschaft alles verlieren wird und diese gehirnlosen Kreaturen das bekommen, was sie verdienen. Leider aber muessen darinter diejenigen leiden, die sich noch Anstand und eine eigene auf gesundem Menschenverstand beruhende Meinung bewahrt haben und um diese Wenigen tut es mir leid, aber das ist wohl der beruehmte Kollateralschaden, der bei groesseren Verbrechen in der Menscheitsgeschichte nie zu vermeiden war.
    Als Trost kann ich hier nur die Bibel anfuehren: »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.«

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  3. Silberjunge sagt:

    Oh mann, wenn ich das lese kommt mir der Gedanke ans Rückwärtsessen. Welche engagierte Bürger müssen das sein, die sich entschieden gegen eine Modeerscheinung stellen. Denn mehr als ein Modegeschäft ist dieser Laden in meinen Augen nicht. Doch was sind die wahren Gründe dieses Mobs? Ich glaube die haben Angst. Aber vor wem? Die haben nicht Angst vor den bösen Nazis, sondern vor den Ausländern und Linksextremisten. Und deshalb stellen die sich unaufgefordert in den Regen und übernehmen sogar die Drecksarbeit der “anderen”. Einfach abartig und verabscheuungswürdig diese Leute.

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  4. flandria sagt:

    Peter Karner sagte::

    »Mein ist die Rache; ich will vergelten, spricht der Herr.«

    Sie haben recht, aber bei “Mein ist die Rache…” spricht der Geist von JWHW.
    Mit Recht forderte Dr. Krause (Hauptredner im Berliner Sportpallast am 13.11.1933)die Abschaffung des Alten Testament sowie die Streichung der Lehren des jüdischen Paulus aus dem Neuen Testament, es sollte der heldische Jesus verkündigt werden.

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