Schekel, Schekel Du mußt wandern von dem Demnig zu den anderen…
11. Februar 2011 in Deutschland
Für die einen ist es Duplo, für die anderen die längste Praline der Welt.
So oder so ähnlich könnte man die Stolpersteine von Gunter Demnig beschreiben. Wer in Deutschland lebt oder schonmal in Deutschland zu Besuch war wird gewiß eine dieser in den Gehweg eingelassenen Hundetoiletten gesehen haben. Für Demnig jedenfalls ist es Kunst, für den großen Rest besteht die einzige Kunst darin bei schlechtem Wetter auf diesen Messingplatten nicht auszurutschen und sich die Hüfte zu brechen. Das sieht übrigens auch das Finanzamt so, das Demnigs Stolpersteine nicht mehr als Kunst, sondern als “fabrikmäßig gefertigtes Massenprodukt” einstuft, was für Demnig 19% Umsatzsteuer statt bisher 7% bedeutet. Das Finanzamt begründete die Entscheidung damit, daß die Stolpersteine durch Dritte gefertigt würden und Demnig beim Einsetzen der Steine nicht künstlerisch tätig sei.
Schon die Künstlersozialkasse erkannte bei Demnigs Arbeit keinen künstlerischen Wert und wollte ihn zu Beginn seiner Tätigkeit aus der Kasse werfen. Für die Sozialkasse war Demnigs Tätigkeit allenfalls ein Hobby. Mittlerweile hat sich dieses Hobby dank der Dummheit vieler Menschen allerdings als äußerst lukrativ herausgestellt. Insgesamt hat Demnig bisher knapp 27.000 Trottel gefunden, die diese Steine zum Stückpreis von 95 Euro erworben haben. Zuzüglich Spesen versteht sich. Im niedersächsischen Verden allein gibt es bereits 56 Stolpersteine. Wenn es nach dem Willen von Werner Schröter geht, sollen noch mindestens zehn weitere hinzukommen. Dazu bittet Schröter Interessenten sich bei ihm unter der Nummer 04231/77104 zu melden. Demnig und der Verein für Regionalgeschichte wollen Verden sogar mit 17 weiteren Stolpersteinen bereichern.
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