Schockschwerenot: Stolperstein in Minden vom Erdboden verschwunden
8. März 2011 in Deutschland, Geschichte
Alleine im Laufe der letzten Woche brannten in Minden gut ein Dutzend Autos nach Brandstiftung aus, ohne daß dies bei den Vertretern der unabhängigen Presse und der noch unabhängigeren Politik für größere Aufmerksamkeit gesorgt hätte. Nun aber ist die Aufregung groß, da einer von Gunter Demnigs in den Boden eingelassenen Stolperfallen vom Erdboden verschwunden ist. Das Mindener Tageblatt schreibt zu dem entführten Stein: “Am Montagmorgen stellte eine Mitarbeiterin das Loch im aufgebrochenen Pflaster fest und informierte Hans Langescheid von der Friedenswoche, der zu den Initiatoren des Arbeitskreises Stolpersteine gehört.” Bei dem verschwundenen Stolperstein handelt es sich um einen Stein für den Mindener Juden Hans Cramer.
Erst vor Kurzem berichteten wir, daß manch einer Zweifel an den Geshichten von Demnigs Nazi-Opfern hegt (siehe hier) und auch in diesem Fall wirft die Leidensgeschichte von Hans Cramer durchaus Fragen auf. So schreibt das Mindener Tageblatt zum Schicksal von Cramer: “Er wurde am 27. September 1940 im Alter von 68 Jahren als Euthanasieopfer in der Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel vergast.” Dabei galt es bereits 1960 erwiesen, daß es keine Vergasungen auf deutschem Boden gab, woraufhin die jeweiligen Augenzeugen ihre alleinseligmachenden Erfahrungen dieser neuen Erkenntnis anpaßten.
Seinerzeit schrieb Dr. Martin Broszat, der ehemalige Leiter des Instituts für Zeitgeschichte in München in einem Leserbrief an Die Zeit: “Weder in Dachau noch in Bergen-Belsen noch in Buchenwald sind Juden oder andere Häftlinge vergast worden. Die Gaskammer in Dachau wurde nie ganz fertiggestellt und “in Betrieb” genommen. Hunderttausende von Häftlingen, die in Dachau oder anderen Konzentrationslagern im Altreichsgebiet umkamen, waren Opfer vor allem der katastrophalen hygienischen und Versorgungszustände: Allein in den zwölf Monaten von Juli 1942 bis Juni 1943 starben laut offizieller Statistik der SS in allen Konzentrationslagern des Reiches 110 812 Personen an Krankheiten und Hunger. Die Massenvernichtung der Juden durch Vergasung begann 1941/1942 und fand ausschließlich an einigen wenigen hierfür ausgewählten und mit Hilfe entsprechender technischer Einrichtungen versehenen Stellen, vor allem im besetzten polnischen Gebiet (aber nirgends im Altreich) statt: in Auschwitz-Birkenau, in Sobibor am Bug, in Treblinka, Chelmno und Belzec.”
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