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Michael Winkler: Systemerhalt

31. August 2010 in Deutschland, Europa, Gesellschaft

Wir sollten besser davon ausgehen, daß es in der Merkel-Westerwelle-Regierung intelligente Leute gibt. Vielleicht nicht im Führungspersonal, dort reicht es aus, das aufzusagen, was einem die wirklich wichtigen Leute eingetrichtert haben, aber in der zweiten Reihe, in der Gruppe der Namenlosen. Jene Leute wissen ganz genau, daß wir eine Grenze erreicht haben. Eine Volkswirtschaft ist nicht beliebig belastbar, und jene der Bundesrepublik des “vereinigten” Deutschlands hat ihre Belastungsgrenze nicht nur erreicht, sondern bereits überschritten.

Die BRdvD leidet unter fünf Belastungen:

1. Der Euro

Dank des Euros fließt ständig Geld aus Deutschland ab. Wir erwirtschaften die Außenhandelsüberschüsse, mit denen andere Länder ihre Ölrechnung bezahlen und ihre Luxusgüter einkaufen. Der Euro verhindert eine eigenständige, den deutschen Bedürfnissen angepaßte Währungspolitik. Wir exportieren Stabilität und importieren Inflation. Der Euro hat die Südländer der EU von ihren schwindsüchtigen Währungen befreit und ihnen jene Schuldenorgien ermöglicht, für die wir jetzt über gigantische Euro-Rettungspakete geradestehen. Es gilt dabei das Prinzip des Vertrags von Versailles, den Frankreichs Mitterand nach dem Vertrag von Maastricht zitiert hat: Deutschland zahlt alles!

2. Die EU

Die EU ist eine kleingeistige Bürokratie, die jenes “größere Frankreich” ersetzt, das die Franzosen mit ihren Kolonien verloren haben. Deshalb sind Franzosen in den Beamtenheeren der EU so zahlreich vertreten. Sie ist zugleich eine französische Sowjetunion, in der alles, was in 90 Jahren in Rußland nicht funktioniert hat, auf europäischer Ebene nachgeäfft wird. Das Politbüro der Kommissare und sein gesichtsloser Beamtenapparat schafft Glühbirnen ab, schreibt Krümmungsradien von Salatgurken vor, zwingt Küstenländern Seilbahnverordnungen auf und schaufelt mit klebrigen Fingern Milliarden durch Europa. Das von Deutschen erarbeitete Geld finanziert diese gewaltige Bürokratie, es wird überall verteilt, zum Ausgleich werden massenhaft Lohndrücker ins Land geholt, um tüchtigen deutschen Arbeitern den Verdienst zu beschneiden. Read the rest of this entry →

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Rolf Winkler: Die Blüte Sachsens

27. August 2010 in Deutschland, Gesellschaft, Multikultur

Rolf Winkler

Herr Innenminister Ulbig,

der von Ihnen in der heutigen Sächsischen Zeitung plazierte Artikel: “Die Blüte Sachsens war stets mit Zuwanderung verbunden” ist eine grobe Irreführung. Es fällt mir schwer, diesen Umstand mit Ihrer Dummheit zu erklären.

Fachkräfte aus Sachsen und der BR Deutschland wandern in Massen aus, weil Arbeitsplätze fehlen, sie mit der Lebensqualität unzufrieden, das politische Klima schal ist, keien Perspektiven sehen, die Bezahlung wegen angeblicher alternativloser Einsparungsnotwendigkeiten in den Betrieben sinkt usw.

So verlassen z.B. unsere Ärzte und Schwestern die BRD in Richtung Skandinavien, Holland, Schweiz, Österreich … Die bei uns jetzt fehlenden Kräfte sollen mit Personal aus Ländern abgedeckt werden, die im Frühstadium einer hochentwickelten Volkswirtschaft und Gesellschaft stehen.

Die “ärztlichen Fachkräften” aus Polen, Rumänien, Jugoslawien kommen nach Deutschland, die Ukrainer gehen nach Polen usw., gleich einer Völkerwanderung.

Das heißt konkret, wir tauschen gut ausgebildete Kräfte gegen weniger gut ausgebildetes “Fachpersonal” — von Mentalität und nationalen Eigenheiten ganz abgesehen — und unsere guten Fachleute wandern aus, weil die Arbeitsbedingungen nach der Privatisierung von Infrastruktur, z.B. der Krankenhäuser immer miserabler werden. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Dekadenz

17. August 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Zustände wie im alten Rom… Wenn das über eine Familie, eine Firma, eine Stadt oder ein Land gesagt wird, dann ist das keinesfalls als Lob gedacht, sondern als Umschreibung von Chaos und Verfall. Dabei war das wirklich alte Rom eine spießige, götterfürchtige Republik wehrhafter Bauern. Dieses Staatsmodell war Jahrhunderte hindurch überaus erfolgreich, es verleibte sich zahllose Nachbarn ein, wuchs zum Weltreich heran, zum Inbegriff des Imperiums. Erst dann, angesichts des überwältigenden Erfolgs, kehrten in diesem nicht mehr ganz so altem Rom die besagten Zustände ein.

Es ist wie in der Natur: Ein wildes Tier in einer intakten Umwelt wird nicht fett. Ein übergewichtiger Pflanzenfresser wird Beute der Raubtiere, weil er zu langsam ist, ein übergewichtiger Fleischfresser erwischt keine Beute mehr und lebt damit ganz von selbst Diät. Erst wenn die Natur in Ungleichgewicht gerät, ändert sich dies. Gelangen Pflanzenfresser auf eine große Insel ohne Raubtiere, leben sie zunächst im Paradies. Aber gerade dieses Paradies, der ungehemmte Erfolg, den dieses neue Land verheißt, birgt die Zerstörung in sich. Die Schwachen werden nicht mehr aussortiert, sondern pflanzen sich fort. Die Tiere werden träger und sie werden immer mehr. Das “Imperium” blüht auf, und dann… Entweder es verschlägt Fleischfresser auf diese Insel, die nun ihrerseits ein Paradies erleben, oder die Umwelt bricht wegen Überweidung zusammen. Das Imperium verschwindet, das Paradies wird Ödland… Read the rest of this entry →

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Michael Paulwitz: Das Vermächtnis einer Richterin

16. August 2010 in Deutschland, Gesellschaft, Multikultur

Die erste Auflage war noch am Tag des Erscheinens ausverkauft. „Das Ende der Geduld“, das mit kühlem Kopf und heißem Herzen geschriebene Vermächtnis der toten Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, ist ein Buch, auf das man offenkundig lange gewartet hat und das dennoch zur rechten Zeit kommt.

Heisig beschreibt, wie „durch elterliches Versagen und unter den Augen der geduldig abwartenden staatlichen Institutionen“ schwerkriminelle Jugendliche heranwachsen, und sie stößt zu den Ursachen des institutionellen Versagens vor: „Wir leben in einer Gesellschaft, in der an den Problemen bewußt vorbeigeschaut wird: aus Tradition seitens der Zuwanderer, aus Bequemlichkeit und Angst seitens der Deutschen.“

Die überhandnehmende Jugendkriminalität ist – nicht nur in Berlin, sondern auch in anderen europäischen Großstädten, in denen Kirsten Heisig Problemlagen und Lösungen studiert hat – in erster Linie eine Folge der fehlgeschlagenen Integration von Einwanderern. Die üblichen Ausreden – Diskriminierungserfahrungen, jahrzehntelang unterlassene Integrationspolitik – läßt Heisig für diese großenteils hier aufgewachsene und vollversorgte Klientel, die mit Anpassungsforderungen zu behelligen lange Zeit als „Zwangsgermanisierung“ verpönt war, nicht gelten. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Rechts von der CDU

16. August 2010 in Deutschland, Gesellschaft

In den letzten Monaten häufen sich Meldungen, wonach eine Partei “rechts von der CDU” gewissermaßen eine Marktlücke füllen würde. Spekulationen, Hochrechnungen und Umfragen sprechen von einem Potential von bis zu 20%. Es spricht also viel dafür, diese Partei zu gründen und raketenartig in der Politik aufzusteigen. Ich bin jedoch nach wie vor dagegen, dies zu tun. Zunächst möchte ich mich jedoch der aktuellen Lage zuwenden.

Parteienanalyse

“Es darf rechts von der CSU keine demokratisch legitimierte politische Kraft geben.” Dieser Satz stammt von Franz Josef Strauß und war zu seiner Zeit insofern berechtigt, als daß die CSU an der rechten Flanke der CDU marschierte. Mit dieser Einstellung wurde die NPD nach ihrem Höhenflug von 1969 in das Vergessen gedrängt, zumal die CDU in Leuten wie Dregger ausgewiesene Rechtskonservative in ihren Reihen hatte.

Ich spreche hierbei von den siebziger Jahren, der Zeit der linksliberalen Regierung, als die CDU/CSU schon allein der Unterscheidbarkeit wegen rechtere Position einnehmen mußte. Unter Kanzler Herbert Frahm wurde zuerst der linke Traum gelebt und mit verschwenderischen Geldausgaben umgesetzt. Nach ihm hat jede Bundesregierung vom Sparen gesprochen, aber nur selten danach gehandelt. Das war die Zeit, in der ein Josef Martin Fischer mit seiner “Putzgruppe” Steine an Polizisten vorbeigeworfen hatte und ein Jürgen Trittin aktiver Kommunist gewesen war. Damals gab es keine “demokratisch legitimierte” Kraft links von der SPD. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Kulturhoheit

4. August 2010 in Deutschland, Gesellschaft

In dieser wunderbaren Bundesrepublik gibt es einen noch viel wunderbareren Begriff, der zahlreichen Landespolitikern zu Presseauftritten verhilft: die Kulturhoheit.

Gedacht war das einmal, um die landestypischen Eigenheiten zu fördern. Schüler in Bremen sollten nicht mit Almwirtschaft belästigt werden, die in Görlitz nicht mit Kohlebergbau, jene in Freiburg nicht mit Hochseefischerei. “Der Schimmelreiter” oder “Buddenbrooks” als Schullektüre taugte eher in Gebieten der Hansestädte, Ludwig Thoma eher in Oberbayern. Es gibt immer einen Komponisten der aus der Nähe kommt, einen örtlichen Feldherren oder Fürsten. Und in einigen ist man viel katholischer als in anderen.

Es gäbe also genug heimatbezogener Kultur, um sich darin gründlich auszutoben. Goethe und Schiller, sowie meinetwegen auch Karl May, gehören ganz Deutschland, Mathematik und Naturwissenschaften gelten weltweit, da sollten sich Kirchturmpolitiker bitteschön heraushalten.

Genau das haben die Schmalspurpolitiker jedoch nicht geschafft. Es ist zwar keinem Kultusminister gelungen, den Dreisatz umzuformulieren, dafür wurde die Idiotie der Mengenlehre in der ersten Klasse eingeführt. Die einzige Schwierigkeit bei der Mengenlehre besteht darin, den Kindern das Vokabular aufzuzwingen, denn jeder Dreijährige erkennt sofort, daß eine Banane nicht zu der Menge der Äpfel gehört. Sogar die Aufteilung in die Teilmenge der roten und die Teilmenge der grünen Äpfel gelingt diesen Wunderkindern ganz problemlos. Read the rest of this entry →

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Neue Verbotsinitiatve zum Waffengesetz

1. August 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Während die meisten demokratischen Staaten Ihren Bürgern zumindest ein wenig Waffenfreiheit zugestehen um sich vor Kriminellen zu schützen, wird in der Bundesrepublik Deutschland immer wieder darüber diskutiert doch das ohnehin schon rigorose Waffenrecht noch weiter zu verschärfen. Getan wird dies wie in dieser Republik üblich mit scheinheiligen Floskeln und einem Druck auf die Tränendrüse, was Waffen denn so an Unheil anrichten. Das ganze wird dann gespickt mit ein paar Gutmenschen, die weinerlich ihre Geschichte erzählen um ja genug Menschen für neue Verbote zu gewinnen. Diesmal dürfen ein paar Eltern der Opfer des Amoklaufs von Winnenden dafür herhalten die nötigen Emotionen hervorzurufen um doch bitte schön weitere Bürgerrechte immer weiter einzuschränken – in diesem Fall das Recht der Sportschützen Schusswaffen zu besitzen.

Dabei sind es nicht die Waffen, die von sich aus Menschen töten, sondern die Personen, welche diese Waffen bedienen. Ob es sich dabei um ein Gewehr, ein Fleischerbeil oder ein Küchenmesser handelt, spielt dabei keine Rolle. Wer andere Menschen töten möchte, der findet geeignete Mittel und Wege. Daher ist ein Verbot von Schußwaffen der übliche schwachsinnige Ansatz von einem gesellschaftlichen Problem abzulenken. Die Frage ist doch eher, welche gesellschaftlichen Zusammenhänge dafür verantwortlich sind, daß Menschen Amok laufen und andere Menschen ermorden. Alleine die Tatsache, daß es Waffen gibt kann dafür nicht verantwortlich sein, es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem. Die Frage ist also, wie man die Gesellschaft so umformen kann, daß derartige Amokäufe nicht mehr vorkommen. Da der Gutmensch jedoch glaubt in einer perfekten Gesellschaft zu leben, deren Status Quo es um jeden Preis zu erhalten gilt, versucht er lieber den Amokläufern ihre Werkzeuge wegzunehmen. Findet dann der nächste Amoklauf mit einem Fleischerbeil statt, nehmen wir den Metzgern ihre “Tötungsmaschinen” weg. Danach nehmen wir uns dann Küchenmesser vor, dann Äxte, Kettensägen, usw. usf. Das eigentliche Problem wird dabei nicht bekämpft, aber der Gutmensch glaubt etwas Gutes getan zu haben, weil ihm schlicht die Weitsicht fehlt. Read the rest of this entry →

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Hans Heckel: Die Wüste lebt

31. Juli 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Endlich hatten wir mal ein paar Tage, an denen keiner zurückgetreten ist. Das gibt uns die Gelegenheit, etwas tiefer darüber nachzudenken, was sich da eigentlich abgespielt hat. Warum hatten die nur alle auf einmal keine Lust mehr? Haben die etwas gesehen, was uns entgangen ist? Wenn ja, dann muss es sehr beunruhigend gewesen sein, sonst wären ja nicht so viele Spitzenleute auf einmal aus der aktiven Politik geschieden wie diesen Sommer. Sie gingen, ohne dass sie als Verlierer eines dramatischen Kampfes zum Rückzug gezwungen worden wären.

Ganz im Gegenteil: Selten haben sich die Parteien so eng aneinander gekuschelt wie heute. Man ist sich in allen wesentlichen Fragen einig, nur dass die Union meist etwas später einschwenkt als die anderen, weshalb sie konservativ genannt werden darf. Alles, was man sich an Zwistigkeiten noch zumutet, ist Geplänkel fürs Publikum. Beim Presseklub vergangenen Sonntag läutete der Vertreter des „Spiegel“ denn auch die höchste Vollendung der deutschen Parteienharmonie ein: Bald müssten alle mit allen koalitionsfähig sein, sogar Union und Linkspartei, „auch wenn das zur Zeit noch schwer vorstellbar erscheint“.

Was für eine wundervolle Vorstellung: Alle sind aus dem „überholten Lagerdenken“ herausgereift, erblüht in Eintracht, in der vollkommenen Harmonie unserer „bunten Republik“, wie unser Land von Christian Wulff und Annette Schavan gepriesen wurde. Wir stellen uns diese Republik aus Parteieneintracht und bunter Vielfalt vor wie einen Garten zum Herbstanfang. Read the rest of this entry →

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Prof. Dr. Knut Löschke: Versorgung der Welt mit Energie

28. Juli 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Ein hochrangiger deutscher Politiker aus einer großen Volkspartei – dessen Namen ich hier nicht nennen mag – sagte jüngst bei einer ähnlich gelagerten Veranstaltung im Brustton ernster Überzeugung: „… und wenn es die Klimakatastrophe nicht gäbe, dann müsste man sie erfinden, um die Menschen dazu zu bringen, Dinge zu tun, die wir für richtig halten.“

Die Grundidee dieses Satzes soll von Voltaire stammen: Wenn es keinen Gott gäbe, so müsste man ihn erfinden“; allerdings soll Voltaire auch gesagt haben: „Je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus, desto weniger Unheil“. Ich hoffe nur, dass unser Politiker dies auch wusste.

Diese Aussage unseres Politikers ist so absolut zynisch, so demagogisch,  und offenbart – selbst wenn man sie nur einmal hört – einen höchst alarmierenden Sinn hinter all dem Gedöns von Erderwärmung, CO2 und anderen Katastrophen: arrogante Machtpolitik. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Regierung der Unfähigen

28. Juli 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Natürlich wissen wir alle, wie eine Regierung der Unfähigen aussieht: Die Herren tragen Uniform mit Monokel, sie haben einhellig ein “von” im Namen und Grafen-, Fürsten- oder sonstige Titel. Sie sind Militärs aus Leidenschaft, kennen das Leben ihrer Untertanen nur aus gelegentlichen Besichtigungen. Sie bewegen sich nur dort zu Fuß, wo es unumgänglich ist und leben in einer streng abgeschirmten Welt. Und ja, sie erlassen nach Lust und Laune Gesetze, die nur beschränkt in die Realität umsetzbar sind.

So sehen wir das in Filmen, so wird uns der Adel vorgeführt. Das Volk darbt und bezahlt Steuern, die Obrigkeit praßt und feiert Feste.

Gab es das wirklich? Oh ja, das kam durchaus vor. Hin und wieder genoß der Adel ein ausschweifendes Leben, nicht anders als reiche Erben, die alles aufbrauchen, was ihre Vorfahren erarbeitet haben. Das war aber nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Der kleine Landgraf, der ein eigenständiger Landesherr war, der einen Landkreis regiert hat mit nicht einmal 50.000 Untertanen, mußte für die Zukunft planen, für seine Söhne und Enkel. Da gab es kein Verprassen, sondern kluges Investieren, Vorsorgen, Auf- und Ausbauen. Read the rest of this entry →

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Rolf Winkler: Gedanken zur Diskussionskultur

21. Juli 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Rolf Winkler

Sehr geehrte Redaktion,

vorab, es ist an der Zeit Ihnen ein Kompliment zu machen und auf diesem Wege auch mitzuteilen, daß sicher nicht nur ich Ihre ehrenamtliche Arbeit sehr schätze. Getragen wird die Seite natürlich von den vielen lesenswerten Artikeln und den guten Kommentaren.

Doch ich will aus meinem Herzen keine Räuberhöhle machen, damit meine ich, daß allerdings auch immer mehr die trivialen Kommentare den Raum besetzen. Die, die von mangelnden Grundkenntnissen der Begriffe wie Staat, Volk, Nation, Rasse, Kultur, Wirtschaft, Markt, Politik, Medien, Demokratie, die ganzen -ismen, Menschenrechte, Werte, Tugenden, usw. nur so strotzen.

Was treibt mich um, diesen Artikel zu schreiben?

Zuerst tut es mir weh, wenn ich täglich von Beleidigungen unserer Volksgeschwister hier lesen muß. Davon zu lesen, aus wie vielen apathischen, arbeitsscheuen Trotteln unser Volk besteht.

Das Deutsche Volk, das historisch in den letzten 2000 Jahren Großes geleistet hat und zukünftig noch Großes leisten wird, hat es nicht verdient verleumdet zu werden. Das tun andere schon im Übermaß. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Hoffnungslosigkeit

21. Juli 2010 in Gesellschaft

Hin und wieder erreichen mich Anrufe, die ich für einen Tageskommentar oder für einen Pranger nutzen kann. Natürlich ohne Namensnennung, es genügt, wenn ich die Begeisterung und Dankbarkeit unserer Obrigkeit auf mich lenke. Der Anrufer hat mir einige Zahlen genannt, nüchterne Zahlen, die in den Nachrichten nicht vorkommen, bestenfalls einen kurzen Einspalter in den Lokalblättern abwerfen. Es ist ja kein Robert Enke, der sich da vor den Zug geworfen hat, sondern ganz normale Mitmenschen. Im Bereich jeder Bahndirektion (oder wie immer das im Zuge der Demontage der Bahn heute heißen mag) haben sich im vergangenen halben Jahr schon Menschen in zweistelliger Anzahl vor die Züge geworfen, um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Jeder Lokomotivführer wird statistisch im Lauf seiner Dienstjahre auf diese Weise zum mehrfachen Selbstmord-Gehilfen. Er fährt auf Schienen, er kann nur bremsen, nicht ausweichen. Und bremsen mit tausenden Tonnen im Rücken dauert zu lange, um dem Selbstmörder eine Chance zu lassen. Ich frage mich, wie ein Mensch damit fertig wird, wenn er jeden Tag mit dem Wissen die Arbeit antritt, daß heute wieder ein Verzweifelter auf den Gleisen stehen kann, oder ihm vor die Lok springen wird.

Ich weiß nur, daß die Kanzlerin das sehr gut wegsteckt. Was die damit zu tun hat? Es gibt für alles eine Ursache, die für einen Selbstmord ist Hoffnungslosigkeit. Sicher, auf Liebeskummer hat Merkel keinen Einfluß, und wenn sich ein Mann umbringt, weil ihm die Frau davongelaufen ist, dann trifft die Politik nur eine Teilschuld. Ob es ein Drittel der namenlosen Selbstmörder ist, oder ob es drei Viertel sind – wirtschaftliche Gründe sind oft genug der Anlaß. Darauf, auf die wirtschaftliche Situation, hat die Politik Einfluß. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Schüler und Meister

7. Juli 2010 in Gesellschaft, Philosophie

Früher war alles besser, insbesondere zu biblischen Zeiten. Da zog der Meister mit seinen Jüngern bzw. Schülern durch das Land, und wenn er Lust hatte zu lehren, suchte er sich einen schönen schattigen Baum. Das Vorrecht, sich daran zu lehnen, stand dem Meister zu, die Schüler fläzten sich so bequem wie möglich um ihn herum und dann begann er zu erzählen. Die Schüler hörten geduldig zu, ließen den Meister ausreden, versuchten seine Worte zu verstehen und stellten ganz selten kluge Fragen, um den Sinn des Gelehrten zu ergründen.

Vielleicht sollte ich den Trick mit dem Baum auch einmal probieren, denn wenn ich einmal zu einem “netten Nachmittag/Abend” eingeladen werde, sieht das ganz anders aus. Statt meiner Weisheit zu lauschen, wegen der ich eingeladen wurde, stellen die Gastgeber ununterbrochen Fragen. Aus einem “netten” Treffen wird so eine Examenssituation, es wird nachgebohrt, bis schließlich meine Stimme einen verzweifelten Unterton bekommt. Ich habe die Antworten doch längst gegeben, die Antworten auf die meisten Fragen stehen in meinen Texten, für einen Cent nachzudenken hätte mehr gebracht, als für 100 Euro nachzufragen.

Ich spreche nicht von Vorträgen, da erhält der Zuhörer nur das flüchtige Wort, statt der bleibenden Schrift. Womöglich habe ich nicht gut genug erklärt, und da der Vortrag unerbittlich weiterschreitet, ginge der Gedanke ohne Nachfrage verloren. Steht er jedoch lesbar fixiert, vermag jeder Empfänger, ihn noch einmal zu lesen, ihn in Ruhe zu überdenken, um dann gelassen fortzuschreiten. Read the rest of this entry →

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Michael Paulwitz: Versuchskaninchen im Multikulti-Labor

26. Juni 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Die „multikulturelle Gesellschaft“ ist im Kern ein wahnwitziges sozialpädagogisches Massenexperiment mit der autochthonen Bevölkerung als Versuchskaninchen. Einen brandheißen Beleg für diesen Verdacht liefern „Wissenschaftler“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die in einer zweijährigen Studie herausgefunden haben wollen: „Toleranz-Training“ wirkt und sollte deshalb an Schulen und Kindergärten regelmäßig durchgeführt werden.

400 Drittkläßler an 15 Thüringer Grundschulen mußten für diese sensationelle Erkenntnis ein „eigens entwickeltes Trainings- und Präventionsprogramm“ über sich ergehen lassen. Und siehe da: „Toleranz läßt sich trainieren“, jubeln die Jenenser Gesellschaftsingenieure in ihrer Hausmitteilung, die ranschmeißerisch die Fußball-WM als Blaupause für „Begegnungen zwischen den Kulturen im Alltag“ preist – als ginge es nicht gerade bei internationalen Sportwettbewerben um die Selbstvergewisserung der eigenen Identität im friedlichen Wettstreit mit anderen.

Ist ja auch egal. „Durch ein interkulturelles Training läßt sich das Wissen über andere Kulturen und Nationen bei Kindern deutlich erhöhen“, wortklingelt Studienleiter Andreas Beelmann, seines Zeichens „Professor für Forschungssynthese, Intervention und Evaluation“ an der Uni Jena, und: „Darüber hinaus ließen sich auch Verbesserungen hinsichtlich der Einstellung zu Kindern anderer Nationen nachweisen.“ Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Die Versagerin

22. Juni 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Es gibt eine durchaus anerkennenswerte Art des Versagens: Wenn jemand eine Aufgabe übernehmen muß, die ihn so überfordert, daß er sie trotz aller Anstrengung, trotz heroischen Kampfes, am Ende doch nur teilweise bewältigt. Dann hat der Betroffene versagt, aber er kann das in aufrechter Haltung eingestehen. Ein gutes Beispiel sind die Spartaner von Thermopylae, deren heroisches Beispiel derart durch die Geschichte leuchtet, daß man sich kaum traut, darauf hinzuweisen, daß sie letztlich doch versagt haben.

Die andere Art des Versagens erkennt niemand an, sie ist nicht heroisch, sondern eher verachtenswürdig. Der klischeehafte Vertreter ist der Student mit einer höheren zweistelligen Semesterzahl, der zwar alle Kneipen der Stadt, aber kaum ein Fachbuch von innen kennt. Die heutige Studienordnung läßt das nicht mehr zu, doch Geschichten von Leuten, die dank des Testaments einer Tante für die Dauer ihres Studiums jeden Monat Tausende von Mark erhalten haben, hat wohl jeder schon gehört. Sie sind genauso hartnäckig wie die Geschichten von Beamten, die ihre Dienststunden mit Zeitungslesen verbringen. Read the rest of this entry →

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Eva Hermann: Der Tod der alten Eltern – Frieden schließen, bevor es zu spät ist

20. Juni 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Eva Herman

Herr Müller ist ein viel beschäftigter Mann. Er ist erfolgreich und hat wenig Zeit für Angelegenheiten außerhalb seines Berufes. Dann kommt der Schicksalsschlag: Seine Mutter stirbt unerwartet. Seine Mutter, mit der er doch noch so viel hatte besprechen wollen. Der er noch einiges erklären wollte. Die er schon so lange in ihre Lieblingskonditorei hatte einladen wollen, und es doch immer wieder verschieben musste. Bei der er sich noch zu entschuldigen hatte für einige dumme, dahin geworfene Worte. Seine Mutter, die er nicht immer gut behandelt hatte. Herr Müller ist bestürzt. Plötzlich begreift er, dass es zu spät ist! Zu spät für den ersehnten Frieden mit seiner Mutter. Trostlosigkeit macht sich in dem Sohn breit, Angst, etwas Entscheidendes versäumt zu haben. Herr Müller fällt in ein tiefes Loch …

Die Geschichte von Herrn Müller ist die Geschichte von Millionen Menschen. Sie ereignet sich jeden Tag Tausende Male auf der ganzen Welt. Sie zieht ihre Furchen durch die Herzen und Seelen der Menschen. Ihre Folgen sind nicht selten tragisch: Trauer, Wut auf sich selbst, Untröstlichkeit. Es kann Jahre dauern. Manche werden depressiv darüber. Viele befällt eine unerklärliche Trauer, die für immer bleibt. Frieden schließen, bevor es zu spät ist! Dies ist eine Aufforderung an alle, die einen ähnlichen Weg eingeschlagen haben, wie es Herr Müller mit seiner Mutter tat. Sei es die Mutter, sei es der Vater oder seien es andere wichtige Menschen. Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Menschen, den Frieden mit ihnen rechtzeitig zu finden. Und deswegen ist dieser Beitrag, abseits von den gewohnten journalistisch brisanten Themen der Kopp-Redaktion, so wichtig. Es ist egal, ob man Müller, Schmidt oder Herman heißt, es ist ebenso gleichgültig, wo und was man arbeitet. In dieser schnelllebigen Zeit, in der man vor lauter Hektik und Stress das Wichtigste häufig vergisst, ist es wichtiger denn je, das festzuhalten, was wirklich gilt im Leben: Die Liebe und den Respekt voreinander zu bewahren, auch gegenüber der eigenen Familie, vor allem jedoch den inzwischen alt gewordenen Eltern gegenüber, die man nicht selten vernachlässigt oder verletzt hat. Denn häufig trifft es einen unerwartet: Die alte Mutter oder der Vater sterben, ohne dass einem je noch die Möglichkeit eines Abschieds gegeben wurde. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Regierungskrise

16. Juni 2010 in Deutschland, Geschichte, Gesellschaft

Angeblich gehört es zu den Nachteilen einer Monarchie, daß dank der Gnade der richtigen Geburt minder befähigte bis durchgeknallte Typen an die Spitze eines Staates gelangen. Als Beispiele werden von den Geschichtsüberarbeitern in den qualitätsfreien Medien gerne Wilhelm II. und Ludwig II. genannt.

Beginnen wir mit dem bayerischen König. Ja, der hat tatsächlich das Märchenschloß von Disneyland in die bayerischen Alpen gestellt – und verschafft seinem ehemaligen Königreich Jahr für Jahr Millionenüberschüsse durch die Unmengen der Touristen, die seine Märchenschlösser besuchen. Der Mann war unbestreitbar ein Exzentriker, aber hat er seinem Staat geschadet? Er hat die Regierung den Ministern überlassen und sich um nichts gekümmert. Seine beiden historischen Entscheidungen waren nicht freiwillig: Im Krieg Österreich gegen Preußen von 1866 war er durch jahrzehntelange Bande mehr oder weniger gezwungen, sich an die Seite Österreichs zu stellen. Im Krieg Preußen gegen Frankreich von 1870/71 waren es seine Minister, die Bayern an die Seite Preußens stellten – und er hat sich den Brief, mit dem er dem preußischen König die deutsche Kaiserkrone angetragen hat, königlich bezahlen lassen. Der Vorwurf, er habe die bayerischen Staatsfinanzen gefährdet oder gar ruiniert, stimmt so nicht – er hat die Schlösser aus seinen privaten Mitteln finanziert. Die Herren Minister fürchteten um den Bankrott Seiner Majestät – und daß sie dafür mit Steuergeldern einspringen müßten. Nebenbei – sein Nachfolger und Bruder, König Otto, war schwermütig und hat nie regiert. Statt dessen führte Prinzregent Luitpold die Amtsgeschäfte, was deutlich zeigt, daß die Monarchie durchaus ihre Schutzmechanismen gehabt hatte. Read the rest of this entry →

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Aktionsgruppe Güstrow: Coffee to go – Ein Erlebnisbericht bundesdeutscher Realität

13. Juni 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Die Arbeit ist geschafft, endlich Feierabend, jetzt schnell zum Bahnhof, rein in den nächsten Zug nach Güstrow und ab nach Hause. Am Rostocker Hauptbahnhof angekommen wühle ich mich hastig durch die Menschenmenge, ich nehme keine Notiz von den Mitmenschen um mich herum, genauso wie von mir auch keiner etwas wahrnimmt. In dieser schnellen und lauten Zeit ist jeder mit sich selbst beschäftigt und verschwindet als unbemerkbarer Teil in einer großen, anonymen Masse. Im Vorbeigehen werfe ich einen Blick auf die Anzeigetafel: 18:02 Uhr Rostock Hbf – Güstrow Gleis 5, mein Blick wandert zur Uhr, gerade wechselt der Minutenzeiger von 18:02 auf 18:03 Uhr, die Zeit hat mich eingeholt. Etwas verärgert über den verpassten Zug und die somit „verschenkte Zeit“ gehe ich zum Bahnhofsbäcker. „Einen Kaffee, schwarz bitte“, kaum habe ich ausgesprochen wirft die Verkäuferin mir entgegen: „Der Kaffee zum mitnehmen?“, „Ja bitte“, schon tippt sie in gewohnter Routine alles in die Kasse ein, „1,50 € bitte!“. `Soziale Marktwirtschaft Ade, hier herrscht der Wucher!`, ich reiche das Geld über die Theke, in militärisch anmutendem Zack sucht die Verkäuferin das Wechselgeld aus der Kasse und legt es in die Geldschale auf der Theke. Noch während ich das Wechselgeld in die Tasche stecke wird der nächste Kunde empfangen: „Was darf´s sein?“. Schnelligkeit, das einzige worauf es hier ankommt, Zeit ist Geld und Geld ist teuer! Die Kundenschlange muss so kurz wie möglich gehalten werden, denn an einer langen Schlange stellt man sich ungern an und entschließt sich womöglich zur Konkurrenz weiterzugehen. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Ruhe bewahren!

3. Juni 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Der Mai war ein Katastrophen-Monat für Deutschland und ein schwerer Schlag ins Kontor für die Nichtstuer-Regierung. In der Krise, die den Euro an die Grenze des Zerreißens gebracht hat, haben Berlusconi und Sarkozy die Richtung bestimmt, Merkel am Nasenring hinterhergezogen und sie eifrig mit dem Scheckbuch winken lassen. Bei den Wahlen in Nordrhein-Westfalen hat die schwarz-gelbe Regierung die Bundesratsmehrheit verloren. Ich weiß nicht, ob Angela Merkel schon begriffen hat, was das heißt. Jedenfalls hat sie die Zeit untätig verstreichen lassen. Untätig? Natürlich nicht, die Dame hat ein paar Fernreisen unternommen, ein paar Ausstellungen eröffnet und ein paar unbeachtete Reden gehalten. Mit anderen Worten: Sie war einfach zu beschäftigt um zu arbeiten.

Am 25. Mai kündigte Roland Koch seinen Rücktritt an, die letzte Integrationsfigur auf dem rechten Flügel der CDU. Am 31. Mai trat Horst Köhler zurück. Da fällt einem nur das Sprichwort ein, wonach die Ratten das sinkende Schiff verlassen. Dieses Sprichwort gründet sich auf Beobachtungen. Die Ratten kennen das Schiff von innen, sie wissen deshalb, wie es um das morsche Holz bestellt ist. Sie sind also die Insider, die mehr wissen als andere, und sich deshalb in Sicherheit bringen, bevor der Seelenverkäufer absäuft. Wir dürfen folglich davon ausgehen, daß Koch und Köhler wissen, daß der Rumpf der Deutschlandic aufgeschlitzt ist, obwohl die Bordkapelle noch Tanzmusik spielt. Read the rest of this entry →

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Angelika Willig: Die Natur ist stärker

1. Juni 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Schwierig: Frauen im Zweifrontenkrieg zwischen »Gender-Mainstreaming« und »neuem Sexismus«

»Erkenne die Lage! Wo steht der Feind?« lautet eine häufig zitierte Formulierung des konservativen Denkers Carl Schmitt. Gerade Konservative können diese Mahnung gebrauchen, denn immer wieder orten sie den Feind dort, wo er vor dreißig oder vierzig Jahren stand, und erkennen nicht die neuen Fronten, die sich inzwischen gebildet haben.

Ein aktuelles Beispiel ist die Frauenfrage. Da wird das »Gender Mainstreaming« zum Lieblingsfeind aller Traditionsbewußten, als sei das Geschlecht des Menschen ein »Wert«, den man gegen freche Aufklärer verteidigen müsse. Das Geschlecht ist aber eine biologische Tatsache, um die niemand herumkommt.

Auch die 68er sind mit ihrem Programm der Emanzipation längst an ihre natürlichen Grenzen gestoßen. Wer erinnert sich nicht an die Fernsehdiskussion zwischen Verona Feldbusch und einer baß erstaunten Alice Schwarzer, daß es inzwischen Frauen gibt, die hübsch, schlau, charmant und erfolgreich sind – und manchmal sogar Kinder bekommen. Solche Frauen verkörpern das Scheitern der eifernden Emanzen.
Das »Gender Mainstreaming« entpuppt sich so als alberne bürokratische Maßnahme zur Rettung der verlorenen linken Hegemonie. Das kostet eine Menge Geld, das anderswo dringend gebraucht würde. Der Effekt dürfte jedoch so ziemlich null sein. Das erinnert an den »Kampf gegen rechts«, der ebenfalls in die Tasche von Leuten arbeitet, die sonst wahrscheinlich Schwierigkeiten hätten, sich auf dem Arbeitsmarkt zu behaupten. Read the rest of this entry →

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