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Wirtschaftswissenschaften 101: Warum die BRD auf ihren Staatsanleihen sitzen bleibt

24. November 2011 in Deutschland, Wirtschaft

Was für eine große Überraschung war es doch, daß die Bundesrepublik Deutschland ihre Staatsaleihen nicht loswerden konnte. So überraschend sogar, daß wir uns gewundert haben warum niemand vorher damit gerechnet hat. Die Bundesrepublik hat ja für griechische Staatsanleihen gebürgt, was im Endeffekt das Risiko zwischen bundesdeutschen und griechischen Staatsanleihen auf die gleiche Stufe stellt, wobei die griechischen Anleihen aber weit höhere Zinserträge abwerfen.

Alle diejenigen, denen der logische Verstand abhand gekommen ist lernen spätestens im ersten Semester Wirtschaftswissenschaften, daß man als Investor bei gleichem Risiko immer die Investition mit dem höheren Ertrag wählt. Selbst als Kind weiß man, daß wenn man sein Hanuta gegen ein Duplo eintauschen möchte man immer demjenigen sein Hanuta gibt, von dem man mehr Duplos bekommt. Daß “unsere” Politiker zu derartigen intellektuellen Höchstleistungen nicht fähig sind verwundert wenig, schließlich schwimmen in Demokratien nicht die Qualifiziertesten nach oben, sondern diejenigen, die es im richtigen Leben zu nichts gebracht haben aber alle Entscheidungen ihrer Vorgesetzten abnicken ohne darüber nachzudenken. Nichtsdestotrotz hätten wir schon erwartet, daß man zumindest in den Redaktionsstuben auf diese recht einfache Schlußfolgerung gekommen wäre, natürlich vorausgesetzt, daß alle Medien nicht ohnehin gleichgeschaltet und nur das berichten, was auch von oben vorgegeben wurde.

Aber irgendwann vor 10-15 Jahren soll es mal eine RAF von rechts gegeben haben, von der zwar niemand etwas mitbekommen hat, aber die heute als Grund für noch mehr Überwachung herhalten und davon ablenken soll wie dumm und unfähig “unsere” politische Kaste eigentlich ist. Für die Medien natürlich ein gefundenes Fressen, schließlich können sie so verbergen, daß sie ihrer eigentlichen Aufgabe, der investigativen Berichterstattung in keinster Weise nachkommen.

Selbst der versoffenste Straßenpenner weiß, daß er für den gleichen Preis lieber die Flasche Schnaps mit dem höheren Prozentgehalt statt die kleine Flasche französischen Rotwein nimmt. Daß diese einfachste Gleichung weder in Politik und Medien noch nicht angekommen ist zeigt entweder wie dumm und verkommen die da oben sind oder daß sie einfach nur Befehle von höherer Stelle abnicken. In beiden Fällen ist es an der Zeit dieses System abzuschalten.

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Stern: So teuer käme uns der Ausschluß Griechenlands

13. September 2011 in Deutschland, Europa, Wirtschaft

Liest man in den Massenmedien die Artikel zum Euro und insbesondere zur Griechenland-Pleite, könnte man meinen die Wirtschaftsexperten in den Redaktionsstuben wären allesamt in Urlaub und die Praktikanten mit Leistungskurs in Biologie würden Zellmembrantheorie auf Quantenphysik übertragen wollen und das dann auf Griechenland anwenden. Was man liest widerspricht nämlich nur ökonomischen Gesetzmäßigkeiten sondern auch schlichtweg dem gesunden Menschenverstand. Dafür gibt es reißerische Schlagzeilen vom Ende der Welt, die im eigentlichen Artikel mit “hätte”, “wäre”, “könnte” begründet werden.

Unter dem Titel “So teuer würde der Griechen-Rauswurf” will uns etwa der Stern einreden, daß uns Deutschen der Rauswurf Griechenlands teuer zu stehen käme. Im Artikel wird das damit begründet, daß eine Depression die Folge sein “könnte”, denn sicher ist man sich nicht, es könnte auch einen Aufschwung geben, aber das sagt der Stern lieber nicht. Außerdem meint der Stern, würde Deutschland ja von der Krise profitieren, weil Deutschland zu einem Zinssatz x Schulden aufgenommen hat und diese zu einem höheren Zinssatz y an Griechenland weitergegeben hat. Ja, das ist genauso profitabl wie Glücksspiel. Wenn man sich bei der Bank 10.000 Euro leiht um im Kasino 100.000 Euro gewinnen, ist das nur solange schön und gut wie man auch gewinnt. Wobei Griechenland der Automat ist, in den man zwar immer mehr Geld reinschmeißt aber nichts rausbekommt. Am Ende hat man dann 10.000 Euro Schulden plus Zinsen. Aber auch das sagt der Stern freilich nicht.

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n-tv zur Euro-Einführung: “Das Volk hatte die Wahl”

13. September 2011 in Deutschland, Wahlen, Wirtschaft

Die Wahl hatten die Bundesbürger also immer wieder. Der Euro war nicht das Ergebnis einer Nacht-und-Nebel-Aktion, sondern stand bereits 1970 mit dem so genannten Werner-Plan erstmals ganz konkret auf der langfristigen politischen Agenda. 1992 wurde die Einführung des Euro mit dem Vertrag von Maastricht auf europäischer Ebene auf den Weg gebracht. Am 23. April 1998 stimmte schließlich der Bundestag der Einführung zu. In all diesen Jahren waren die Wähler in Deutschland immer wieder gefragt, den Bundestag zu wählen. Über 16 Jahre, von 1982 bis zum Ende der Legislatur 1998, bescherten sie dabei der Koalition aus Union und FDP einen Wahlsieg nach dem anderen und Helmut Kohl die längste Kanzlerschaft Deutschlands. Wie kein zweiter in Deutschland setzte sich jedoch just Helmut Kohl für die europäische Einigung und eine gemeinsame europäische Währung ein. Wer Kohl wählte, entschied sich also gleichsam auch für den Euro.

Selbst als die Einführung immer konkreter wurde, regte sich bei der Bundestagswahl 1998 an den Wahlurnen kein nennenswerter Widerstand. So entschieden sich damals gerade einmal 430.000 Wähler für die Partei “Pro DM”, die damit auf einen Anteil von 0,9 Prozent der gültigen Stimmen kam. Der “Bund freier Bürger”, der die Maastricht-Verträge ablehnte, kam auf 0,2 Prozent.

Wenn es nach dem Gusto von n-tv geht, hatte das deutsche Volk die Wahl bezüglich des Euro, auch wenn es freilich nicht direkt gefragt wurde. Damit bestätigt n-tv allerdings nur, was wir auf dieser Seite schon seit Jahren erzählen: Alle paar Jahre darf der Bürger die durch die Parteien vorgeschlagenen Abgeordneten wählen und ansonsten die Schnauze zu halten und sich nicht einzumischen, was die da oben machen. Wir nehmen nicht für uns in Anspruch die Intelligentia per se gepachtet zu haben und glauben deshalb auch, daß eigentlich jeder wissen müsste, was es mit Wahlen und mit dem Blockparteienkartell in der BRD auf sich hat. Insofern haben sich diejenigen, die jahrelang genau diese Politik gewählt haben auch nicht über die derzeitigen Zustände zu beklagen. Sie haben es ja gewählt, also sollen sie die Suppe auch auslöffeln. In dieser Hinsicht gehen wir sogar mit n-tv konform – wer dumm genug ist das etablierte Parteienkartell zu wählen, der hat kein Recht sich über dessen Politik zu beschweren.

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Welt Online: “Deutschland würde Aus der Euro-Zone teuer bezahlen”

14. August 2011 in Deutschland, Europa, Wirtschaft

Liest man die Schlagzeilen aller deutschen Lizenzmedien, könnte man meinen, daß Deutschland ohne den Euro übernicht existieren würde. Mehr noch, ohne den Euro wären wir ein in Armut dahinvegetierendes Dritte Welt Land. Daß es vor ein paar Jahren den Euro noch gar nicht gab und es uns Deutschen damals dank der starken D-Mark weitaus besser ging scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Was der Euro dem Deutschen gebracht hat ist vor allen Dingen ein Reallohnverlust und die ständige Angst vor einem wirtschaftlichen Kollaps, während ehemals deutsche Unternehmen an ausländische Investoren verkauft wurden; Rekordgewinne wurden eingefahren und privatisiert, während das Risiko auf den Steuerzahler abgewälzt wurde. Mittlerweile ist es selbstverständlich, daß der Deutsche immer weiter verarmt, während die Politik wie selbstverständlich Banken oder gar ganze Länder vor der selbstverschuldeten Pleite bewahrt – natürlich alles auf Kosten der Deutschen.

Ja, Deutschland würde ohne den Euro genauso zugrunde gehen, wie Hitlers Berlin deutsch blieb oder niemand die Absicht hatte eine Mauer zu bauen. An “Experten” mangelt es freilich nicht, welche im Untergang des Euro gleichzeitig auch den Untergang herbeireden, schließlich werden diese Experten dafür bezahlt, daß sie bestimmte Theorien belegen und nicht etwa kritisch hinterfragen. Einer dieser Experten ist Gustav Horn, der wissenschaftliche Leiter des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), der gegenüber der Welt folgende Berechnung anstellt: “Bei einer Aufwertung von nur zehn Prozent würden die Exporte um vier bis fünf Prozent zurückgehen, und zwar auf Dauer. Die zu erwartende Aufwertung würde aber wohl ein Vielfaches von zehn Prozent sein. Das wäre eine wirtschaftliche Katastrophe.” Nun sind wir keine Professoren der Mathematik, aber nach Adam Riese macht ein Plus von 10% abzüglich eines Verlustes von 4,5% immer noch einen Gewinn in Höhe von 5,5% aus. Das hieße, daß deutsche Unternehmen bei allen Auslandstranskationen 10% an Materialkosten einsparen würden und bei gleichen Preisen nur 4,5% weniger verkaufen würden. Also eine wirtschaftliche Katastrophe können wir beim besten Willen nicht sehen, aber wir gehören auch nicht zu den “Experten”, die einfach nur nachplappern, was die Politik hören will.

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Michael Winkler: Griechenland

2. Juni 2011 in Europa, Gesellschaft, Wirtschaft

Ist Griechenland nun bankrott oder nicht? Die Antwort lautet Ja, auf beide Fragen. Also, selbst nach den primitivsten Buchhaltungsregeln ist Griechenland pleite, total überschuldet und nicht mehr zu retten. Wer als Grieche an seinem Vermögen hängt, schützt es vor den einheimischen Banken, indem er es entweder bar nach Hause unter die Matratze holt, oder indem er es auf ausländischen Konten in Sicherheit bringt. Die modernen Griechen haben mit jenen altehrwürdigen Herrschaften nichts mehr zu tun, deren Namen wir in der Schule mit Ehrfurcht auszusprechen gelernt haben. Sokrates, Platon, Solon usw. hätten niemals auf Papier vertraut, sondern Gold und Silber gehortet. Andererseits darf das, was offensichtlich ist, nicht offenkundig werden, denn wenn Griechenland über den Rubikon geht, dann bekommt das ganze Euroland ein Problem. Ein Staatsbankrott in Athen bringt sehr viele Banken ins Straucheln.

Warum? Erinnern wir doch einmal an ein Parade-Gierchen, den zufällig dem jüdischen Glauben anhängenden Vorsitzenden der “Deutschen” Bank, Josef Ackermann: Der wollte auf das Eigenkapital seiner Bank 25% Rendite erzielen. Das zu erreichen erfordert keinerlei Kunstfertigkeit, sondern nur ausgeprägte Erwerbsgene. Ich lasse im Folgenden die Einheiten “Milliarden” oder “Billionen” einfach weg, damit die Summen überschaubar bleiben. Und, da man in der Bankenwelt so gerne Inglistanisch spricht, überschreibe ich diese Lektion mit “Banking made simple”:

Man gründe eine Bank mit 4 Euro Eigenkapital und sammele 96 Euro Fremdkapital ein, beispielsweise über das Sparbuch der Oma Tüttelbek. Jetzt hat man 100 Euro und zahlt dafür – großzügig – höchstens zwei Prozent Zinsen. Dieses Kapital verleiht man an Bedürftige und kassiert dafür mindestens sechs Prozent Zinsen. Aus dieser kleinen Zinsdifferenz bezahlt man die Manager-Gehälter, die noch höheren Erfolgsprämien, die Bankpaläste, die Dienstwagen und Dienstreisen der Manager, die Werbung, um weitere Kunden anzulocken, und ein paar Hobbys des Chefs, wie Sportvereine oder Formel 1. Am Ende bleibt ein mickriges Prozent als Gewinn übrig. Ein Prozent auf die kompletten 100 Euro, natürlich! Auf das Eigenkapital von 4 Euro sind das – wie von dem überragenden Finanzgenie angekündigt – satte 25 Prozent.

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Neuer Bundesbankchef eine Niete?

16. Februar 2011 in Deutschland, Kurznachrichten, Wirtschaft

Jens Weidmann

Für gewöhnlich stellen sich Bundesbankchefs immer erst nach Beginn ihrer Arbeit als Nieten heraus. Beim neuen Bundesbank-Chef Jens Weidmann ist das aber anders. Weidmann soll am 1. Mai sein Amt antreten und schon jetzt erklärt sein ehemaliger Professor, Roland Vaubel, daß Weidmann keine Ahnung von wirtschaftspolitischen Instrumenten hat (Quelle). Dafür ist Weidmann aber gut mit Angela Merkel befreundet, und wen interessieren da schon Qualifikationen. Selbst Joschka-Fischer durfte schon als Außenminister seine Unfähigkeit unter Beweis stellen. Schaut man sich im gesamten Bundestag und Bundesrat um, wird man kaum jemanden finden, der von seinem Ressort wirklich etwas versteht. Entscheidungen werden nicht durch Logik, Können und Wissen getroffen, sondern anhand prall gefüllter Aktenkoffer und einträglicher Nebenjobs in gewissen Vorständen. Insofern paßt Weidmann doch wunderbar ins Schema von Merkels Kabinett.

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Michael Winkler: Inflation oder Deflation?

26. Januar 2011 in Wirtschaft

Als Reaktion auf den letzten Pranger wurde ich gefragt, ob wir nun auf eine Inflation oder eine Deflation zusteuern? Die Antwort darauf ist eindeutig Ja. Es gehört zu den typisch menschlichen und vor allem deutschen Eigenschaften, Dinge in Schubladen zu sortieren und mit einem griffigen Etikett zu versehen. Dummerweise verhält sich die Natur nicht so, als sei sie von einer Buchhaltungssoftware normiert worden.

Beide Begriffe bezeichnen ungesunde Entwicklungen in der Wirtschaft, die sich durch Schwankungen in der Geldmenge auszeichnen. Inflation heißt, daß es immer mehr Geld gibt (eine Gefahr bei Papiergeld, wenn dieses in großen Mengen gedruckt wird), während Deflation durch das Fehlen von Geld gekennzeichnet ist (eine Gefahr bei Gold- und Silbergeld, wenn dieses gehortet oder durch Abfluß reduziert wird).

Unser heutiges Geldsystem ist grundsätzlich inflationär. Es muß dies schon allein deswegen sein, weil alles Geld, das heute geschaffen wird, mit Zinsen behaftet ist. Durch die Zinsen wächst die Geldmenge unaufhörlich und exponentiell, im Gegensatz zur Warenmenge, die bestenfalls linear ansteigt (wobei die Waren anders als Geld auch noch der Abnutzung und dem Verfall unterliegen). Diese Inflation ist so selbstverständlich, daß sie in den Nachrichten beiläufig erwähnt wird und offiziell zwischen 1,5 und 2,0 Prozent pro Jahr liegt. Tatsächlich haben wir seit der Einführung des Euros Inflationsraten von fünf bis zehn Prozent pro Jahr (“gefühlte Inflation”).

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Gerd-Lothar Reschke: Geld – Kleiner Einführungskurs für Neulinge und Einsteiger

4. Januar 2011 in Wirtschaft

Geld ist nicht das, wofür es gemeinhin gehalten wird. Im letzten Artikel bin ich auf die Denkweise von 99% der Bürger eingegangen, die meinen, ihr Euro sei echtes Geld, und auf den Banken sei dieses Geld am sichersten. Danach ist mir aufgefallen, daß ich dabei aber schon von einem anderen Bezugspunkt ausgegangen bin: dem der restlichen 1%. Deshalb habe ich mir gedacht, es wäre vielleicht gar nicht so schlecht, mich nochmal in die andere Sichtweise hineinzuversetzen und deren Denken genauer aufzuschlüsseln. Denn jenen 99%, die mich nicht verstehen können, nützt es ja recht wenig, einfach nur als “dumm” bezeichnet zu werden. Sie werden deshalb ihre Sicht noch lange nicht (bzw.: erst recht nicht) revidieren. Deshalb hier zur Abwechslung mal ein kleiner Einführungskurs für Neulinge und Einsteiger, ganz von vorne her angelegt. So wie beim Sexualaufklärungsunterricht. Wer nicht aufgeklärt wurde, nimmt ja wahrscheinlich immer noch an, die neugeborenen Säuglinge würden vom Storch gebracht.

Was ist eigentlich Geld?

Der Mythos der Werthaltigkeit des Papiergeldes

Ziemlich ähnlich wie mit dem Storch, der die Babys bringt, ist es mit dem vorherrschenden Glauben der meisten Menschen, ihr Geld seit etwas “Werthaltiges”. Wer es nicht anders weiß und es dann auch noch tagtäglich überall gesagt bekommt, insbesondere von der Regierung, von den regierungstreuen Nachrichtenorganen, von den Banken, von den Schulen und Universitäten, von der Versicherung, vom Finanzberater und von seinen Freunden und Bekannten, wird das vermutlich auch weiterhin so annehmen.

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Kommunen warnen vor dem finanziellen Kollaps

28. Dezember 2010 in Deutschland, Gesellschaft, Multikultur, Wirtschaft

Jedes Jahr die gleiche Leier: Die Kommunen sind pleite und können nicht mehr kostendeckend arbeiten. Insgesamt fehlen den Kommunen in diesem Jahr knapp 11 Milliarden Euro wie der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) mitteilt. Auch im nächsten Jahr soll das Defizit mindestens zweistellig sein. Aber machen Sie sich keine Sorgen liebe Leser, Ihre Kommunalpolitiker werden natürlich auch weiterhin Austern schlürfen und gewiss auch gerne Ihren Dank entgegen nehmen, daß Niederbücklingshoven bunt statt braun ist; denn wie wir schon vor einigen Monaten berichteten betragen die Sozialkosten für unsere bunten Freunde jährlich fast 80 Milliarden Euro (siehe hier). Mit dem Geld könnte man also nicht nur das Defizit abdecken, sondern auch noch Altlasten tilgen. Damit sind freilich nicht die Politiker gemeint, sondern die Schulden, auch wenn die erste Option durchaus etwas für sich hat. Bekommen einen paar Dutzend Dienstwagenhuren den Laternenpfahl am Bande verliehen, wird der Rest sehr schnell wissen, wie man haushält.

Doch beim DStGB denkt man gar nicht daran die Ursachen zu bekämpfen, sondern klagt lieber: “Der wirtschaftliche Aufschwung kommt in den Kassen der Kommunen nicht an”, laut Verbandspräsident Roland Schäfer. Gut, der wirtschaftliche Aufschwung kam bisher ohnehin nur in den Vorständen und bei den Medien an, sodaß es uns erlaubt an der Aufschwungslüge zu zweifeln. Laut Schäfer würden viele Kommunen mittlerweile sogar von Behörden regiert und die örtlichen Politiker fühlten sich überflüssig. Aber was hat der Herr denn von einem System erwartet, das seine Befehle von ganz oben von der Zentralregierung bis nach ganz unten durchreicht. Heutige Politiker sind doch nurmehr Wackel-Dackel, die abzunicken haben, was die Partei vorgibt. Die besten Abnicker bekommen schöne Pöstchen und funkelnde Dienstwagen und wer aus der Reihe tanzt, der wird ganz schnell entsorgt und aller Ämter enthoben. Ja liebe Leser, das ist BRDemokratie in Reinkultur.

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Euro bald ohne BRD?

4. Dezember 2010 in Deutschland, Europa, Wirtschaft

Von vornherein war der Euro zum Scheitern verurteilt, weil es nicht etwa das Ziel eine starke Währungsgemeinschaft zu erreichen, sondern eine weitreichende Währungsgemeinschaft der Mittelmäßigkeit. Die schwachen Staaten profitierten zeitweise vom Euro, während die starken Staaten Einbußen hinnehmen mußten. Die schwachen Staaten konnten sich somit zu den Konditionen der starken Staaten mit Hilfe von Schulden gesundsanieren ohne dabei überhaupt an ein Ende der Fahnenstange zu denken. Dieses Ende ist mittlerweile erreicht und der Euro befindet sich derzeit in einer Existenzkrise. Vielerorts wurde schon diskutiert, ob Deutschland nicht aus dem Euro aussteigen sollte, was aber von der Politik immer wieder dementiert wurde.

Nun soll Angela Merkel auf einem EU-Gipfel in Brüssel aber genau diese Option angesprochen haben, wie die britische Zeitung Guardian berichtet. Während eines Streits zwischen Merkel und dem griechischem Premierminister George Papandreou in dem es um die Zukunft des Euro und der gefährdeten Staaten ging, entgegnete Merkel “Wenn das der Verein ist wie der Euro werden wird, sollte Deutschland diesen vielleicht verlassen.” Merkels Sprecher Steffen Seibert ruderte inzwischen zurück und machte deutlich, daß die Aussage von Merkel “nicht plausibel” sei, weil Merkel den Euro als europäisches Projekt sieht und diesen auch verteidigen werde. Zudem denke in der Regierung niemand auch nur daran aus dem Euro auszusteigen.

Unserer Ansicht nach wird der Euro noch mindestens bis Ende des Jahres durchhalten um das Weihnachtsgeschäft nicht zu verderben, aber danach ist die Jagdsaison eröffnet und wir werden sehen, was das neue Jahr bringt.

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Michael Winkler: Deutschmark, welcome!

1. Dezember 2010 in Deutschland, Europa, Gesellschaft, Wirtschaft

Bei dieser Überschrift habe ich überlegt, ob ich das Komma setzen soll. Ohne Komma drückt der Satz aus, daß eine Bezahlung in D-Mark willkommen ist, also die Währung gerne genommen wird. Mit Komma wird die Mark selbst willkommen geheißen, um den Euro abzulösen. Früher stand dieser Satz ohne Komma, denn die D-Mark war auf der ganzen Welt als werthaltige Währung angesehen. Ich habe das einmal so formuliert gelesen, daß man für die Mark im hinterletzten Winkel Asiens nicht nur eine Schale Reis, sondern auch die Tochter des Reisbauern als Bettwärmer bekommen hätte. Das halte ich zwar für übertrieben, aber es drückt sehr gut aus, welche Wertschätzung dieses Geld genossen hatte.

Es gehört schon großes Unvermögen dazu, eine derart angesehene Währung einfach zu opfern, oder eben eine höhere Anweisung. Kohl, Genscher und Waigel hatten leider viel weniger Rückgrat als die Währung, die sie abgeschafft hatten. Diesen drei Agenten gegen die deutsche Wirtschaftskraft weint kaum jemand eine Träne nach, im Gegensatz zur guten alten Mark.

Es gab drei Versuche, die hervorragenden Eigenschaften der Mark in andere Währungen einzukreuzen. Der erste wurde von Helmut Schmidt unternommen, mit dem EWS. Damals hatten mehrere europäische Staaten ihre Währung de facto an die Mark gekoppelt. Offiziell war ein “Währungskorridor” vereinbart worden, bei dem die Währungen gegeneinander um nicht mehr als 2,25% schwanken sollten. Das bedeutete jedoch, daß die angeschlossenen Währungen den Kurs der Mark zu halten hatten. Nun ist eine Kette immer nur so stark wie ihr schwächstes Glied, und das war eben England. Das britische Pfund wurde attackiert und versenkt, der schöne Währungsverband wurde aufgelöst. Aus diesem Grund ist Großbritannien heute nicht Mitglied im Euro-Raum, die haben damals begriffen, daß es so nicht funktioniert.

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Michael Winkler: Ein kleiner Vortrag

23. November 2010 in Gesellschaft, Wirtschaft

In diesem Jahr habe ich kaum Vorträge gehalten. Zum Ausgleich stelle ich diesen Text hier ein, das Manuskript zu einem Vortrag in kleiner Runde, gehalten am 20. November in Kist. Themen waren das allgemeine Weltgeschehen und ein Ausblick auf die bevorstehende Währungsumstellung. Falls Sie den Vortrag gehört haben sollten: Ich habe die Antworten zu ein paar Fragen aus dem Publikum mit eingearbeitet, denn im Gegensatz zu Ihnen können die Leser ja nicht dazwischenfragen.

Grüß Gott, meine Damen und Herren!

Danke für Ihre Einladung und das Vertrauen, ausgerechnet mir zuhören zu wollen, bei meinem Ruf als moderne Kassandra.

Sie haben die Nummer bestimmt schon im Zirkus gesehen, sie heißt: Chinesischer Tellerjongleur. Dabei geht es darum, einen Teller auf einem rotierenden Stab zu balancieren. Der Artist bringt immer mehr Teller zum tanzen, sechs, acht, zehn Teller, am Ende tanzt eine ganze Wand von Stäben und Tellern. Das ist ein schöner Trick, weil das Publikum deutlich sieht, wie ein Teller zu wackeln beginnt. Der Jongleur eilt hinzu, rüttelt am Stab und bringt den Teller wieder auf Touren. Bei der Nummer kommt es auf Geschick und Ausdauer an; Geschick, damit der Teller auf der Stange tanzt, und Ausdauer, weil der Artist von Stab zu Stab springen muß, wenn ein Teller zu wackeln beginnt. Schließlich wird es zu viel, der erste Teller fällt zu Boden. Das ist zumeist das Ende der Nummer, theatralisch fällt ein Teller nach dem anderen.

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DIW: Fachkräftemangel eine Lüge

16. November 2010 in Deutschland, Wirtschaft


Seit Jahren schon hören wie von Wirtschaft wie Politik die These, daß in Deutschland trotz Millionen von Arbeitslosen und Stellenabbau in allen Industriezweigen ein Fachräftemangel herrsche, der unbedingt durch den Import von ausländischen Fachkräften behoben werden müsse – Menschen als transportables Produkt zum Zweck der Wirtschaft. Im Endeffekt geht es einzig allein darum Deutschland immer zu überfremden und die Löhne zur Profitmaximierung so niedrig wie möglich zu halten, damit die Vorstände horrende Bonszahlungen einheimsen können, denn ein Jahresgehalt in Millionenhöhe scheint noch nicht zu reichen.

Laut Aussagen der Wirtschaft fehlen über 60.000 Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Information, Technik und Naturwissenschaft, doch gerade seit dem Beginn der Krise wurden in diesen Bereichen massenhaft Stellen abgebaut, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zu berichten weiß. Insgesamt seien in diesen Bereichen im Rahmen der Krise 300.000 Stellen abgebaut worden.

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Kompakt Nachrichten: “Aufschwung” schon vorbei?

14. November 2010 in Deutschland, Wirtschaft

Die Regierung und Medien überschlagen sich in immer größeren Jubelarien über den „großen Aufschwung“ und das „neue deutsche Wirtschaftswunder“. Doch wenn man sich die tatsächliche Lage ansieht, könnte man zu dem Schluß kommen, das dieser „Aufschwung“ längst vorbei ist, oder das es ihn nie gegeben hat. Hier die Fakten über die tatsächliche Wirtschaftslage:

Die Industrieumsätze sind im September deutlich gesunken – vor allem der Maschinenbau beklagt ein großes Minus. Gleichzeitig steigt die Zahl der Firmenpleiten.

Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichneten im September den stärksten Rückgang seit fast anderthalb Jahren, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Ein größeres preis- und saisonbereinigtes Minus hat es zuletzt im April 2009 gegeben.

Besonders stark schrumpfte das Exportgeschäft mit 1,7 Prozent. Der Umsatz mit deutschen Kunden ging um 0,8 Prozent zurück. Die geringere Nachfrage bekamen vor allem die Maschinenbauer zu spüren. Sie beklagten mit 3,7 Prozent das größte Minus. Die Autoindustrie erlitt Einbußen von 0,8 Prozent, während die Geschäfte der Chemieindustrie stagnierten. Lediglich die Nahrungs- und Futtermittelindustrie meldete ein Plus von 0,5 Prozent. Read the rest of this entry →

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MMnews: USA zensieren Schulden-Spot

8. November 2010 in Gesellschaft, Nordamerika, USA-Berichte, Wirtschaft

In US-Medien darf ein Fernsehspot nicht gezeigt werden, der auf die bedrohliche Schuldenlage des Landes hinweist. Das Stück sollte in den Werbeblöcken laufen, doch die großen Sender lehnen ab.

Die US-Gruppe „Bürger gegen Regierungsverschwendung“ wollte per TV über die Konsequenzen der Staatsverschuldung aufklären. Doch der 60-Sekunden-Spot darf in den großen US-Fernsehnetzwerken nicht laufen. Die Ausstrahlung des Videos wurde verboten. Die “Werbefilm” erinnert an einen ähnlichen Eklat aus dem Jahre 1986 mit dem Titel „The Deficit Trials“, den die großen Fernsehsender ebenfalls nicht ausstrahlten.

Der Videoclip versetzt den Zuschauer ins Jahr 2030 nach China. Dort hält ein chinesischer Professor einen Vortrag über den Fall großer Imperien. Während im Hintergrund des Professors Bilder der Vereinigten Staaten gezeigt werden, erklärt er den Studenten Aufstieg und Fall großer Reiche: Read the rest of this entry →

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Manfred Gburek: Was hinter dem Preisrückgang der Edelmetalle wirklich steckt

2. November 2010 in Deutschland, Europa, Nordamerika, Wirtschaft

Der jüngste Rückgang der Preise von Gold und Silber lässt sich nicht so plausibel erklären wie der vorangegangene Anstieg. Versuchen wir es trotzdem. Als Erstes fallen mir Gewinnmitnahmen ein. Das heißt, wer bis dahin sog. Buchgewinne hatte, wandelte sie in reale Gewinne zugunsten des Kontos um und verfügt jetzt über mehr Liquidität als vorher. Mag diese Erklärung zunächst banal erscheinen, so enthält sie doch mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Denn die Ursache für einen solchen Gold- oder Silberverkauf könnte ja darin bestehen, dass jemand – oder eine ganze Anlegergruppe – dringend Liquidität benötigt, um beispielsweise Kredite zu tilgen oder eine Schieflage mit anderen Anlagen – Immobilien, Aktien, Derivate usw. – auszugleichen.

Im Übrigen erinnere ich Sie an einen Satz, den ich hier vor einer Woche geschrieben habe: “Eine solche Hausse wie die von Gold und Silber im September und im bisherigen Oktoberverlauf endet nicht abrupt, nur weil zwischendurch Gewinnmitnahmen stattfinden.” Diese Aussage bekräftige ich heute noch einmal. Warum, ist offensichtlich: Falls eine Anlegergruppe Edelmetalle allein deshalb verkauft und damit deren Preise gedrückt hat, weil hohe Gewinne aufgelaufen waren, scheidet sie als nochmaliger Verkäufer aus; im besten Fall – aus Sicht derjenigen, die an ihren Engagements festgehalten haben – kann sie später sogar als Käufer auftreten. Und falls sie zum Verkauf gezwungen war, um Liquidität zu beschaffen, repräsentiert sie in der Regel die sog. zittrigen Hände. Darunter versteht man die Dauerverlierer unter den Anlegern. Wer Gewinne erzielen will, braucht nur zu kaufen, wenn diese Verlierer verkaufen, und umgekehrt.

Die Suche nach Erklärungen für den Preisrückgang von Gold und Silber in den vergangenen Tagen soll damit noch nicht beendet sein. Wolfgang Wrzesniok-Roßbach von der Heraeus Metallhandelsgesellschaft, ein intimer Kenner der Edelmetallmärkte, hat in seiner Kolumne auf www.goldseiten.de eine Antwort zu finden versucht, indem er den vorangegangenen Preisanstieg interpretiert. Comex-Spekulanten und ETF-Verkäufer, so der Experte, haben wegen der niedrigen Umsätze offenbar kaum dahinter gesteckt. “Zum Teil kann nur darüber spekuliert werden, wer ansonsten hinter dem Anstieg der letzten Tage gestanden haben könnte. Zum Teil waren es wohl Käufer von physischem Metall, so konnten wir eine Belebung der Barrennachfrage beobachten. Was den Rest und damit sicher den großen Teil der Käufe angeht, tappt der Markt aktuell weitgehend im Dunkeln.” Read the rest of this entry →

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Die Franzosen lassen andere wie Feiglinge aussehen

29. Oktober 2010 in Deutschland, Europa, Gesellschaft, Wirtschaft

Wenn in irgendeinem Land welches dem Westen nicht genehm ist solche Massenproteste wie in Frankreich stattfinden würden, dann wäre dieser Volksaufstand als Zeichen der lebendigen Demokratie ganz gross von den Medien verkündet worden und alle Polithuren würden es begrüssen. Siehe Iran. So aber verteidigt man das harte Vorgehen von Sarkozy mit Sturmtruppen, Tränengas und Gummigeschossen und lässt ihn das Volk niederknüppeln und dabei sagen, die Demonstrationen seien „undemokratisch“. Dabei weiss jeder der Eins und Eins zusammenzählen kann, Sarkozy will die französische Bevölkerung ausplündern, um den internationalen Finanzverbrechern zu gefallen.

Was in Frankreich abgeht soll ein Beispiel für alle durch das Finanzkapital unterdrückten Länder sein, denn sie wissen, ohne Kooperation stehen alle Räder still und sie lassen sich das nicht länger gefallen. Sie haben wenigstens noch Rückgrad, was den Nachbarländern wie Deutschland völlig abhanden gekommen ist oder nie hatten. Dort hat die Mehrheit Angst den Mund aufzumachen und sind brave Untertanen, lassen sich mit den Lügen über Migranten und Ausländern von den wirklichen Problemen und den Verursachern dieser wieder ablenken und ihre Wut auf neue Sündenböcke aus. Wie erbärmlich, da sie nie aus der Geschichte lernen.

Die neueste Entscheidung der Bundesregierung zeigt, wer wieder beschützt wird und wer durch höhere Steuern zahlt. Um die Wirtschaft beim geplanten Abbau von Ökosteuer-Subventionen nicht zu belasten, werden den energieintensiven Unternehmen die Ökosteuerprivilegien belassen. Sie sollten ursprünglich um jährlich 1,5 Milliarden Euro beschnitten werden. Stattdessen werden die Raucher zur Kasse gebeten. Die Industrie darf ihren Dreck weiter in die Luft blasen und dafür sollen die Raucher mehr zahlen. Es geht immer gegen die Kleinen zum Vorteil der Grossen, aber es regt sich kein Widerstand. Read the rest of this entry →

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Rente mit 67 bei 45-Stunden Woche

25. Oktober 2010 in Deutschland, Gesellschaft, Wirtschaft

In Frankreich gehen die Menschen auf die Straße, weil die dortige Regierung plant das Renteneintrittsalter von bisher 60 auf 62 Jahre zu erhöhen. In Deutschland werden von der Politik ähnliche Forderungen gestellt, auch hier soll das Renteneintrittsalter um 2 Jahre angehoben werden, allerdings auf bisher 65 auf 67 Jahre. Zu Aufständen wie in Frankreich kommt es hier dennoch nicht. So wundert es auch kaum, daß Industrie und Politik noch schärfere Forderungen stellen, beschrieb doch schon der EU-Abgeordnete Jean Claude Juncker diese Art der Demokratie wie folgt: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Prof. Klaus Zimmermann eine Steigerung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 45 Stunden, was einer Steigerung von etwa 7,5 Stunden entspräche. Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Prof. Ulrich Blum stimmt Zimmermann zu, daß es längerer Arbeitszeiten bedarf.

Im Klartext sieht die Lage also so aus, daß wir in Deutschland zu wenige Fachkräfte haben, weil (1) zu viele Fachkräfte das Land ob der ohnehin schon miesen Arbeitsbedingungen das Land verlassen, und (2) weil wir als Deutsche zu wenige Kinder haben, weil es sich ohne zwei Einkommen hierzulande kaum noch leben läßt. Nun glauben solche überbezahlten Spezialisten, die Arbeit gemeinhin nur aus dem Lexikon kennen dieses Problem zu beheben, indem man die Arbeitsbedingungen noch weiter verschlechtert und den Menschen noch wenig Freizeit läßt. Weiter an der Lebensrealität der Menschen in Deutschland vorbei können diese “Experten” nun wirklich nicht mehr sein. Read the rest of this entry →

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Fundstücke: Von toten Pferden, die länger galoppieren sollen

25. Oktober 2010 in Deutschland, Gesellschaft, Wirtschaft

Wenn man ein totes Pferd (hier eine gescheiterte Wirtschafts-, Sozial- und Arbeitsmarkttheorie) reitet und man mit dessen Leistung nicht mehr recht zufrieden ist, hat man folgende Möglichkeiten:

- Man bsorgt sich eine stärkere Peitsche (Hartz IV)
- Man erklärt: “Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.” (Prekariat)
- Man überarbeitet die Leistungsbedingungen für Pferde. (Abbau von Sozialnormen)
- Man sagt, wenn das tote Pferd schon nicht geritten werden kann, dann kann es doch wenigstens eine Kutsche ziehen! (ständige Erhöhung von Steuer und Sozialabgaben)
- Man erklärt, dass das eigene Pferd “besser, schneller und billiger” tot ist. (Aufschwung XXXL)
- Man gründet Arbeitskreise zur Analyse des Pferdes (arbeitgebernahe Witschaftsforschungsinstitute)
- Man bildet einen Gebetskreis, der das tote Pferd gesund beten soll. (Medienkonzerne) Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Wie weit sind wir?

13. Oktober 2010 in Deutschland, Gesellschaft, Wirtschaft

Wir warten und warten, und nichts geschieht. Ich werde mittlerweile von Leuten, die meine Thesen seit Jahren kennen, gefragt, ob ich nicht daneben liege, ob sich die heutigen Verhältnisse nicht in alle Zukunft fortsetzen. Da kann ich nur antworten: Wir sind auf dem besten Weg, daß alles eintrifft. Ich benutze gerne das Bild der Jongleure, die Teller auf einer Stange tanzen lassen, erst einen, dann mehr und mehr. Schließlich wird der Punkt erreicht, an dem der Jongleur keinen weiteren Teller mehr auf eine Stange setzen kann, weil er nur noch hin und her springt, um einen vom Fall bedrohten Teller oben zu halten. Menschliche Konzentration und menschliche Ausdauer sind begrenzt, der Punkt, an dem der Artist zu langsam wird, naht unausweichlich. Die Teller fallen, gehen in Scherben oder werden aufgefangen. Die Vorführung ist beendet.

Wir sind an dem Punkt angelangt, an dem die Teller bedenklich wackeln. Vor einem halben Jahr schienen wir auf eine Währungsreform zuzusteuern, der Staatsbankrott Griechenlands stand unmittelbar bevor. Diese “Teller” wurden wieder stabilisiert. Aktuell ist es der Goldpreis, der ein Hoch nach dem anderen markiert, zwar nur in Dollar, weil der Euro gerade ein Hoch erlebt, doch die Finanzmärkte sind allesamt instabil. Der Goldpreis ist eine Fieberkurve, allerdings diejenige eines Patienten im Krankenhaus, der mit fiebersenkenden Medikamenten behandelt wird. Um 700 Dollar haben die Ärzte gekämpft, um 900 Dollar, um 1.000 Dollar, um 1.200 Dollar – jetzt stehen wir bei 1.350 Dollar. Anders als beim Fieber gibt es keinen feststehenden Todespunkt, selbst 1.500 Dollar wird der Patient noch überleben. Der Teller fällt, wenn alle “Medikamente” versagen, wenn die Goldpreisdrückung zusammenbricht. Dann werden wir einen Raketenstart erleben, einen senkrechten Anstieg. Read the rest of this entry →

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