Meinungsverbrecher wider Willen
31. Dezember 2009 in Deutschland
Manchmal kommt es in dieser Republik vor, daß eigentlich recht systemtreue Menschen für Meinungsverbrecher gehalten werden, weil sie unbeabsichtigt eine Armbewegung machen, die im “freiesten Staat auf deutschem Boden” verboten ist. Vor ein paar Jahren trafen wir beim Verfassungsschutz (Stasi-West) einen jungen Mann, der während eines Fußballspiels einem seiner Mitspieler signalisierte er solle ihm den Ball zuspielen. Er tat dies mit erhobenem Arm, was ein Zuschauer dazu nutzte ein Foto zu schießen. Das Foto landete schließlich samt Anzeige bei der Stasi-West, die ihn erstmal richtig in die Mangel nahm. Zu seinem Unglück fand man nämlich heraus, daß einer seiner Freunde NPD-Mitglied sei und er ja auch auf der Arbeit mal einen Streit mit einen türkischen Arbeitskollegen hatte. Auch wenn wir Mitleid mit dem jungen Mann hatten, war es uns doch irgendwie ein Genuß zu sehen, wie schnell sein Glauben an dieses System BRD in sich zusammenbrach. Ähnlich erging es auch dem Bielefelder Diplom-Pädagogen Raimund Ottinger, wie die Märkische Allgemeine berichtet:
Die Stimmung im Kleinbus aus Bielefeld ist ausgelassen. Autobahndreieck Nuthetal – gleich ist die Reisegruppe aus Westfalen in der Bundeshauptstadt. Man lernt sich kennen, alle reden durcheinander, berichten von Urlaubserlebnissen. Auch Fahrer Raimund Ottinger erzählt seinem Beifahrer gestenreich von einer Wildwasserkajaktour: „Und dann sind wir so den Fluss runtergeschossen und so wieder rauf.“ Die rechte Hand schnellt ruckartig in die Höhe. In genau diesem Moment blitzt es. Eine Radarfalle. Mit dem Foto beginnt für Ottinger eine unglaubliche Geschichte. Read the rest of this entry →
















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