Hans-Jörg Müllenmeister: Kollateralschäden – Suizid der US-Veteranen
11. Januar 2010 in Nordamerika, Psychologie
Euphemistisch wäre es, beschönigend vom Freitod altgedienter Kriegsheimkehrer als traurigen Begleitumstand zu sprechen. In der Tat ist die Selbstmordrate des US-Militärs alarmierend angestiegen. So stark, dass man im Pentagon Ursachenforschung betreibt. Damals hatte der gewählte Freitod bei den japanischen Kämpfern andere Ursachen. Es war ein Ehrentod, Stichwort Harakiri, oder im Zweiten Weltkrieg die tollkühnen Kamikazeflieger. Selbst im Tierreich soll es den kollektiven Selbstmord bei den Lemmingen geben, die sich zu Hunderttausenden ins Meer stürzen: ein uralter Mythos.
Das Thema ist gewiss kein Labsal, überhaupt ist „der Tod ein nie ganz willkommner Gast“ wie schon Mephisto im Faust spitz bemerkte. Aber auch bei den Lemmingen gibt es Vorurteile, die kritiklos von den Medien übernommen werden. Seinerzeit trug dazu auch der Tierfilm von Walt Disney bei. Betrachten wir die Wühlmauswanderung, die nur bei Überbevölkerung der possierlichen Nager stattfindet. Klar, bei dieser Völkerwanderungen finden viele Tiere den Tod. Dass aber die Lemminge dabei freiwillig oder instinktiv aus ihrem Leben scheiden, davon kann freilich keine Rede sein. Read the rest of this entry →














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