Michael Winkler: Sommerloch
14. Juli 2010 in Archiv
Am heutigen Mittwoch jährt sich der Auftakt zu einer umfassenden Regierungsumbildung in Frankreich, durch eine spontane Bürgerkundgebung im Jahr 1789. Von einem solchen Bürgervotum sind wir in Merkel-Deutschland noch weit entfernt, obwohl sich die Regierung in Berlin und das ihr vorgesetzte Politbüro in Brüssel redlich bemühen, ein solches herbeizuführen. Die Franzosen hatten damals schon recht fortschrittliche Regelungen, so gab es einen Pensionsplan für ehemalige Regierungsangehörige, der sämtliche Kriege, Revolutionen und Inflationen ohne jegliche Nachbesserung überstanden hat. Ja, er war halt ein genialer Mann, der Herr Dr. Guillotin.
Unsere derzeitige politische… Soll ich wirklich Führung schreiben? Im Sinne von Amt wäre das berechtigt, aber nicht im Sinne einer Tätigkeitsbeschreibung. Also, unsere Politiker mit dem derzeit höchsten Amtsgehalt haben sich nach zehn Monaten konsequenter Arbeitsvermeidung in die Ferien abgesetzt. Diese Periode nennt sich Sommerloch. In früheren Jahren war das die Zeit, in der die Schwanzlurche, die Funktionäre in der dritten Reihe, mit abstrusen Ideen an die Öffentlichkeit dringen, weil die qualitätsfreien Medien aus reiner Verzweiflung über den Mangel an richtigen Nachrichten dieses Zeug publizieren.
Da wir jedoch in einer entwickelten Demokratie leben, in der selbst Parteifunktionäre aus der dritten Reihe keine Ideen mehr haben, nicht einmal abstruse, möchte ich mit einigen Ideen einspringen. Bitte, das sind spontane Beiträge zum Sommerloch, bewußt unausgegoren und vielleicht nicht gänzlich zur Umsetzung geeignet, also genau das, was in einer nicht so weit entwickelten Demokratie die Schwanzlurche der Parteien von sich gegeben haben. Read the rest of this entry →
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