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Rolf Winkler: Gedanken zur Diskussionskultur

21. Juli 2010 in Deutschland, Gesellschaft

Rolf Winkler

Sehr geehrte Redaktion,

vorab, es ist an der Zeit Ihnen ein Kompliment zu machen und auf diesem Wege auch mitzuteilen, daß sicher nicht nur ich Ihre ehrenamtliche Arbeit sehr schätze. Getragen wird die Seite natürlich von den vielen lesenswerten Artikeln und den guten Kommentaren.

Doch ich will aus meinem Herzen keine Räuberhöhle machen, damit meine ich, daß allerdings auch immer mehr die trivialen Kommentare den Raum besetzen. Die, die von mangelnden Grundkenntnissen der Begriffe wie Staat, Volk, Nation, Rasse, Kultur, Wirtschaft, Markt, Politik, Medien, Demokratie, die ganzen -ismen, Menschenrechte, Werte, Tugenden, usw. nur so strotzen.

Was treibt mich um, diesen Artikel zu schreiben?

Zuerst tut es mir weh, wenn ich täglich von Beleidigungen unserer Volksgeschwister hier lesen muß. Davon zu lesen, aus wie vielen apathischen, arbeitsscheuen Trotteln unser Volk besteht.

Das Deutsche Volk, das historisch in den letzten 2000 Jahren Großes geleistet hat und zukünftig noch Großes leisten wird, hat es nicht verdient verleumdet zu werden. Das tun andere schon im Übermaß. Read the rest of this entry →

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Michael Winkler: Hoffnungslosigkeit

21. Juli 2010 in Gesellschaft

Hin und wieder erreichen mich Anrufe, die ich für einen Tageskommentar oder für einen Pranger nutzen kann. Natürlich ohne Namensnennung, es genügt, wenn ich die Begeisterung und Dankbarkeit unserer Obrigkeit auf mich lenke. Der Anrufer hat mir einige Zahlen genannt, nüchterne Zahlen, die in den Nachrichten nicht vorkommen, bestenfalls einen kurzen Einspalter in den Lokalblättern abwerfen. Es ist ja kein Robert Enke, der sich da vor den Zug geworfen hat, sondern ganz normale Mitmenschen. Im Bereich jeder Bahndirektion (oder wie immer das im Zuge der Demontage der Bahn heute heißen mag) haben sich im vergangenen halben Jahr schon Menschen in zweistelliger Anzahl vor die Züge geworfen, um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Jeder Lokomotivführer wird statistisch im Lauf seiner Dienstjahre auf diese Weise zum mehrfachen Selbstmord-Gehilfen. Er fährt auf Schienen, er kann nur bremsen, nicht ausweichen. Und bremsen mit tausenden Tonnen im Rücken dauert zu lange, um dem Selbstmörder eine Chance zu lassen. Ich frage mich, wie ein Mensch damit fertig wird, wenn er jeden Tag mit dem Wissen die Arbeit antritt, daß heute wieder ein Verzweifelter auf den Gleisen stehen kann, oder ihm vor die Lok springen wird.

Ich weiß nur, daß die Kanzlerin das sehr gut wegsteckt. Was die damit zu tun hat? Es gibt für alles eine Ursache, die für einen Selbstmord ist Hoffnungslosigkeit. Sicher, auf Liebeskummer hat Merkel keinen Einfluß, und wenn sich ein Mann umbringt, weil ihm die Frau davongelaufen ist, dann trifft die Politik nur eine Teilschuld. Ob es ein Drittel der namenlosen Selbstmörder ist, oder ob es drei Viertel sind – wirtschaftliche Gründe sind oft genug der Anlaß. Darauf, auf die wirtschaftliche Situation, hat die Politik Einfluß. Read the rest of this entry →

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