Michael Winkler: Wie macht man eine Währungsreform?
20. September 2011 in Archiv
Im Prinzip ist es ganz einfach: Irgendein Gremium beschließt, diese Währungsreform durchzuführen. Das Volk wird nicht gefragt, wir leben schließlich in einer Demokratie, da ist das nicht nötig. Das Gremium legt fest, wann sie passiert, wie die Währungsreform aussehen soll und wer dabei betrogen wird. Eine Währungsreform kann man symmetrisch und asymmetrisch durchführen, vor allem mit einer Asymmetrie kann man ganz wunderbar die Einen ausnehmen und die Anderen begünstigen.
Griechische Währungsreform
Beginnen wir mit einer einfachen, symmetrischen Währungsreform. Wir, die Regierung Griechenlands, setzen ganz einfach einen Euro auf 100 Drachmen. Damit wird ein Euro-Cent zu einer Drachme und Untereinheiten zur Drachme sind überflüssig. Wir entscheiden uns für eine vollkommene Symmetrie, das heißt, alle Anleihen Griechenlands werden zum Stichtag in die guten neuen Drachmen umgerechnet. Die Credit Agricole zum Beispiel, die gerade noch 25 Milliarden Euro aus Griechenland in den Büchern stehen hatte, besitzt nun Anleihen in Höhe von 2,5 Billionen Drachmen.
Innerhalb Griechenlands ändert sich erst mal gar nichts, die Eurobeträge verhundertfachen sich und lauten auf Drachmen, das ist alles. Rentner und Beamte, Gewerkschafter und Arbeitslose, sie alle werden ab sofort in Drachmen bezahlt. Die Regierung kratzt noch ein paar Guthaben zusammen, um den Kurs der Drachme ein paar Tage zu stützen, damit alles fair und gerecht aussieht.
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