Boris Grundl: “Diktatur der Gutmenschen”
25. September 2010 in Gesellschaft, Psychologie
Vor einiger Zeit veröffentlichten wir an dieser Stelle die Thesen des amerikanischen Psychologen Dr. Lyle Rossiter, wonach Gutmenschen als “klinisch geisteskrank” einzustufen sind, weil sich bei ihnen gewisse Charakterzüge entwickelt haben, die von starken Abhängigkeitsgefühlen bis hin zur Realitätsverweigerung reichen (siehe hier). Angesichts der Brisanz dieser Thesen wundert es nicht, daß dieser Beitrag mit Abstand unser meistgelesener Artikel ist. Gelesen haben dürften Rossiters Buch nur die Wenigsten, weil es in Deutschland nicht erhältlich ist. Nichtsdestotrotz hat Boris Grundl nun ein Buch mit dem Titel “Diktatur der Gutmenschen” veröffentlicht, das sich allerdings auf die wirtschaftlichen Aspekte des Gutmenschentums im Arbeitsumfeld beschränkt. Auch wenn Grundl nicht mit einer analytischen und unzensierten Härte wie Rossiter herangeht, ist seim Buch dennoch lesenwert. Wer das Buch kaufen möchte, kann dies hier tun: Amazon
Ansonsten kommen wir nun zu einem Interview zwischen Grundl und Gero Brandenburg von karriere.de:
Herr Grundl, in Ihrem neuen Buch schimpfen Sie auf die Diktatur der Gutmenschen. Was sind das für Leute?
Diese Spezies kann Ihnen überall begegnen, im Privatleben und im Beruf. Es sind Leute, die es vordergründig gut meinen und die denken, dass ihre Absichten den Mitmenschen helfen. Die tatsächliche Wirkung ist aber eine andere: Gutmenschen wollen in erster Linie vor anderen gut dastehen. Sie sind harmoniesüchtig, wollen anerkannt und gebraucht werden. Unter einem Chef, der Gutmensch ist, entwickeln sich die Mitarbeiter nicht weiter. Sie erstarren in einem Abhängigkeitsverhältnis und werden unselbstständig.
Aber das kann doch keine Führungskraft wirklich wollen.
Gutmenschen tun das meist unbewusst, es mangelt ihnen an Selbsterkenntnis. Sie sehen das eher altruistisch und denken, dass es ohne ihre Hilfe nicht läuft und konzentrieren alle Macht und Verantwortung bei sich. Dabei ist es ihre eigentliche Aufgabe die Leute zu fördern und besser zu machen. Aber für Veränderungen sind diese Vorgesetzten nicht zu haben. Sie wollen ihre Pfründe verteidigen. Read the rest of this entry →


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