“Lebt denn der alte Mannmichl noch” – Taz-Interview mit Passaus Lebkuchenmanni
7. Dezember 2009 in Deutschland

Am 13. Dezember 2008 will der Passauer Polizeichef Alois Mannichl von einem ominösen Neonazi mit Schlangen-Tattoo niedergestochen worden sein. Umgehend nach der Tat wurde eine 50-köpfige Sonderkommission errichtet, um den Schlangen-Nazi zu fangen, doch trotz einer Belohnung in Höhe von 20.000 Euro gab es weder Hinweise noch irgendeinen Ermittlungserfolg, was Bayerns Innenminister Herrmann natürlich nicht davon abhielt den Wunsch nach einem Ende der Parteienfinanzierung für die NPD zu prüfen. Zudem erarbeitete der Bayerische Landtag ein Präventionskonzept gegen Rechtsradikalismus. Interessant an dem Vorfall war, daß es sich bei der Tatwaffe um ein Lebkuchenmesser handelte, das von Mannmichls Ehefrau im Garten vergessen wurde. Da kann der Schlangen-Nazi ja von Glück reden, daß er vor der Tat erst in Mannmichls Garten spazieren ging (ohne Spuren zu hinterlassen) und dort eine Waffe fand. Auch der leitende Staatsanwalt und mehrere von Mannmichls Kollegen hegten deutliche Zweifel an der offiziellen Tatversion.
Für Mannmichl ist dies freilich kein Grund, von seiner Version abzuweichen. Auf Nachfrage der Taz was denn genau passiert sei, möchte Mannichl nichts sagen: “Das ist Teil der laufenden Ermittlungen. Dazu möchte ich nichts sagen.” und weil man als Polizeibeamter darüber nicht spricht, fährt Mannichl später im Interview fort: “Ich habe dem Täter in die Augen gesehen. Mit welchem Hass in seiner Stimme der mich angebrüllt hat: ‘Schöne Grüße vom nationalen Widerstand!’ Und wie er mit dem Messer auf mich losgegangen ist! Ich bin mir sicher, dass ein rechtsmotivierter Hintergrund besteht.” Read the rest of this entry →
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